Schwimmen: Marco Koch unterliegt Melvin Imoudu bei DM in Berlin
Marco Koch wurde 2015 Weltmeister über 200 Meter Brust © Getty Images

Ex-Weltmeister Marco Koch wird wohl nicht an der Schwimm-EM in Glasgow teilnehmen. Der Bundestrainer fällt ein brutales Urteil: seit 2014 immer langsamer.

Die Schwimm-Europameisterschaften im schottischen Glasgow (3. bis 9. August) werden sehr wahrscheinlich ohne Ex-Weltmeister Marco Koch stattfinden.

Der 28-Jährige aus Darmstadt wird am Wochenende bei den süddeutschen Meisterschaften in Dresden nicht wie geplant seine letzte Qualifikation-Chance nutzen. Das bestätigte Kochs Heimtrainer Alexander Kreisel.

"Marco nimmt zu der Zeit Sponsorentermine wahr. Mit seinem aktuellen Zustand hätte es in Dresden auch nicht gereicht, die Norm zu knacken", sagte Kreisel. Koch, der bei der EM vor zwei Jahren noch Silber gewonnen und sich im Jahr zuvor sogar zum Weltmeister gekrönt hatte, war bei den German Open am vergangenen Wochenende in Berlin auf seiner Paradestrecke 200 m Brust in 2:10,05 Minuten erneut deutlich über der harten Normzeit (2:08,20) geblieben.

Ausnahmeregelung unwahrscheinlich

Bis Sonntag haben die Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) die Möglichkeit, die Qualifikationszeiten, die sich an Platz acht bei Olympia 2016 orientieren, zu erfüllen. Eine Ausnahmeregelung für Koch wie bei der WM 2017 in Budapest ist unwahrscheinlich.

"Stand heute fehlt mir der Glaube, dass es bei Marco nach vier Jahren stetigen Bergabs so plötzlich wieder besser werden sollte. Die harte Wahrheit ist: Seit seinem deutschen Rekord 2014 ist er immer langsamer geworden", sagte Bundestrainer Henning Lambertz.

Lambertz will nun das Gespräch mit seinem langjährigen Vorschwimmer suchen und ihn von einem teilweisen Wechsel zu einem neuen Trainer und Stützpunkt überzeugen. Auch ein vorzeitiger Rücktritt noch vor Olympia 2020 in Tokio ist nicht ausgeschlossen. "Es ist doch klar, dass diese Gedanken in so einer Phase aufkommen", sagte Heimcoach Kreisel: "Er ist in ein Loch gefallen."