Matthias Alexander Rath hatte mit Totilas weniger Erfolg als erhofft
Matthias Alexander Rath hatte mit Totilas weniger Erfolg als erhofft © Imago
Lesedauer: 3 Minuten

Rekordpferd Totilas ist tot. Nach dem 10-Millionen-Euro-Verkauf nach Deutschland war mit dem einstigen Wunderhengst "einiges schiefgelaufen".

Anzeige

Der einstige Wunderhengst Totilas ist tot.

Das teuerste Dressurpferd der Welt wurde 20 Jahre alt, es erlag, wie am Dienstag bekannt wurde, am späten Montagabend den Folgen einer Kolik. (SERVICE: Alles zum Reiten)

Anzeige

"Es ist gestern Abend passiert, aber wir haben uns heute Zeit genommen, es zu verarbeiten", sagte sein Reiter Matthias Rath am Dienstag dem Magazin Eurodressage, "er wurde operiert und ist sogar wieder aufgestanden, hat es dann aber nicht geschafft. Er war super fit."

Totillas sammelte Rekorde und wurde 10 Mio. teuer

Unter dem Sattel von Edward Gal brach der Gribaldi-Sohn 2009 alle Rekorde - sportlich und finanziell. Totilas war das erste Pferd, das für eine Grand-Prix-Kür über 90 Prozentpunkte erhielt.

Ein Jahr später schraubte Totilas in London die Bestmarke auf 92,30 Prozent. Das Duo führte die niederländische Mannschaft bei der WM in Kentucky zu Mannschaftsgold und triumphierte auch im Einzel.

Auch interessant
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Die Transfer-Baustellen der Bayern
  • Fussball / Transfermarkt
    2
    Fussball / Transfermarkt
    Transferticker: Kriselnder Bundesligist an Meyer dran
  • Int. Fussball / Championship
    3
    Int. Fussball / Championship
    Der Abstieg von Klopps Musterschüler
  • Fußball / Bundesliga
    4
    Fußball / Bundesliga
    Bittere Story eines BVB-Transfers
  • Boulevard
    5
    Boulevard
    Der Porno-Absturz der Surf-Coffeys

Im folgenden Oktober wechselte Totilas den Besitzer. Für geschätzte zehn Millionen Euro und unter großem medialen Echo holte Paul Schockemöhle den Rappen nach Deutschland. Die deutsche Vorherrschaft in der Dressur sollte auf Jahre gesichert werden. Als Reiter wurde Matthias Alexander Rath bestimmt, der Stiefsohn von Mitbesitzerin Ann-Kathrin Linsenhoff, angeblich wurden fünf Millionen Euro in die Sportrechte investiert.

Enttäuschte Erwartungen nach Verkauf nach Deutschland

Weitere Erfolge aber blieben aus, bei den Olympischen Spiele 2012 fehlte Totilas wegen einer Erkrankung von Reiter Rath, generell gab es immer wieder Verletzungsprobleme, die Mensch und Tier zurückwarfen. "Da ist viel schiefgegangen", blickte Schockemöhle später zurück.

Es gab auch Diskussionen, ob die in Deutschland geschürten Erwartungen rund um Totilas zu groß gewesen wären: Von "kompletter Effekthascherei" sprach etwa Legende Ludger Beerbaum im Vorfeld von Olympia 2012: "Nur weil Totilas teuer war, wird soviel über ihn gesprochen, nicht wegen der Performance von Pferd und Reiter. Man hätte die ganze Sache anders angehen müssen. Ich hätte so ein Pferd vielleicht auch gekauft oder kaufen lassen. Aber dann hätte ich den Ball flach gehalten und nicht mit irgendwelchen PR-Nummern aufgewartet."

Seinen letzten Auftritt hatte Totilas 2015 bei der EM in Aachen, ein Knochenödem am linken Hinterbein war der Grund.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Zusätzlichen und letztlich wohl größeren finanziellen Wert gewann Totilas durch seinen Einsatz in der Zucht, auf Linsenhoffs Gehöft wurde gar eine komplette Deckstation für ihn eingerichtet. Allein im Jahr 2016 kamen 200 Nachkommen zur Welt, mehrere sportlich ebenfalls schon sehr erfolgreich.

-----

Mit Sportinformationsdienst (SID)