Caleb Ewan gewann die 11. Etappe der diesjährigen Tour de France
Caleb Ewan gewann die 11. Etappe der diesjährigen Tour de France © Getty Images
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Caleb Ewan gewinnt seine zweite Etappe bei der diesjährigen Tour de France. Er gewinnt den Zielsprint der 11. Etappe gegen Bennett. Sagan verliert Platz zwei nachträglich.

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"Pocket Rocket" Caleb Ewan zündete den Turbo, dann flog der kleinste Sprinter der Tour de France mit einem Tigersprung an seinen großen Rivalen vorbei. Der australische Rad-Star hat das packende Kopf-an-Kopf-Duell der weltbesten Sprinter gewonnen und in einer Millimeter-Entscheidung seinen zweiten Etappensieg bei der 107. Frankreich-Rundfahrt gefeiert. (Tour de France: Die 11. Etappe im SPORT1-Liveticker zum Nachlesen)

Caleb Ewan gewinnt 11. Etappe - Sagan verliert Platz zwei

Der Teamkollege des deutschen Routiniers Roger Kluge verwies auf der 167,5 km langen elften Etappe von Chatelaillon-Plage nach Poitiers den Slowaken Peter Sagan (Bora-hansgrohe) und den Iren Sam Bennett (Deceuninck-Quick Step) auf die Plätze. (Die Gesamtwertung der Tour de France)

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Sagan wurde der zweite Platz allerdings nachträglich aberkannt. Er wurde aufgrund eines unsportlichen Manövers ans Ende der Spitzengruppe versetzt und verlor somit wichtige Punkte im Kampf um das Grüne Trikot. Dritter wurde Wout Van Aert (Jumbo-Visma).

Ein Tigersprung ins Ziel sorgte im bislang packendsten Sprint der 107. Frankreich-Rundfahrt für die Entscheidung. Vier Top-Stars lagen fast gleichauf, im entscheidenden Moment schob sich der 1,65 m kleine Ewan nach vorne - und zwei Rivalen gerieten heftig aneinander.

Bora-Star Sagan stieß den Belgier Van Aert mit viel Körpereinsatz gefährlich zur Seite, der zweimalige Etappensieger vom Team Jumbo-Visma reagierte mit einer ungehaltenen Geste, zeigte Sagan den Mittelfinger. Die Jury versetzte Sagan später vom zweiten auf den 85. Rang zurück.

"Mit zwei Etappensiegen bin ich super happy", sagte Ewan, der am Dienstag auf der malerischen Ile de Re als Zweiter knapp von Bennett geschlagen worden war: "Ich war enttäuscht nach gestern und bin jetzt froh, dass ich auch meine Teamkollegen belohnen konnte." (Die Sprintwerung der Tour 2020)

"Er selbst ist das Geheimnis. Er sieht die Löcher und hat die schnellsten Beine", sagte Ewans' stolzer deutscher Lotto-Teamkollege Roger Kluge, nachdem der Australier im hektischen Millimeter-Finale der elften Tour-Etappe in Poitiers wieder zum größten aller Sprinter aufgestiegen war.

Tour de France 2020: Ergebnisse von heute

Keine Änderung gab es an der Spitze der Gesamtwertung: Primoz Roglic und die anderen Favoriten erlebten einen vergleichsweise stressfreien Tag, der Slowene vom Team Jumbo-Visma ist weiter Träger des Gelben Trikots. Sein Vorsprung auf Titelverteidiger Egan Bernal (Kolumbien/Ineos Grenadiers) beträgt 21 Sekunden. Im Grünen Trikot fährt weiter der Ire Bennett. Das Bergtrikot bleibt weiter im Besitz von Benoit Cosnefroy.

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Der deutsche Sprinter Andre Greipel hatte am Mittwochmorgen hohe Ziele formuliert. "Mein Traum wäre es, nochmal ganz oben zu stehen", sagte der 38-Jährige vor dem Start. Es reichte nicht. Greipel, dessen Tour bislang vor allem von gesundheitlichen Problemen geprägt war, griff nicht in den Massensprint ein. Als bester Deutscher erreichte Debütant Jonas Koch (Schwäbisch Hall/CCC) auf dem 29. Rang das Ziel.

Greipel ohne Chance - Izagirre stürzt schwer

Der Franzose Matthieu Ladagnous war der einzige Fahrer, dem die Teams der Top-Sprinter eine Flucht gewährten. Der 35-Jährige vom Team Groupama-FDJ hatte sich kurz nach dem Start abgesetzt. Als sich ihm später eine Gruppe um den Österreicher Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe) anschließen wollte, zog das Peloton kurzerhand das Tempo an. Das erwartete Sprint-Finale sollte nicht gefährdet werden, Ladagnous war als Solist einfacher zu kontrollieren. 

So wurde es ein langer, einsamer Tag für Ladagnous, dessen Zeit an der Spitze 43 Kilometer vor dem Ziel endete. Kurz darauf war die Tour für Gregor Mühlberger vorbei. Der angeschlagene Österreicher stieg vom Rad, völlig entkräftet lehnte er am Bora-Teamfahrzeug - es war der erste Ausstieg eines Fahrers der deutschen Mannschaft. 

Mühlberger war als Helfer von Emanuel Buchmann vorgesehen, der seine Klassement-Ambitionen inzwischen verworfen hat. Auch Ion Izagirre (Astana) musste aufgeben, der Spanier saß nach einem Sturz blutend und anscheinend leicht benommen am Straßenrand. 

Ausblick auf die 12. Etappe

Pöstlberger wagte sechs Kilometer vor dem Ziel einen erneuten Anlauf. Mit schnellen Tritten attackierte der 28-Jährige, die Flucht blieb aber erneut erfolglos.  

Nach zwei Flachetappen in Folge wird am Donnerstag wieder geklettert. Die schweren Pässe der Alpen sind noch weit entfernt, doch die 218 km lange 12. Etappe von Chauvigny nach Sarran bietet dennoch ihre eigenen Schwierigkeiten: Sie ist die längste der Tour 2020. In hügeligem Terrain läuft vieles auf einen Tag der Ausreißer hinaus. (Tour de France: Alle Etappen im SPORT1-LIVETICKER)

Mit Material vom Sport-Informations-Dienst (SID)