Mit der 17. Etappe betritt die Tour de France regeltechnisch Neuland. Ein Gridstart wie in der Formel 1 soll für mehr Spannung sorgen. Danach geht es über drei Berge.

Mini-Etappe, maximales Spektakel: Ein Rennen wie dieses hat die Tour de France in ihrer 115-jährigen Geschichte noch nicht erlebt.

Die großen Favoriten wie der Niederländer Tom Dumoulin ("Ich freue mich sehr darauf") fiebern dem "Bergsprint" (zum LIVETICKER) in den Pyrenäen entgegen, der im Kampf um das Gelbe Trikot eine Vorentscheidung bringen könnte.

Der große Rest der "Durchschnitts-Profis" und Sprinter bibbert vor den immensen Anforderungen und stellt sich auf einen harten Kampf gegen das Zeitlimit ein. (SERVICE: Die Gesamtwertung der Tour de France)

Führender der Tour de France startet von vorn

Dabei hält der Start ein Novum in der Tour-Geschichte bereit. Wie in der Formel 1 wird der Gesamtführende das Feld auf die Etappe führen. Dahinter stellen sich die nächstfolgenden Fahrer der Top 10 etwas nach hinten versetzt auf. Es folgen in zwei weiteren Fünferreihen die Fahrer auf den Positionen elf bis 20 - und dann der Rest des Feldes in weiteren 20er Gruppen.

Die Fahrer starten aber zeitgleich. Das heißt, es gibt keine Zeitintervalle, in denen die einzelnen Fahrer starten. 

Anschließend warten in den folgenden rund zweieinhalb Stunden Fahrzeit drei mächtige Bergwertungen, verteilt auf nur 65 Kilometern: Das ist nicht mehr knackig, das ist schlichtweg brutal. Sofort nach dem Start beginnt der Anstieg über 1000 Höhenmeter auf die Montee de Peyragudes (1. Kategorie). "Schon da wird irgendwer auf jeden Fall attackieren", sagt Dumoulin.

Harter Schlussanstieg auf der 17. Etappe

Nach kurzer Abfahrt wartet der giftige Col de Val Louron-Azet, ehe der eigentliche Hammer den so kurzen wie schmerzhaften Renntag beendet: Der Schlussanstieg auf den 2215 m hohen Col du Portet (Hors Categorie) - 16 km lang und im Schnitt 8,7 Prozent steil - ist vielleicht sogar härter als jener ins legendäre L'Alpe d'Huez. "Einige werden da einbrechen", sagt Tour-Streckenchef Thierry Gouvenou: "Dieser Pass hat die schwersten Haarnadelkurven Frankreichs nach dem Mont Ventoux."

Saint-Lary-Soulan ist zum elften Mal Etappenziel bei der Tour, die bisherigen zehn Bergankünfte endeten aber jeweils auf dem ebenfalls zur 900-Einwohner-Gemeinde gehörenden Pla d'Adet, zuletzt 2014 mit dem Polen Rafal Majka als Sieger. Nun feiert der Col du Portet Premiere, auf dessen Passhöhe der traditionell am höchstgelegenen Punkt einer jeden Tour vergebene Bergpreis "Souvenir Henri Desgrange" ausgefahren wird.

Auch in dieser Hinsicht ist dieses durchaus diskutable Etappen-Experiment also der Höhepunkt der 105. Frankreich-Rundfahrt.   

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TV/ Livestream: Eurosport / ARD

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