Miriam Welte gewann mit ihrer neuen Partnerin Emma Hinze die Bronzemedaille
Miriam Welte gewann mit ihrer neuen Partnerin Emma Hinze die Bronzemedaille © Getty Images

Bei den European Championships holen die deutschen Bahnradfahrer drei Medaillen. In Gedanken ist vor allem Miriam Welte bei ihrer langjährigen Partnerin Kristina Vogel.

Dreimal Bronze gewonnen, an Kristina Vogel gedacht: Bei den ersten Medaillengewinnen der deutschen Bahnradsportler bei den European Championships in Glasgow fuhr die schwer verunglückte Olympiasiegerin in den Gedanken mit.

Besonders für ihre langjährige Partnerin Miriam Welte war der Auftritt ohne Vogel ein emotionales Erlebnis. "Es war immer unser gemeinsamer Traum, Europameister zu werden. Dass es diesmal wieder nicht klappt, ist unter den bekannten Umständen extrem traurig," sagte die Pfälzerin.

Für ihre neue Partnerin Emma Hinze hatte Welte nach dem gemeinsamen Sieg im kleinen Finale der Teamsprinterinnen gegen die Niederlande aber ein großes Lob parat: "Emma hat sich eingefuchst, stark gekämpft und die Medaille verdient. Schließlich trainieren wir erst seit zweieinhalb Wochen zusammen."  

Welte im Gedanken bei Vogel

Doch klar ist: Hinze kann derzeit noch nicht mehr als eine Sportpartnerin für Welte sein. Vogel, die eine schwere Wirbelsäulenverletzung erlitt und im Unfallklinikum Berlin behandelt wird, war ihr auch privat sehr nahe, eine echte Freundin eben.

"Elf Jahre lang haben wir immer das Zimmer geteilt und unendlich viel gemeinsam unternommen. Das ist da, und das wird bleiben", sagte die 31-Jährige, auf deren Pedalriemen "#staystrongkristina" stand.

Ein Gruß an Vogel, die das Rennen via TV verfolgt haben soll. Zu Gerüchten, Welte und Vogel hätten unmittelbar vor dem Rennen Kontakt gehabt, wollte die Pfälzerin keine Stellung nehmen. "Das kommentiere ich nicht, das gehört nicht in die Öffentlichkeit", sagte Welte dem SID.

Kröger: "Sie ist jeden Tag Gesprächsthema"

Auch Mieke Kröger hielt nach dem dritten Platz in der Teamverfolgung im allgemeinen Jubel mit den Mannschaftskolleginnen inne. "Uns nimmt diese Sache mit Kristina immer noch sehr mit. Irgendwie ist sie auch jeden Tag ein Gesprächsthema", sagte sie (Der Zeitplan der European Championships).

Die 27-Jährige Vogel hatte am 26. Juni in Cottbus bei einem Trainingssturz eine schwere Wirbelsäulenverletzung erlitten. Sie wird seither im Unfallklinikum behandelt und konnte die Intensivstation mittlerweile verlassen. Über möglicherweise bleibende Folgen der Verletzung ist bislang nichts bekannt.

Deutscher Rekord für Verfolgerinnen

Kröger und ihre Teamkolleginnen Charlotte Becker, Lisa Brennauer und Gudrun Stock setzten sich nicht nur im "kleinen Finale" gegen Polen durch, sie stellten dabei mit 4:23,105 Minuten auch einen deutschen Rekord auf.

"Das war ein weiterer guter Schritt auf dem Weg Richtung Olympia 2020 in Tokio. Irgendwann wollen wir auch mal unter 4:20 fahren, wir haben noch Luft nach oben", sagte Stock.  

Männer verpassen Bronze 

Dies gilt auch für die männlichen Kollegen, die im Teamsprint ebenfalls den dritten Platz belegten. In der Mannschafts-Verfolgung scheiterte das Quartett des Bundes Deutscher Radfahrer (BDB) beim Griff nach der Bronzemedaille an Großbritannien und musste mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden sein.

"Irgendwie sind wir im Moment auf vierte Plätze gebucht. Aber vom Weltmeister geschlagen zu werden, ist schon in Ordnung. Zumal unsere Vorbereitung etwas schleppend verlief", sagte Nils Schomber verhalten enttäuscht.

Keine Medaillen gab es für den BDR in den Scratch-Wettbewerben. Lisa Küllmer aus Cottbus belegte im Frauenrennen den elften Platz, die Entscheidung bei den Männern fand ohne deutsche Beteiligung statt.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Samstag (10  Uhr) mit der Qualifikation in der Einzelverfolgung und dem Sprint bei den Frauen sowie dem Zeitfahren der Männer fortgesetzt.