© SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/ Getty Images/ Picture Alliance
Lesedauer: 5 Minuten

München - Die Tour de France 2017 verspricht ein Spektakel und Spannung bis zur letzten Sekunde. Kann Chris Froome zum vierten Mal siegen? SPORT1 stellt die Favoriten vor.

Anzeige

Tränen, Triumphe und Tragödien sind die Schlagworte für das größte Spektakel im Radsport. Am kommenden Samstag, 1. Juli (täglich im LIVETICKER) startet die Tour de France in ihre 104. Auflage.

Fünf Bergetappen mit drei Bergankünften, fünf Mittelgebirgsetappen, neun Flachetappen und zwei Einzelzeitfahren sind der Gradmesser für die Pedaleure und entscheiden darüber, wer sich am 23. Juli auf dem Champs-Elysees das begehrte Maillot jaune überstreifen darf und in einem Atemzug mit Bernard Hinault, Eddy Merckx, Miguel Indurain und Greg LeMond genannt wird.

Anzeige

SPORT1 stellt die Favoriten für die Tour de France 2017 vor - ein deutscher Coup 20 Jahre nach Jan Ullrichs Tour-Triumph ist dabei illusorisch.

Chris Froome:

Der Brite ist der dominierende Fahrer der letzten Jahre bei der Tour. Schon dreimal stand er am Ende der Frankreich-Rundfahrt ganz oben. Froomes größte Stärke ist das Zeitfahren, aber auch am Berg zeigt er kaum Schwächen.

Christopher Froome
Christopher Froome © Getty Images

Unvergessen sind die Bilder von Froome aus dem vergangen Jahr, wie er ohne Rad den Berg hochläuft. Aber selbst dieses Handicap hielt ihn nicht davon ab, zum dritten Mal die Tour zu gewinnen. In diesem Jahr gewann Froome aber noch kein einziges Rennen und belegte bei der Dauphine nur Rang vier. Trotzdem ist vor allem der 32-Jährige der Mann, den es zu schlagen gilt.

Nairo Quintana:

Der Kolumbianer stand schon häufiger auf dem Podium in Paris, doch der Sprung nach ganz oben blieb dem Movistar-Fahrer bisher verwehrt. Zu oft machte Quintana das Zeitfahren kurz vor Schluß der Tour einen Strich durch die Rechnung. Doch in diesem Jahr sind es nur 36 Zeitfahrkilometer.

CYCLING-ITA-GIRO
CYCLING-ITA-GIRO © Getty Images

"Ich fühle mich gut und sollte in den kommenden Tagen noch stärker werden", sagt der 27-Jährige. Im Vorjahr war er bei der Vuelte nicht zu schlagen, beim Giro d'Italia 2017 wurde Quintana Zweiter. Allerdings muss er diese Form auch bis zur letzten Tourwoche konservieren, um endlich den langersehnten Gesamt-Sieg zu holen.

Richie Porte:

Lange Jahre war Porte der Edelhelfer von Chris Froome und verhalf dem Sky-Fahrer zu zwei Triumphen bei der Tour. Im vergangenen Jahr war der 32-Jährige der Einzige, der Froome im Hochgebirge Paroli bieten konnte.

In diesem Jahr gewann Porte bereits die Tour Down Under und die Tour de Romandie. Er scheint gerüstet für die kräftezehrenden Strapazen während der dreiwöchigen Rundfahrt, doch Pannen und Stürze, wie im vergangenen Jahr, sollte sich der Australier dabei nicht mehr erlauben.

Alberto Contador:

2007 und 2009 gewann der Spanier die Tour. Doch seit seiner Doping-Sperre konnte der 34-Jährige keinen Sieg hinzufügen. Bei der Tour-Generalprobe, der Dauphine, wurde Contador nur Elfter und hatte 5:20 Minuten Rückstand auf Überraschungssieger Jakub Fuglsang.

2017 ist wahrscheinlich Contadors letzter Versuch, doch noch das dritte Mailott Jaune zu holen. Zur Erinnerung: Sein Toursieg 2010 wurde ihm aberkannt.

Außenseiter:

Romain Bardet: Die Franzosen lechzen auch 32 Jahre nach dem Sieg von Bernard Hinault nach einem Nachfolger. Der Zweitplatzierte des Vorjahres trägt die Hoffnungen der Grande Nation auf seinen Schultern.

Bardets Schwäche, das Zeitfahren, wird ihn in diesem Jahr weniger Zeit kosten. Geht der Franzosen-Fluch also 2017 zu Ende?

Romain Bardet ist der französische Hoffnungsträger
Romain Bardet ist der französische Hoffnungsträger © Getty Images

Jakob Fuglsang: Der Däne vom Astana-Team gewann die Dauphine und kommt als ehemaliger Mountainbiker vor allem in den Bergen gut zurecht. Im vergangen Jahr landete der 32-Jährige aber nur auf Rang 52. Doch mit seinem Coup bei der Tour-Generalprobe hat sich Fuglsang endgültig in den erweiterten Favoritenkreis katapultiert.

Alejandro Valverde: Der Movistar-Fahrer ist der Edelhelfer von Nairo Quintana. Sollte der Kolumbianer schwächeln, würde der 37-Jährige zum Kapitän aufsteigen und versuchen den Sieg zu holen. Vor allem bei den Frühjahrs-Klassikern trumpfte Valverde in diesem Jahr auf, bei der Dauphine landete er immerhin vor Contador.

Daniel Martin: Im vergangenen Jahr landete der Ire auf Rang neun. Bei der Dauphine landete er auf Rang drei – Platzierungen, die ihn auf dem Favoritenzettel erscheinen lassen. Doch es bleibt abzuwarten, ob Martin diese Form über die drei Tour-Wochen halten kann.

8th Tour of Oman 2017 - Stage Five
8th Tour of Oman 2017 - Stage Five © Getty Images

Fabio Aru: Der Italiener gewann 2015 die Vuelta und fuhr im vergangenen Jahr auf Rang 13 bei der Tour. In diesem Jahr holte er sich den italienischen Meistertitel. Mit 26 Jahren hat Aru noch seine beste Zeit vor sich und muss sich die Kapitänsrolle mit Fuglsang teilen. Doch auch er wird die Streckenplanung mit den wenigen Zeitfahrkilometern mit Freude aufgenommen haben.

Louis Meintjes: Der 25-Jährige landete bei der vergangenen Tour bereits auf dem achten Rang. Auch bei der Dauphine belegte er den achten Platz. Man muss den Südafrikaner auf dem Zettel haben, aber für den großen Wurf ist es wohl noch zu früh.