Österreich ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen
Österreich ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen © Imago
Lesedauer: 7 Minuten

Österreich gehört zu den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen. SPORT1 zeigt, was sie bei der fahrt in und durch unser Nachbarland beachten müssen.

Anzeige

Österreich ist sowohl im Sommer als auch im Winter eines der beliebtesten Reiseländer der Deutschen. Manchmal ist unser Nachbarland  nur eine Durchgangsstation, um in den Süden zu gelangen. Wenn Sie als Pkw-Fahrer in Österreich unterwegs sind, gibt es einige Dinge, die Sie auf den Straßen beachten sollten.

SPORT1 gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Vorgaben und Gesetze.

Anzeige

Tempolimits und Bußgelder in Österreich

Insbesondere auf der Autobahn ist der Übergang von Deutschland nach Österreich fließend. Während es auf deutschen Autobahnen nur streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, gilt in Österreich auf Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Die Maximalgeschwindigkeit ist nicht einheitlich festgelegt. Sie kann je nach Strecke reduziert sein.

Auf der Autobahn 1 gibt es zwei Ausnahmen von dieser Regel. In Niederösterreich gilt zwischen Melk und Oed sowie in Oberösterreich zwischen dem Knoten Haid und Sattledt in der Nacht (22 bis 5 Uhr) eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 140 km/h. Es handelt sich um eine Testphase, die bis August 2019 andauert.

Auf den Autobahnen A10 (mit Ausnahme der Tauern- und Katschbergtunnel), A12, A13 und A14 gilt zwischen 22 und 5 Uhr ein verschärftes Tempolimit von 110 km/h. Dabei handelt es sich nicht um einen Test, sondern um einen Dauerzustand.

Achtung: Hinweisschilder sind nur unzureichend aufgestellt. Deswegen ist es umso wichtiger, diese Verkehrsregel zu kennen und einzuhalten.

Für Pkw gelten abseits der Autobahnen dieselben Geschwindigkeitsbegrenzungen wie in Deutschland. Im Ortsgebiet liegt das Limit bei 50 km/h, auf Freilandstraßen (Landstraßen) und Autostraßen ist 100 km/h als Maximalgeschwindigkeit festgelegt. Wo es die Verkehrs- und Straßenverhältnisse erfordern, kann ein geringeres Tempolimit gelten.

Laut dem ADAC können für Geschwindigkeitsüberschreitungen folgende Bußgelder erhoben werden:

- 20 km/h zu schnell: ab 30 Euro

- über 50 km/h zu schnell: bis 2.180 Euro

Darüber hinaus kann die Fahrerlaubnis entzogen werden, wenn ein Verkehrsteilnehmer innerorts mindestens 40 km/h zu schnell ist und auf Freilandstraßen mindestens 50 km/h zu schnell ist.

Mit einem Bußgeldrechner können Sie selber ermitteln, welche Strafe bei einem Vergehen droht.

Wichtig zu beachten ist, dass es in Österreich auch eine sogenannte Section Control gibt, bei der die Geschwindigkeit gemessen wird. Hierbei erfasst ein System die Zeit, die ein Verkehrsteilnehmer zwischen zwei Messpunkten benötigt und berechnet daraus die Durchschnittsgeschwindigkeit. Diese Art der Kontrolle lässt sich noch weniger austricksen als die punktuelle Geschwindigkeitsmessung. Sport1 rät: Halten Sie sich überall an die geltenden Tempolimits.

So funktioniert die Vignettenpflicht

Wer über die Autobahn nach Österreich einreist, muss noch eine weitere Besonderheit beachten: Es gilt eine nahezu flächendeckende Vignettenpflicht auf den Autobahnen und Schnellstraßen. Nur vereinzelte Abschnitte sind von dieser Regelung ausgenommen. Vor der Grenzüberfahrt sollten Sie daher eine Vignette kaufen. Über den österreichischen Autobahnbetreiber ASFINAG kann die Vignette bereits vor dem Fahrtantritt bestellt und per Post zugeschickt werden.

Auch eine digitale Vignette ist inzwischen erhältlich. Diese können Sie in der ASFINAG-App oder im Online-Shop erwerben.

Achtung: Die digitale Vignette gilt frühestens am 18. Tag nach dem Onlinekauf. Sie müssen sie also mit einem ausreichenden Vorlauf erwerben.

Selbstverständlich gibt es noch die klassischen Vertriebswege. Die Vignette können Sie wie bisher beim ADAC oder an Tankstellen vor der Grenze kaufen.

Die Vignette ist für Pkw bis 3,5 Tonnen wie folgt erhältlich:

  • 10 Tage: 9,20 Euro
  • 2 Monate: 26,80 Euro
  • 1 Jahr: 89,20 Euro

Besonders in den Grenzbereichen überprüft der Autobahnbetreiber, ob Fahrzeuge eine Vignette besitzen. Fest installierte Kameras registrieren, ob eine Vignette vorhanden oder das Kennzeichen des Fahrzeugs im System hinterlegt ist. Wer auf diesen Strecken unterwegs ist, kann einer Kontrolle nicht entgehen. Daneben sind auch mobile Kameras sowie Kontrollpersonal unterwegs. Pkw, die ohne eine gültige Vignette fahren und bei ihrer Fahrt auf einer Autobahn oder Schnellstraße erwischt werden, müssen eine Ersatzmaut von 150 Euro zahlen.

