Ein falscher Reifendruck kann fatale Folgen haben
Ein falscher Reifendruck kann fatale Folgen haben © Imago
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Ein falscher Reifendruck kann fatale Folgen haben. Er beeinflusst das Fahrverhalten, die Sicherheit, die Haltbarkeit der Reifen und den Benzinverbrauch. SPORT1 gibt Tipps.

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Es ist völlig egal, ob es ein Rennwagen, ein Mittelklasse-Auto oder ein Lkw ist: Die Verbindung zwischen dem Fahrzeug und dem Boden sind die Reifen.

Das tragende Element ist allerdings nicht das Gummi, sondern die Luft im Pneu. Was bedeutet: Der Reifendruck ist essentiell und wirkt sich auf diverse Bereiche des Autos aus. Er ist nicht nur entscheidend für das Fahrverhalten, sondern auch für die Sicherheit, die Haltbarkeit der Reifen und den Benzinverbrauch.

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Wo findet man den richtigen Reifendruck?

Grundsätzlich findet man den von den Autoherstellern empfohlenen Reifendruck in der Bedienungsanleitung des Autos, in der Tankklappe, an der Fahrer- oder Beifahrertür oder in den entsprechenden Reifendrucktabellen der Reifenhersteller.

Wichtig: Sollten andere Reifen als die in der Zulassung angegebenen benutzt werden, gelten die Werte des Reifenherstellers. Den einen Richtwert gibt es nicht, die Werte variieren je nach Automarke, liegen in der Regel zwischen zwei und drei bar, wie man in dieser Übersicht (https://blobs.continental-tires.com/www8/servlet/blob/1956044/60118c3c035f2f9034d67e646f0806b9/luftdrucktabelle-2017-data.pdf) gut erkennen kann.

Angegeben sind dabei in Europa in der Regel vier Werte in bar: Der Vollast- und der Teillastdruck jeweils vorne und hinten. Dabei gibt es je nach Hersteller und Auto leichte Unterschiede zwischen den Vorder- und den Hinterreifen. Unter Teillast versteht man den Reifendruck für die normalen, alltäglichen Fahrten. Auf den Vollastwert sollte man gehen, wenn man zum Beispiel in den Urlaub fährt, das Auto voll beladen ist und eine längere Strecke mit erhöhter Geschwindigkeit gefahren wird. 

Sollte der Luftdruck tatsächlich mal abweichen, ist das erst einmal kein Grund zur Sorge, denn es gibt Toleranzen. Experten gehen davon aus, dass sich ein erhöhter Reifendruck von 0,3 bar noch im Rahmen bewegt. Was aber noch gefährlicher und schädigender ist, ist ein zu niedriger Reifendruck.

Falscher Reifendruck macht Probleme

Ist der Druck zu hoch, kann das zu einer geringeren Bodenhaftung, weniger Fahrkomfort und -stabilität sowie einem schnelleren Verschleiß der Reifen führen.

Ist er aber zu niedrig, verlängert das den Bremsweg, verschlechtert das Fahrverhalten bei Aquaplaning und erhöht Spritverbrauch und den Reifenverschleiß teilweise signifikant. Außerdem kann die Struktur des Reifens beschädigt werden, der Pneu kann platzen. Das kann bereits ab 0,2 bar zu wenig Reifenluftdruck passieren. Experten empfehlen sowieso, im Winter 0,2 bar mehr einzufüllen, damit die kälteren Außentemperaturen kompensiert werden.

Alle 14 Tage kontrollieren

Wie und wie oft sollte kontrolliert werden? Messen kann man den Reifendruck mit Reifenfüllmessgeräten, die es an jeder Tankstelle gibt.

Wichtig: Der Druck sollte überprüft werden, wenn die Reifen noch kalt sind, also höchstens zehn Kilometer gefahren wurden. Gemessen werden sollte rund alle 14 Tage.

Dabei sollten auch die Ventile regelmäßig überprüft werden. Sind sie defekt, kann das den Reifenluftdruck beeinflussen, außerdem müssen sie durch die Kappe vor Verschmutzungen geschützt werden. Bei jedem Reifenwechsel sollten die Ventile ebenfalls ausgetauscht werden, in der Regel geschieht das in der Werkstatt automatisch. Ein Tausch der Ventile sollte spätestens alle vier Jahre passieren.

Wichtig: Alle seit dem 1. November 2014 neu zugelassenen Autos verfügen EU-weit über ein Reifendruckkontrollsystem (TPMS). Abweichungen des Reifenluftdrucks werden dadurch elektronisch über den Bordcomputer mitgeteilt. Der Reifenluftdruck wird also automatisch kontrolliert, sollte aber trotzdem weiter manuell überprüft werden.

Reifengas keine wirkliche Alternative

Was Autofahrern als Alternative immer wieder angeboten wird, ist Reifengas. Dabei wird bei der Befüllung der Reifen Stickstoff genutzt, wie bei Rennwagen oder Flugzeugen zum Beispiel, die extremen Belastungen oder Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Zwar werden auch bei normalen Pkw immer wieder Vorteile bei Fahrkomfort, Abrollgeräuschen oder Reifendruck beworben, nachgewiesen sind die Vorteile aber nicht oder fallen kaum ins Gewicht. Experten raten daher von dem Wechsel auf Reifengas ab.