Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft feierte zuletzt einen Sieg gegen Portugal
Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft feierte zuletzt einen Sieg gegen Portugal © Imago

Jahrhundertchance für die deutsche Rugby-Nationalmannschaft. Gegen Samoa kämpft die DRV-Auswahl um die erstmalige Qualifikation für die Weltmeisterschaft.

Wenn die deutsche Rugby-Nationalmannschaft am frühen Samstag Morgen (ab 4.10 Uhr) das Playoff-Hinspiel gegen Samoa bestreitet, bietet sich dem Team von Bundestrainer Jacobus Potgieter eine historische Chance. Setzt man sich in den zwei Duellen - das Rückspiel steigt am 14. Juli in Heidelberg - gegen die rugby-verrückte Nation  durch, ist Deutschland 2019 in Japan zum ersten Mal überhaupt bei einer WM-Endrunde mit dabei.

Wenn nicht, bietet sich bei einem Viererturnier Ende des Jahres sogar noch eine weitere Gelegenheit - vermutlich sogar die etwas größere. Denn gegen die Männer von der Pazifikinsel werden der DRV-Auswahl allenfalls Außenseiterchancen eingeräumt.

Samoa befindet sich in der Krise

Auf Samoa ist Rugby Nationalsport, wird fast wie eine Religion gelebt. Zweimal stand "Manu Samoa", so der Spitzname der Mannschaft, bereits in einem WM-Viertelfinale.

"Es wird sehr schwer, aber an einem guten Tag ist alles möglich", gibt sich Trainer Jacobus Potgieter, der zurzeit gemeinsam mit Pablo Lemoine das deutsche Team betreut, deshalb auch nur vorsichtig optimistisch.

Zumindest ein wenig Hoffnung macht allerdings, dass die samoanische Mannschaft derzeit in einer ausgewachsenen Krise steckt. Seit November 2016 hat das Team nicht mehr gewonnen, vor allem die jüngsten Pleiten gegen die Erzrivalen Tonga und Fidschi schmerzten die Volksseele der stolzen Insulaner spürbar.

Deutschland reist in Bestbesetzung an

"Ihr habt die letzten zehn Spiele verloren", wütete zuletzt Samoas Premierminister Tuilaepa Sailele Malielegaoi: "Was sagt mir das? Ihr habt keinen Mumm." 

Dementsprechend aggressiv hatte das politische Staatsoberhaupt einen Sieg gegen Deutschland eingefordert: "Wenn ihr dieses Spiel nicht gewinnt, müsst ihr alle zurücktreten. Wir spielen gegen eine Mannschaft, die keine Ahnung von diesem Sport hat oder wie man ihn richtig spielt."

Respekt vor dem Gegner hört sich wahrlich anders an. Im deutschen Lager hat man die Worte jedenfalls genau registriert.

Obwohl der Streit mit dem langjährigen Mäzen Hans-Peter Wild für Chaos im Verband gesorgt hat und dieser letztlich sogar die vollständige Einstellung seines Engagements in Deutschland ankündigte, tritt Deutschland in Bestbesetzung auf Samoa an. Mit allen zuletzt gesperrten Topspielern des deutschen Meisters Heidelberg und sechs Legionären aus den französischen Profiligen ist die DRV-15 mindestens konkurrenzfähig.

Ob es zu einer Überraschung reicht, bleibt dennoch fraglich. Zumindest den samoanischen Premier würde man allerdings gerne eines besseren belehren.