Bis 2013 gab es eine Ausnahmeregelung in Tirol. Zwischen der Grenze bei Kiefersfelden (D) und Kufstein konnte die Autobahn ohne Vignette genutzt werden. Inzwischen ist auch für diesen 1,5 Kilometer langen Abschnitt das Pickerl erforderlich.

Streckenmaut auf bestimmten Straßen

Auf einigen Autobahn- und Schnellstraßenabschnitten gibt es eine Streckenmaut. Die Streckenmaut kann für eine Einzelfahrt oder für einen Zeitraum entrichtet werden. Die Kosten unterscheiden sich je nach Strecke. Um diese Straßen nutzen zu können, ist die Vignette der ASFINAG nicht erforderlich.

Darüber hinaus gibt es auf den folgenden Straßen eine Streckenmaut:

  •  A 9 Pyhrn Autobahn (Gleinalm Tunnel)
  • A 9 Pyhrn Autobahn (Bosruck Tunnel)
  • A 9 Pyhrn Autobahn (Gleinalm Tunnel und Bosruck Tunnel)
  • A 10 Tauern Autobahn
  • A 11 Karawanken Autobahn
  • A 13 Brenner Autobahn
  • S 16 Arlberg Schnellstraße

Sicherheitsvorschriften

Seit 2018 gilt in Pkw ein besonderer Nichtraucherschutz. Befindet sich im Fahrzeug eine Person unter 18 Jahren, darf im Pkw nicht geraucht werden. Das gilt auch für E-Zigaretten.

Österreich gilt die Winterreifenpflicht anders als in Deutschland zeitlich begrenzt. Nur zwischen dem 1. November und 15. April müssen bei winterlichen Straßenverhältnissen die Reifen aufgezogen werden. Wer dagegen verstößt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro bestraft werden. Schneeketten müssen Autofahrer nicht zwingend dabei haben. Allerdings kann durch ein Verkehrszeichen das Verwenden von Schneeketten auf bestimmten Straßen vorgeschrieben werden.

Bei den folgenden Punkten gelten für Pkw-Fahrer in Österreich dieselben Vorgaben wie in Deutschland:

  • Promillegrenze
  • Kindersitze
  • Telefonieren am Steuer
  • Gurtpflicht
  • Rettungsgasse

Besondere Verkehrsregeln 

Häufig ist zu lesen, dass in Österreich das in den Kreisverkehr einfahrende Fahrzeug Vorrang habe. Das ist zwar in der Theorie richtig. Diese Regelung gilt allerdings nur, wenn keine Verkehrsschilder die Vorfahrt regeln. In den meisten Fällen signalisiert das „Vorfahrt gewähren“-Schild den einfahrenden Fahrzeugen auf den Verkehr zu achten. Dabei gilt: Wer vorfahrtsberechtigt ist und anhält, verwirkt damit sein Recht.

Wenn sich zwei Fahrzeuge auf einer engen Bergstraße begegnen, muss stets der Verkehrsteilnehmer zurücksetzen, dem dies leichter möglich ist.

Das ist in österreichischen Städten zu beachten

Im innerstädtischen Bereich gibt es häufig Kurzparkzonen. Sie sind durch blaue Markierungen oder in größeren zusammenhängenden Gebieten durch ein Anfangs- und ein Endzeichen ausgewiesen. In den gekennzeichneten Bereichen ist es möglich, Fahrzeuge gegen eine Gebühr auf öffentlichem Grund abzustellen. Die Tarife und die Höchstparkdauer sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich und können auch zwischen den Gebieten innerhalb einer Stadt variieren.

Für Wien gilt: In einigen Bezirken können Sie Ihr Fahrzeug bis zu zwei Stunden lang in der Kurzparkzone abstellen und in anderen Bezirken maximal drei Stunden. Die Kosten werden im 30-Minuten-Takt zu jeweils 1,15 Euro abgerechnet. Wer sein Fahrzeug nur 15 Minuten parkt, kann dies kostenfrei tun.

Kraftstoffpreise 

In Österreich ist das Tanken etwa 20 bis 25 Cent pro Liter günstiger als in Deutschland. Unter Umständen lohnt es sich, am Vormittag zu tanken. Denn laut der österreichischen Spritpreisverordnung dürfen die Preise nur einmal pro Tag angehoben werden, nämlich um 12 Uhr. Preissenkungen sind hingegen jederzeit gestattet. Da die Kraftstoffpreise an Autobahntankstellen mehrere Cent teurer sind als an abseits gelegenen Tankstellen, lohnt es sich, zum Tanken die Autobahn zu verlassen.

Pflichtausstattung im Auto

In Österreich ist es erforderlich die folgende Sicherheitsausstattung dabei zu haben:

  • Warnweste für den Fahrer
  • Verbandkasten
  • Warndreieck
  • Fahrzeugschein
  • Führerschein

SPORT1 rät: Der Führerschein und der Fahrzeugschein sollten wie alle wichtigen Reisedokumente nicht im Fahrzeug verwahrt werden.

Im Übrigen wird der in Deutschland gemachte BF17-Führerschein (Begleitetes Fahren mit 17 Jahren) in Österreich anerkannt.

Notfallrufnummern

  • Feuerwehr: 122
  • Polizei: 133
  • Rettung: 144

Europaweiter Notruf: 112