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Tony Martin findet wenige Tage vor Beginn der Tour de France harte Worte für die Verantwortlichen der Rundfahrt. Besonders kritisch sieht er die Sprintankünfte.

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Radstar Tony Martin hat die Organisatoren der Tour de France dafür kritisiert, bei den Sprintankünften zu gefährliche Streckenführungen zu wählen und dabei womöglich bewusst die Gesundheit der Fahrer aufs Spiel zu setzen. "Ich weiß nicht, ob da gewisse Sachen provoziert werden sollen", sagte der Katusha-Teamkollege von Sprintstar Marcel Kittel dem SID: "Stürze bedeuten Spektakel, bedeuten mehr Zuschauer - das kann man sich zusammenreimen."

Schon bei der ersten Etappe am Samstag drohen Zwischenfälle. "Gerade die erste Anfahrt findet auf extrem schmalen Straßen statt, wo man auf den hinteren Positionen kaum noch Chancen hat zu agieren. Das provoziert Positionskämpfe und Stürze", sagte der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Martin, der bis kurz vor dem Ziel Tempo für Kittel machen soll.

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Kittel, der auf der ersten Etappe nach dem Gelben Trikot greift, hatte sich bereits öffentlich über die gefährlichen Streckenführungen beschwert.

Die Probleme seien "teilweise hausgemacht" und vermeidbar, kritisierte Martin: "Wir haben gesehen, dass es andere Zufahrtsmöglichkeiten gibt, gerade zum ersten Ziel, mit größeren und schöneren Straßen."

Martin kritisiert Froome-Affäre  

Äußerst kritisch bewertet Martin die Asthmamittel-Affäre um den viermaligen Tour-Champion Christopher Froome. "Er hat unter Dopingverdacht stehend den Giro d'Italia gewonnen, eines der größten Radrennen der Welt. Wir machen uns ja im Radsport komplett lachhaft und unglaubwürdig", sagte Martin in einer Presserunde am Donnerstag.

Froome hätte den positiven Salbutamol-Befund bei der Vuelta früher bekanntmachen müssen, vor allem aber die zähe Urteilsfindung durch den Weltverband UCI bemängelte Martin. Der Radsport habe durch den Fall Froome "definitiv" Schaden genommen: "Dadurch wird ein Schatten auf der ganzen Tour liegen, wahrscheinlich auch über jedem Rennen, bei dem Froome künftig starten wird."