Noch sind Chris Froome (l.) und Egan Bernal (r.) Teamkollegen
Noch sind Chris Froome (l.) und Egan Bernal (r.) Teamkollegen © Getty Images
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München - Chris Froome glaubt trotz seines Horrorsturzes von vor einem Jahr noch an den Tour-Rekord. Um den zu knacken, könnte er bald sein Team verlassen und in Israel anheuern.

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Vor einem Jahr noch musste Chris Froome um seine Karriere bangen.

Bei einem schweren Trainingssturz brach sich der Brite im Juni 2019 einen Oberschenkel, die Hüfte, einen Ellenbogen und mehrere Rippen. Zwischenzeitlich lag der Rad-Superstar sogar auf der Intensivstation. Den Start bei der Tour de France musste er absagen.

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Doch in diesem Jahr ist sein Ehrgeiz wieder erwacht. "Mein Ziel ist es, häufiger die Tour de France zu gewinnen, als alle anderen", gab er sich im April in einem Interview mit L'Équipe angriffslustig. "Das wäre das perfekte Szenario."

Froome will Tour-Rekordsieger werden

Viermal hat Froome das schwerste und prestigeträchtigste Radrennen der Welt schon gewonnen, vier Fahrer stehen in der Rekordliste mit je einem Sieg mehr noch über ihm: Eddy Merkcx, Jacques Anquetil, Miquel Indurain und Bernard Hinault. Die sieben Siege von Dopingsünder Lance Armstrong wurden im Nachhinein alle gestrichen.

Doch auch die Marke von sechs Triumphen dürfte sich als schwere Mission erweisen. Denn erstens ist Froome mit 35 Jahren nicht mehr im allerbesten Rad-Alter, zweitens ist noch nicht klar, wie sehr ihn sein Sturz vor einem Jahr bei einer dreiwöchigen Rundfahrt voller Strapazen noch beeinträchtigt - und drittens ist er nicht mehr der große Chef in seinem Team Ineos.

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Neubeginn bei Israel Start-Up Nation?

Deswegen überlegt er offenbar ernsthaft, den Rennstall, der früher Sky hieß, zu verlassen und bei einem anderen Team anzuheuern. Wie mehrere internationale Medien berichten, soll das israelische Team Israel Start-Up Nation das favorisierte Ziel des Briten sein.

Dieser Rennstall wiederum ist nicht neu, er hat nur den Namen gewechselt. Israel Start-Up Nation hat die WorldTour-Lizenz vom Team Katusha Alpecin übernommen und sei nach einem Bericht der britischen Tageszeitung The Times bereit, Froome mit 5,5 Millionen Euro pro Jahr zum bestverdienenden Radprofi der Welt zu machen.

Beim Team des deutschen Sprinters André Greipel würde Froome demnach einen Dreijahresvertrag unterschreiben. 

Dort sieht er offenbar mehr Chancen, die Tour zu gewinnen, als in seinem jetzigen Team.

Bernal und Thomas vor Froome

Dort fährt nicht nur sein Landsmann Geraint Thomas, der ihn 2018 im internen Duell besiegte und die Tour gewann, sondern mit Egan Bernal auch noch der letztjährige Sieger der "Grande Boucle".

Der Kolumbianer ist der eigentliche Grund, warum es Froome noch einmal woanders wissen will. Denn Bernal hat mit seinen 23 Jahren die Zukunft noch vor sich und dürfte von einem alternden Froome in der Hierarchie nicht mehr von der Spitze zu verdrängen sein. Zumal der Kolumbianer offensichtlich nicht gewillt ist, seine Ansprüche zurückzuschrauben.

"Ich habe (die Tour, Anm. d. Red.) einmal gewonnen und ich werde keine Gelegenheit auslassen, sie noch einmal zu gewinnen", wird Bernal von der BBC zitiert.

Diese Ansage dürfte bei Froome womöglich die letzten Zweifel an einer Flucht nach Israel beseitigt haben.

Wegen der Coronavirus-Pandemie startet die diesjährige Tour de France erst am 29. August. Sie könnte zum großen Duell der Generationen werden.