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Chris Froome darf offenbar nicht an der Tour de France 2018 teilnehmen. Das berichtet die Zeitung Le Monde unter Berufung auf die Organisatoren der Rundfahrt.

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Die Organisatoren der Tour de France haben Superstar Chris Froome offenbar den Start bei der am 7. Juli beginnenden Frankreich-Rundfahrt untersagt. Das berichtet die französische Zeitung Le Monde.

Demnach teilte die veranstaltende Amaury Sport Organisation (ASO) Froomes Team Sky mit, dass sie den Briten nicht dabei haben wollen. Gegen Froome läuft ein Untersuchungsverfahren wegen Dopings. Im September 2017 war der Brite bei seinem Sieg bei der Spanien-Rundfahrt positiv auf das Asthmamittels Salbutamol getestet worden. Er hatte den doppelten Wert der erlaubten 1000 Nanogramm pro Mililiter im Urin.

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Ein Sky-Sprecher bestätigte dem Guardian die Berichte. "Wir sind aber zuversichtlich, dass Chris Froome die Tour de France fahren wird. Er hat nichts falsch gemacht", hieß es.

Froome-Ausschluss: Tour beruft sich auf UCI-Regeln

Die ASO beruft sich auf Artikel 28 des UCI-Reglements. Im Regelwerk des Radsportweltverbandes heißt es, dass dem Veranstalter "ausdrücklich das Recht vorbehalten ist, ein Team oder einen Fahrer auszuschließen, der durch seine Anwesenheit dem Ansehen oder Ruf der Rundfahrt schaden könnte."

Da der Fall noch nicht abgeschlossen ist, darf Froome eigentlich an Rennen teilnehmen und gewann in diesem Jahr erstmals den Giro d'Italia. Die Teilnahme Froomes war höchst umstritten, dank einer schier unglaublichen Alleinfahrt hatte der 33-Jährige das Rennen noch gewonnen. Das gigantische Anwaltsteam des viermaligen Tour-Siegers und seines finanzstarken Arbeitgebers versuchen seit Monaten, die Affäre zu Gunsten Froomes zu beenden.

UCI-Präsident David Lappartient erklärte am Sonntag nach den Zeitungsberichten, dass noch bis zur Tour eine Entscheidung in Sachen Froome fallen soll. "Ich habe immer gesagt, dass wir die Position der UCI vor dem Tourstart verkünden werden. Und die beginnt am nächsten Samstag, deshalb werden wir unter der Woche reden. Die Zeitungsberichte kommentiere ich nicht weiter."

Sky schöpft offenbar bereits Rechtsmittel aus

Le Monde berichtet zudem, Sky habe bereits vor dem Schiedsgericht des französischen Olympischen Komitees Einspruch eingelegt. Der Fall soll am Dienstag ab 9 Uhr verhandelt werden, eine Entscheidung soll bereits am Mittwoch mitgeteilt werden.

Würde Sky dort scheitern, bliebe noch der Weg vor den internationalen Sportgerichshof (CAS), allerdings würde dort eine Entscheidung nicht mehr vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt fallen. Beide Parteien müssten dann eventuell eine einstweilige Verfügung beantragen, um den Start zu verhindern oder zu erzwingen.

Frankreichs Radsport-Legende Bernard Hinault hatte zuletzt bereits den Ausschluss des Briten gefordert. Froome hatte zuletzt beim britischen Sky noch gesagt, er habe "jedes Recht" an der Tour teilzunehmen.

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