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CYCLING-ITA-GIRO © Getty Images
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Christopher Froome wird von der UCI freigesprochen. Der Radsport-Weltverband stellt die Ermittlungen in der Doping-Affäre ein. Auch die Tour knickt inzwischen ein.

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Grünes Licht für den Kampf um Gelb.

Der britische Radsport-Star Christopher Froome hat fünf Tage vor dem Start der 105. Tour de France (vom 7. bis 29. Juli bei SPORT1 im LIVETICKER) den wichtigsten Etappensieg seiner Karriere gefeiert. In der seit mehr als neun Monaten schwelenden Asthmamittel-Affäre verkündete der Weltverband UCI am Montag die Entscheidung - und sprach Froome von jeglichem Fehlverhalten frei.

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Auch der Tour-Veranstalter ASO erteilte Froome kurz darauf die Startfreigabe für das wichtigste Radrennen der Welt. Froome bietet sich damit die Möglichkeit, um seinen fünften Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt zu kämpfen und zu den Rekordhaltern Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain aufzuschließen.

Umstrittener Froome nach Freispruch erleichtert

Froome reagierte mit großer Erleichterung. "Ich bin sehr zufrieden, dass die UCI mich entlastet hat", sagte der gebürtige Kenianer, der von einem "wichtigen Moment" für den Radsport sprach. Er habe nie Zweifel am Ergebnis der Ermittlungen gehabt, "aus dem einfachen Grund, weil ich nichts falsch gemacht habe. Ich leide seit meiner Kindheit an Asthma. Ich kenne die Regeln bezüglich der Medikation genau."

Gegen den 33 Jahre alten Briten lief seit Monaten eine Untersuchung aufgrund eines positiven Dopingtests auf das Asthmamittel Salbutamol während der Spanien-Rundfahrt 2017. Die Werte des späteren Vuelta-Siegers lagen um das Doppelte über dem erlaubten Grenzwert.

UCI misst mit zweierlei Maß

Die UCI stützte sich in ihrer Begründung wesentlich auf Einschätzungen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Präzise Angaben dazu, wie es zu dieser erhöhten Konzentration kam bzw. wie Froome den Wert rechtfertigte, machte der Verband keine.

In der Vergangenheit waren die Italiener Diego Ulissi und Alessandro Petacchi in ähnlich gelagerten Fällen sanktioniert worden. 

Doping-Experte kritisiert Froome-Urteil

Leidtragender der unsäglichen Affäre ist für den Nürnberger Anti-Doping-Experten Fritz Sörgel ohnehin der Radsport in seiner Gesamtheit. "Das Problem beim Radsport ist jeder neue Fall, und gerade der mit Froome, also dem erfolgreichsten Radfahrer seit Armstrong, wirft den Sport um zehn Jahre zurück", sagte der Pharmakologe der Funke-Mediengruppe.

Sörgel sieht aber auch den Anti-Doping-Kampf beschädigt: "Natürlich: Einen Sonderfall in den Sonderfällen kann es immer geben, aber wenn man so an die Dopingproblematik rangeht – dann steuern wir schnurstracks in die traurigen Anfänge zurück." Wenn die Wada "hier nachgibt, müsste sie ja auch rechtfertigen, warum sie andere Sportler verfolgt. Und andererseits: wenn es keine Fälle gibt und Salbutamol wie mit einem Salzstreuer unter die Athleten verteilt wird, dann funktioniert das System mit den Grenzwerten nicht."

Froomes Teilnahmen an Rennen wie zuletzt bei seinem Sieg beim Giro d'Italia waren wegen der ungeklärten Affäre höchst umstritten. Nach dem UCI-Entscheid muss Froome nun nicht mehr die Aberkennung seiner Titel bei Vuelta und Giro fürchten.

Er sei froh, dass der Fall nun abgeschlossen sei. "Diese Entscheidung bedeutet einen Schlussstrich. Jetzt können wir den Blick nach vorne richten und uns auf die Tour de France fokussieren."

Tour de France: Team Sky siegessicher

Ähnlich äußerte sich Dave Brailsford, Teamchef von Froomes Sky-Team: "Chris hat bewiesen, dass er ein großartiger Champion ist - nicht nur auf dem Rad", sagte Brailsford, der Froomes Verhalten in den vergangenen Monaten als "beispielhaft" bezeichnete: "Das größte Radrennen der Welt startet in fünf Tagen. Wir können es kaum erwarten, dass es losgeht und Chris zu seinem fünften Titel zu verhelfen."

Froome wird am Samstag auf der Ile de Noirmoutier an der Atlantikküste mit der Startnummer "1" in die wichtigste Rundfahrt des Jahres rollen können.

Noch am Sonntag hatte die Tageszeitung Le Monde berichtet, dass die ASO Froomes Teilnahme verbieten wolle. Hintergrund war Artikel 28 der ASO-Regularien, der der Organisation das ausdrückliche Recht einräumt, einem Fahrer oder einem Team das Startrecht zu verweigern, wenn dadurch das Ansehen der ASO oder eines ihrer Rennen beschädigt wird. 

Die zähe Entscheidungsfindung sorgte zuletzt für immer größeren Unmut im Peloton. "Es ist ätzend und geht mir voll auf den Zeiger", schimpfte etwa der deutsche Sprint-Star Marcel Kittel nach dem Straßenrennen bei den deutschen Meisterschaften am Sonntag: "Es ist echt scheiße, weil es sich ewig hinzieht."

Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, der ebenfalls das zähe Verfahren anprangerte, sprach von einem "dunklen Schatten" über der Rundfahrt. Gänzlich wird der dieser auch durch Froomes Freispruch nicht verschwinden.

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