Tony Martin musste sich nur Rohan Dennis geschlagen geben
Tony Martin wurde zum achten Mal deutscher Meister im Zeitfahren © Getty Images

Bei den deutschen Meisterschaften im Zeitfahren ist Tony Martin zum siebten Mal in Folge das Maß aller Dinge. Seine Leistung macht Hoffnung für die Tour de France.

Radprofi Tony Martin hat zum siebten Mal in Folge und zum achten Mal insgesamt den deutschen Meistertitel im Zeitfahren geholt und sich eine Woche vor dem Start der Tour de France in ganz starker Form gezeigt.

Der 33-Jährige setzte sich im südhessischen Einhausen im 45 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr in 51:23 Minuten durch.

"Ich bin mit Vollspannung angereist. Letztes Jahr war der Meisterschaftskampf sehr eng und ich wusste nicht, wie es diesmal laufen würde", sagte Martin. Im Laufe des Rennens sei seine Überzeugung jedoch zurückgekehrt.

"Der alte Tony ist wieder da"

"Unterwegs merkte ich, dass meine Wattwerte besser waren als vor drei Jahren. Und nach der ersten  Runde wusste ich: Der alte Tony ist wieder da", jubelte er.

Bei seinem ersten Saisonsieg auf dem dreimal zu fahrenden Rundkurs lag der Cottbuser 1:02 Minuten vor dem zweitplatzierten Freiburger Jasha Sütterlin. Nikias Arndt (Buchholz) hatte als Dritter bereits 1:31 Minuten Rückstand auf den viermaligen Weltmeister, der 2012 bei den Olympischen Spielen in London Silber im Einzelzeitfahren gewonnen hatte.

Bei den Frauen holte sich Lisa Brennauer ihren dritten Titel nach 2013 und 2014. Die 30 Jahre alte Allgäuerin aus Kempten setzte sich über die 30-km-Distanz in 38:40 Minuten vor Titelverteidigerin Trixi Worrack (Cottbus) durch, die ihre dritte Meisterschaft in Folge um 18 Sekunden verpasste.

Selbstvertrauen nach Giro-Coup

Seit 2010 ist Tony Martin bei der DM das Maß der Dinge, nur 2011 hieß der Sieger Bert Grabsch. Nach einem enttäuschenden Vorjahr und einer mauen Klassikersaison hatte sich Martin mit einem zweiten Platz im Zeitfahren beim Giro zurückgemeldet, hatte sogar Weltmeister Tom Dumoulin (Niederlande) hinter sich gelassen.

"Ich bin wieder bei den absolut besten Fahrern der Welt", sagte Martin damals: "Das gibt mir viel Selbstvertrauen." Das bekam die Konkurrenz in Einhausen deutlich zu spüren.

Am Samstag (16.00 Uhr) wird der Titel im Straßenrennen der Frauen vergeben. Das Männerrennen über 228 Kilometer beginnt am Sonntag um 11.00 Uhr. Als Favoriten gelten Marcel Kittel (Arnstadt) und Andre Greipel (Rostock). Auch John Degenkolb (Gera) werden gute Chancen eingeräumt.