Kristina Vogel verunglückte am Dienstag schwer im Training
Kristina Vogel verunglückte am Dienstag schwer im Training © Getty Images

Kristina Vogel wird nach ihrem schweren Unfall notoperiert. Der Bund Deutscher Radfahrer informiert über ihren Gesundheitszustand. Kollegen reagieren geschockt.

Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel ist nach ihrem schweren Trainingssturz am Mittwoch in Berlin erfolgreich operiert worden. Das teilten der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und das Management der 27-Jährigen mit.

"Kristina Vogel wurde im BG Klinikum Berlin in einer Not-Operation ärztlich versorgt. Diese OP ist gut verlaufen", hieß es in dem Schreiben. Die elfmalige Weltmeisterin werde weiter "intensivmedizinisch betreut. Ihr Zustand ist stabil."

Laut Bundestrainer Detlef Uibel liege Vogel im Koma. Das bestätigte der Coach der Welt. Demnach werde sich Vogel noch weiteren Operationen unterziehen müssen.

Vogels Umfeld bat weiter um Zurückhaltung. Sobald es neue Erkenntnisse zu ihrem Gesundheitszustand gebe, werde man die Öffentlichkeit informieren.

Die Erfurterin war am Dienstag beim Training auf der Betonbahn in Cottbus bei voller Geschwindigkeit mit einem Fahrer kollidiert, der sich ebenfalls auf der Radrennbahn befand. Dabei hatte sie nach ersten Angaben eine schwere Wirbelsäulenverletzung erlitten. Vogel wurde anschließend mit einem Rettungshubschrauber nach Berlin geflogen.

Deutscher Radsport steht unter Schock

DOSB-Präsident Alfons Hörmann drückte am Mittwoch sein Mitgefühl aus. "Lassen Sie uns Kristina bitte gedanklich in unsere Runde aufnehmen und für sie beten. Sie braucht das", sagte Hörmann beim Parlamentarischen Abend des Sports im Berliner Velodrom.

"Die Brutalität dieser Nachricht ist ganz schwer wegzustecken", sagte Sportdirektor Patrick Moster vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) dem SID. "Ich bin wie alle am Boden zerstört. Kristina ist eine Leitfigur im deutschen Radsport."

Dass sich mehrere Athleten im Training die Bahn teilen, ist laut Moster "eine tagtägliche Situation. Dass verschiedene Übungen gemacht werden, ist auch klar." Diese Einschätzung teilte Detlef Uibel. Der Bundestrainer war auch am Tag nach dem tragischen Vorfall tief betroffen. "Es ist schwer in Worte zu fassen", sagte Uibel, der von einem "tragischen Moment" sprach, dem SID. Ursächlich sei eine Verkettung von vielen unglücklichen Umständen. Vogel habe keine Chance gehabt, den Fahrer vor ihr zu erkennen.

Auch Bahnrad-Sprinter Maximilian Levy reagierte schockiert. "Ein ganz trauriger Tag, den wir heute überstehen mussten. Als Freund das zu erleben, ist qualvoller als jedes eigene Leiden", schrieb Levy, der am Dienstag 31 Jahre alt wurde, auf Facebook.

Vogels Teamkollegin Welte fassungslos

Vogels langjährige Teamsprint-Kollegin Miriam Welte hatte im Gespräch mit der Bild-Zeitung ihre Trauer zum Ausdruck gebracht: "Ich bin fassungslos. Das darf einfach nicht wahr sein. Ich hoffe, es wird alles wieder gut." Vogels australische Konkurrentin Anna Meares, ebenfalls mit elf WM-Titeln dekoriert, twitterte aus der Ferne Genesungswünsche: "Das sind furchtbare Nachrichten. Ich wünsche dir alles Gute."

Vogel hatte sich auf die traditionsreiche Bahnrad-Veranstaltung "Großer Preis von Deutschland" vorbereitet, die trotz des Unfalls am kommenden Wochenende stattfinden soll.