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Auf der 19. Etappe feiert Sören Kragh Andersen seinen zweiten Erfolg bei der Tour de France 2020. Der Deutsche Nikias Arndt ist in der Ausreißergruppe dabei.

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Nach dem nächsten vergeblichen Angriff auf den großen Rivalen Sam Bennett nahmen Peter Sagan und das deutsche Team Bora-hansgrohe leise Abschied vom Grünen Trikot. (Die Sprintwerung der Tour 2020)

"Peter hat vielleicht nicht unbedingt das Glück auf seiner Seite", bilanzierte der deutsche Etappensieger Lennard Kämna nach der drittletzten Etappe der 107. Tour de France: "Die anderen Leute sind halt auch nicht schlecht..."

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Seit 2012 trug Sagan siebenmal das Maillot vert nach Paris. Seine Serie war nur kurzzeitig unterbrochen, als er 2017 disqualifiziert wurde. Am Sonntag wird er in der französischen Hauptstadt aller Voraussicht nach erstmals keinen Auftritt in Grün auf dem Podium haben.

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Beim zweiten Etappensieg des Dänen Sören Kragh Andersen vom deutsch-lizenzierten Team Sunweb belegte der dreimalige Weltmeister am Freitag in Champagnole den neunten Platz. Sein Rückstand in der Punktewertung auf den Iren Bennett, der Achter wurde, wuchs auf der letzten Sprintetappe vor Paris auf 55 Punkte - bei noch 70 zu vergebenen Zählern ein nur noch theoretisch aufzuholender Rückstand

Tour de France 2020: Ergebnisse von heute

Sagan stemmte sich verzweifelt gegen das Ende seiner Ära, doch selbst im Sprint der Abgehängten hatte er das Nachsehen gegen Bennett. Kragh Andersen hatte Sagan und Bennett mit einer Attacke aus einer Fluchtgruppe düpiert und siegte als Solist.

"Sören kann halt auch richtig treten. Der ist taktisch auch schlau, es ist keine Schande, da zu verlieren", sagte Kämna: "Es ist heute nicht optimal gelaufen." Luka Mezgec (Slowenien/Mitchelton-Scott) und Jasper Stuyven (Belgien/Trek-Segafredo) belegten im Ziel der 19. Etappe nach 166,5 km mit 53 Sekunden Rückstand die Plätze zwei und drei.

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Kragh Andersens deutscher Teamkollege Nikias Arndt (Buchholz), d er ebenfalls in der entscheidenden Ausreißergruppe vertreten war, wurde Sechster. "Es werden auf jeden Fall die Champagnerkorken wieder knallen und wir werden das genießen", sagte Arndt: "Das war einer der wichtigsten Tage, die wir uns vorher auserkoren haben. Dass es so perfekt klappt, damit konnte keiner rechnen."

Roglic weiter in Gelb

Das Gelbe Trikot ins Schlusswochenende trägt Primoz Roglic. Der 30 Jahre alte Kapitän des Teams Jumbo-Visma hat am Samstag die letzte schwere Hürde auf dem Weg zum ersten slowenischen Tour-Sieg zu meistern. (Die Gesamtwertung der Tour de France)

Bora-hansgrohe droht derweil angesichts von Sagans Rückstand auch sein zweites großes Ziel nach dem verpassten Podestplatz für Emanuel Buchmann nicht zu erreichen. Ein Etappensieg durch Youngster Kämna hat die Mannschaft aus dem oberbayerischen Raubling immerhin auf der Habenseite.

Angesichts von 52 Punkten Rückstand vor dem Start war die Zuversicht auf eine Wende im Rennen um Grün bei Bora ohnehin gering gewesen. "Der Kampf um Grün ist fast entschieden, aber ich versuche mein Bestes", sagte Sagan in Bourg-en-Bresse. Sein deutscher Teamkollege Maximilian Schachmann meinte: "Es ist ziemlich unmöglich, Sam Bennett dieses Trikot noch auszuziehen."

Bienen-Attacke auf Pöstlberger

Beim Versuch, den Rückstand zu verkleinern, investierte die Bora-Equipe anfangs viel Energie in der Nachführarbeit. Eine Fluchtgruppe hatte kurz nach dem Start das Weite gesucht, zu den Ausreißern zählte auch Max Walscheid (Neuwied/NTT Pro Cycling). Gegen den Bora-Express waren sie chancenlos.

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Kämna und Co. hielten das Tempo enorm hoch, nach zwei Stunden lag der Schnitt bei knapp 50 km/h. Das Ziel der Aktion: Bennett in Schwierigkeiten bringen, im Zwischensprint distanzieren und im Idealfall sogar ganz abhängen.

Dabei fehlte allerdings Lukas Pöstlberger. Der Österreicher wurde von einer Biene im Mund gestochen, zeigte eine anaphylaktische Reaktion und wurde zur Sicherheit ins Krankenhaus gebracht. Dort hatte es aber schnell Entwarnung gegeben.

Vorschau auf die 20. Etappe

Das 36,2 km lange Einzelzeitfahren zur La Planche des Belles Filles ist eine fordernde Mischung aus einem klassischen Zeitfahren und einem Bergzeitfahren. (Tour de France: Alle Etappen im SPORT1-LIVETICKER) die ersten 30 Kilometer dienen den Fahrern eher zum Einrollen. Die Strecke präsentiert sich hier hauptsächlich flach mit lediglich schwachen Steigungen.

Die letzten sechs Kilometer haben es dann aber in sich. Im Schnitt müssen die Profis hier über acht Prozent Steigung überwinden. In der Spitze wartet sogar eine Rampe von 20 Prozent und erinnert damit schon mehr an eine Bergetappe. (Die Bergwertung der Tour de France) Daher müssen sich die Fahrer ihre Kräfte auf dieser Etappe genau einteilen.

Auch Favorit Roglic könnte hier nochmal sein blaues Wunder erleben.