Aderlass-Verfahren eröffnet - Mark S. verzichtet beim Prozessauftakt auf Aussage
Dopingermittlungen: Weitere Sportler im Visier - kein Bezug zu Mark S. © Imago
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Am 4. Tag des Prozesses gegen Mark S. vor dem Landgericht München II. erklärt der österreichische Chefermittler, dass die Operation Aderlass noch viel größere Kreise zieht.

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Im Zuge der Ermittlungen rund um die Operation Aderlass sind offenbar weitere Personen ins Visier der Dopingjäger geraten.

"Die Ermittlungen in Österreich sind bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Ich hatte kürzlich wieder Einvernahmen von drei Beschuldigten", sagte der österreichische Chefermittler Franz Schwarzenbacher am vierten Tag des Prozesses gegen Mark S. vor dem Landgericht München II.

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Allerdings hätten diese Personen keinen direkten Bezug zum Erfurter Sportmediziner, dem die Staatsanwaltschaft umfangreiche Dopingpraktiken über mehrere Jahre vorwirft.

Doping-Prozess: So lief die Operation Aderlass

Schwarzenbacher gab zudem einen detaillierten Einblick in die Tätigkeit der Ermittler. Dazu gehörten Telefon- und Kommunikationsüberwachung der Verdächtigen sowie auch Beschattungen.

Letztlich seien 80 Beamte bei der aufsehenerregenden Razzia bei der nordischen Ski-WM in Seefeld im Februar 2019 eingesetzt worden - darunter auch die österreichische Spezialeinheit Cobra. "Nicht, weil wir uns vor den 'Tätern' gefürchtet haben, sondern weil das Apartment von einer dicken Eisentür beschützt war", sagte Schwarzenbacher.

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Bereits 2014, als der österreichische Langläufer und spätere Kronzeuge Johannes Dürr erstmals als Dopingsünder überführt wurde, sei eine Beziehung zwischen ihm und dem Hauptangeklagten bekannt geworden.

Dürr hatte jedoch damals erklärt, niemals Dopingmittel von S. erhalten zu haben. Erst im Anschluss an die ARD-Dokumentation, in der Dürr Doping gestand, habe dieser bei den Ermittlern eine weitreichende Aussage gemacht, die der Start der gemeinsamen Untersuchung österreichischer und deutscher Behörden gewesen sei.