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Nans Peters sichert sich den Sieg auf der 8. Etappe der Tour de France. Emanuel Buchmann verliert Zeit, Adam Yates verteidigt das Gelbe Trikot.

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Emanuel Buchmann rollte mit gesenktem Kopf Richtung Teambus, seine Stimmung war so grau wie der Himmel über dem Zielort Loudenvielle.

"Das ist nicht das, was ich wollte und wie ich gerne fahren möchte, aber es geht wohl noch nicht besser nach dem Sturz", sagte Buchmann, nachdem er auf der ersten Pyrenäen-Etappe der Tour de France mehr als eine Minute auf seine Rivalen verloren hatte - der Traum vom Podest droht früh zu platzen.

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Nans Peters gewinnt 8. Etappe

Während der Franzose Nans Peters (AG2R) nach 141 km und den berüchtigten Port de Bales und Peyresourde einen Ausreißersieg feierte, verlor Buchmann am letzten Berg den Anschluss an die Favoritengruppe.

"Heute lief es nicht so gut bei mir, als es richtig abging zum Schluss. Ich habe mich nicht gut gefühlt und musste reißen lassen", sagte er: "Ich bin einfach mein Tempo gefahren und habe versucht, so wenig Zeit wie möglich zu verlieren." 

Yates verteidigt Gelbes Trikot

Das gelang nur teilweise. Der Brite Adams Yates (Mitchelton-Scott) verteidigte das Gelbe Trikot erfolgreich vor Topfavorit Primoz Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma), beide erreichten das Ziel 6:40 Minuten nach Peters. Bora-hansgrohe-Kapitän Buchmann hatte als Tages-25. 7:43 Minuten Rückstand und ist im Gesamtklassement 1:25 Minuten hinter Yates Elfter. 

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Dass er in der entscheidenden Phase des Rennens wieder ohne Helfer dastand, wollte Buchmann nicht als Grund für den Rückschlag gelten lassen. "Die Jungs haben bis zum vorletzten Berg einen guten Job gemacht. Es hat einfach bei mir gefehlt, da kann man der Mannschaft nicht die Schuld geben", sagte der 27-Jährige, der kurz vor der Tour schwer gestürzt war und mit den Folgen immer noch kämpft: "Es besteht natürlich die Hoffnung, dass es besser wird. Aber heute ging eben nicht mehr." 

Roglics junger Landsmann Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) holte als einziger Klassementfahrer nennenswerte Zeit - 40 Sekunden - auf die anderen Favoriten heraus. (Gesamtwertung der Tour de France 2020).

Nans Peters gewinnt 8. Etappe - Buchmann verliert Zeit

Der deutsche Hoffnungsträger Emanuel Buchmann blieb lange an den Titelanwärtern dran, auch wenn er zum Schluss keinen Helfer mehr an seiner Seite hatte. Letztlich musst er etwas abreißen lassen und verlor eine 1:03 Minuten auf die Favoriten. Auf Platz 25 war er der mit Abstand beste Deutsche (Die Sprintwerung der Tour 2020).

Eine der großen Überraschungen des Tages: Thibaut Pinot konnte das Tempo der Favoritengruppe nicht mitgehen und wurde immer weiter durchgereicht. Der Rückstand wuchs auf über zehn Minuten an, mit dem Kampf um das Gelbe Trikot wird er nichts mehr zu tun haben.

Tour de France 2020: Ergebnisse von heute

An der Sprintwertung änderte sich nichts: Peter Sagan von Bora-hansgrohe führt das Ranking mit 138 Punkten weiter vor dem Iren Sam Bennet (131) an. Bester Bergfahrer ist nach der 8. Etappe der Franzose Benoit Cosnefroy mit 35 Zählern, erster Verfolger ist Peters mit 31 Punkten. 

Mit 141 km war die achte Etappe vergleichsweise kurz, doch nicht minder schmerzhaft. Drei Bergwertungen standen zwischen Cazeres-sur-Garonne und Loudenvielle auf dem Programm, darunter der Port de Bales, bei der Tour 2020 der erste Anstieg der höchsten Kategorie. Der Col de Mente und der Col de Peyresourde (beide 1. Kategorie) waren aber kaum weniger fordernd.

Ausblick auf die 9. Etappe

Die Pyrenäen ohne Bergankunft - eine Seltenheit bei der Tour (Erklärungen zu den Begriffen und Trikotfarben der Tour de France). 

Auch die zweite und letzte Fahrt durch das französisch-spanische Grenzgebirge endet bei der 107. Frankreich-Rundfahrt im Tal. Dennoch: "Diese Etappe sollte nicht unterschätzt werden, gerade weil sie vor einem Ruhetag kommt", sagt Tour-Streckenchef Thierry Gouvenou (Tour de France: Alle Etappen im SPORT1-LIVETICKER)

Die beiden Hauptschwierigkeiten des Tages - zwei Berge der 1. Kategorie - haben es in sich. Der Col de la Houcere ist ein neuer Tour-Anstieg, 11,1 km lang und bis zu 11,4 Prozent steil. Der Col de Marie Blanque ist mit 7,7 km zwar kürzer, im letzten Drittel aber eine Rampe von bis zu 13,6 Prozent. "Jedes Zeichen von Schwäche wird hier sichtbar sein", sagt Gouvenou. 

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Mit Informationen vom SID

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