Maximilian Levy (r.) gewann bei Olympischen Spielen drei Medaillen
Maximilian Levy (r.) gewann bei Olympischen Spielen drei Medaillen © Getty Images
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Ex-Weltmeister Maximilian Levy beklagt, dass der schwere Unfall von Kristina Vogel kaum aufgearbeitet wurde. Deshalb gebe es kein Umdenken im Bahnradsport.

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Nach Ansicht des Bahnrad-Profis Maximilian Levy hat selbst der schwere Unfall, der zur Querschnittslähmung der zweimaligen Olympiasiegerin Kristina Vogel geführt hat, nicht zu einem notwendigen Umdenken geführt.

"Im Radsport vermisse ich die Aufarbeitung", sagte Levy den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Im Moment arbeitet nur die Staatsanwaltschaft den Unfall auf und die ist noch nie auf einem Fahrrad mit 60 Stundenkilometer durch eine Kurve gefahren".

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Situationen wie jene, die zum folgenschweren Vogel-Unfall geführt hatte, gebe es im Training "sehr oft und sehr oft gehen sie glücklicherweise gut aus", meinte Levy: "Eine Aufarbeitung oder ein neues Regelbuch habe ich bis heute nicht gesehen."

Allerdings ist der 31-Jährige ohnehin skeptisch, ob ein solches neues Regelbuch überhaupt hilfreich wäre. "Wenn einer über Rot fährt, fährt er über Rot. Da können wir hundertmal sagen, das war falsch", sagte Levy: "Man könnte die Trainer sensibilisieren und in den Seminaren weiter vermitteln. Aber es ist menschliches Versagen, wenn jemand losfährt und nicht hinguckt. Dass einer einen Fehler macht, wirst du nicht verhindern können."

Die Erfurterin Vogel war am 26. Juni beim Training auf der Betonbahn in Cottbus mit 60 km/h mit einem niederländischen Fahrer kollidiert, der sich ebenfalls auf der Radrennbahn befand. Ihr Rückenmark wurde am siebten Brustwirbel durchtrennt. Kurz vor Weihnachten verließ sie das Unfallkrankenhaus Berlin, gemeinsam mit ihrem Freund Michael Seidenbecher plant sie derzeit den Umbau des gemeinsamen Hauses.