Le Tour de France 2016 - Stage Seven Mit seinem Triumph auf der fünften Etappe der Baskenland-Rundfahrt übernimmt Emanuel Buchmann die Gesamtführung
Le Tour de France 2016 - Stage Seven Mit seinem Triumph auf der fünften Etappe der Baskenland-Rundfahrt übernimmt Emanuel Buchmann die Gesamtführung © Getty Images
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Emanuel Buchmann spricht vor dem Start der Tour de France bei SPORT1 über sein gestiegenes Selbstbewusstsein und seine Ziele für die Große Schleife.

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Als die Tour 1987 zum bislang letzten Mal in Deutschland startete, war Emanuel Buchmann noch gar nicht geboren.

Vor dem Grand Depart 2017 in Düsseldorf am Samstag (ab 15.15 Uhr im LIVETICKER) ist der 24-Jährig die deutsche Rundfahrt-Hoffnung.

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Bei seinem Tour-Debüt 2015 ließ der Fahrer der deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe mit einem bemerkenswerten dritten Platz auf der Etappe über den Tourmalet aufhorchen.

In diesem Jahr gehört der Ravensburger zu den Favoriten auf den Gewinn des Weißen Trikots für den besten Jungprofi.

Im SPORT1-Interview spricht Buchmann über die Vorbereitung, seine Ziele und das Besondere am Start der Tour in Düsseldorf.

SPORT1: Überwiegt vor dem Tour-Start in der Heimat die Nervosität oder die Vorfreude?

Emanuel Buchmann: Ein bisschen Nervosität ist schon noch dabei. Aber es ist ja schon meine dritte Tour, das ist schon ein Unterschied. Jetzt weiß man schon ein bisschen, was auf einen zu kommt.

SPORT1: Bei der Dauphine Libere haben Sie als Siebter ziemlich gut abgeschnitten. Haben Sie sich das zugetraut - oder waren Sie selbst etwas überrascht?

Buchmann: Ich wusste auf jeden Fall, dass ich sehr gut drauf bin, vom Training her. Aber dass ich wirklich ganz vorne mitfahren kann, mit den Allerbesten, hätte ich eigentlich nicht gedacht. Das hat mich auch ein bisschen überrascht.

SPORT1: Was für einen Schub gibt dieses Abschneiden für die Tour?

Buchmann: Es hat auf jeden Fall sehr viel Selbstbewusstsein gegeben für die Tour. Ich weiß, dass ich einer super Form bin. Mal sehen, was in den drei Wochen passiert.

SPORT1: Sie waren als Edelhelfer für Ihren Teamkapitän Rafal Majka angedacht. Hat sich diese Situation jetzt geändert?

Buchmann: Ich bin weiterhin als Helfer für Rafal angedacht. Man weiß natürlich nie, was in drei Wochen passiert. Aber es ist nicht geplant, dass ich selber auf die Gesamtwertung fahre oder so.

SPORT1: Was ist Ihr persönliches Ziel - und was trauen Sie ihrem Kapitän Majka zu?

Buchmann: Ich will einen richtig guten Job machen und Rafal in den Bergen unterstützen, um ihm zu einem richtig guten Ergebnis in der Gesamtwertung verhelfen. Ich denke, dass er unter die ersten Fünf in der Gesamtwertung fahren kann. Aber es wäre schön, wenn ich auf einer Etappe um den Sieg kämpfen kann. Dafür habe ich auch die Form, um bei einer Etappe vorne mitfahren zu können. Dann wird man sehen.

SPORT1: Und in Zukunft - trauen Sie sich einen Gesamtsieg bei der Tour de France zu?

Buchmann: Ich denke, das ist ein bisschen hochgegriffen. Aber ein Platz unter den ersten Zehn ist mein Ziel für die nächsten Jahre.

SPORT1: Wie ist der Kontakt zu den anderen deutschen Fahrern im Feld?

Buchmann: Bei einer Tour, die drei Wochen dauert, redet man immer mal wieder mit den deutschen Fahrern, wenn es ruhig ist oder vor dem Start. Tony Martin beim Prolog am Samstag ist natürlich der Sieg zuzutrauen. Ich würde es ihm auch gönnen. Und mit Degenkolb, Kittel und Greipel sind drei Top-Sprinter am Start, die alle mehr als eine Etappe gewinnen können.

SPORT1: Ist es etwas Besonderes, dass der Start der Tour in Düsseldorf ist?

Buchmann: Das ist eine richtig tolle Sache für den deutschen Radsport und etwas ganz Besonderes für mich und unsere deutsche Mannschaft hier zu starten, mit den ganzen deutschen Fans. Das ist ein Meilenstein, und zeigt, dass es bergauf geht für den deutschen Radsport. Auch mit der Rückkehr der Deutschland-Tour, die im nächsten Jahr stattfinden soll.