Matthias Schwab ist ein Aufsteiger der internationalen Golf-Szene
Matthias Schwab ist ein Aufsteiger der internationalen Golf-Szene © SPORT-Montage: Getty Images/Hugo Boss
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Er ist der Aufsteiger in der internationalen Golfszene: Matthias Schwab aus Österreich. Der 25-jährige kletterte im vergangenen Jahr in der Weltrangliste deutlich nach oben.

Er ist der Aufsteiger in der internationalen Golfszene: Matthias Schwab aus Österreich. Der 25-jährige kletterte im vergangenen Jahr, durch mehrere Top-Platzierungen, in der Weltrangliste deutlich nach oben und belegt aktuell den 84. Platz. Somit ist er zweitbester Österreicher und 28 Plätze vor Martin Kaymer, dem besten deutschen Golfer.

In seiner erst zweiten vollen Saison als Profi war Schwab 2019 ganze zehn Mal auf der European Tour unter den Top Ten. Bei den "Turkish Airlines Open" in Antalya verpasste er seinen ersten Turniersieg nur knapp. Im Playoff mussten Schwab und vier weitere Spieler den Sieg schließlich dem Engländer Tyrrell Hatton überlassen. Durch diese starken Platzierungen erlangte er Platz 17 in der Jahreswertung, den Einzug in die Top 100 der Welt und den "Race to Dubai".

Els sagte Schwab Durchbruch voraus

Schwabs schneller Aufstieg erlangte Aufsehen bei den Stars des Golfs. Der vierfache Major-Sieger Ernie Els lobte den jungen Österreicher in einem Instagram-Video: "Er ist noch jung. Er nimmt das Spiel ernst und arbeitet sehr gewissenhaft. Ich denke, er wird bald seinen Durchbruch schaffen". 

Es war absehbar, dass Schwab eine sportliche Karriere starten würde. Jedoch wäre eher eine im Wintersport zu vermuten gewesen. Er ist der Sohn des Olympia-Bobfahrers Andreas Schwab und wurde 1994 in Schladming, einer Skihochburg in der Steiermark, geboren. In der 6.500 Einwohner Gemeinde, die am Fuße des Hausberges Planai liegt, wurde 1982 und 2013 die alpine Ski-WM ausgetragen. Außerdem findet in Schladming jährlich der spektakuläre Weltcup-Nachtslalom der Männer, der bis zu 40.000 Zuschauer anlockt, statt. 

Früher verbrachte Matthias die Wintermonate häufig in den umliegenden Bergen und fuhr Ski mit seinen Freunden. Im Sommer wechselte er die Sportart und spielte dann Tennis und Golf. Er zeigte Talent in allen drei Sportarten, konzentrierte sich aber dann auf Golf, da er dort mit seinen Leistungen hervorstach. Aber auch jetzt im Winter, wenn die Profitour der Golfer eine Pause einlegt, steigt Schwab in seiner Freizeit noch leidenschaftlich gerne auf die Skier.

Mit nur elf Jahren hatte Schwab seinen ersten großen sportlichen Erfolg vor einem Millionenpublikum. Im Januar 2006 war er Kandidat einer Kinderwette bei "Wetten, dass..?" im ZDF.

Becker beeindruckt von Schwab

Er wettete, dass er einen Golfball mit einem Golfschläger jonglieren und dabei Einrad in einer Achterschleife fahren kann. Damit brachte Schwab seinen Wettpaten, Tennislegende Boris Becker, sowie Moderator Thomas Gottschalk zum Staunen. Er gewann die Wette souverän und erhielt dafür von Gast Ralf Schumacher ein besonderes Geschenk: Gemeinsam mit seiner Familie durfte er bei einem Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring die Boxengasse besichtigen.  

Im neuen SPORT1-Format "A round with Mark" trifft Moderator und PGA Golf Teaching und Playing Professional Mark Stevenson Persönlichkeiten aus der Welt des Sports.

In der ersten Ausgabe besuchte Stevenson Matthias Schwab in seiner Heimat Schladming. Im Gemeindeteil Rohrmoos angekommen, findet Stevenson am Haus der Familie Schwab ein Zettel an der Haustür: "Bin am Berg. MS". Dort bewies Schwab, dass er in mehreren Sportarten talentiert ist. Stevenson teetete ihm einen Ball auf, den er in seinen Skischuhen weit in die tief verschneite Landschaft schlug.

Anschließend besuchten sie die Turnhalle, in der Schwab damals für die Wette trainiert hatte. Als wären keine 14 Jahre vergangen, setzte Schwab sich auf ein Einrad und wiederholte die damalige Aufgabe – erneut ohne Fehler.  

Beharrlichkeit, Motivation und Zielstrebigkeit – Eigenschaften, die Schwab damals beim Trainieren für "Wetten, dass..?" vorantrieben, halfen ihm auch auf seinem Weg zum Golfprofi.

2010 debütierte er im Alter von 15 Jahren auf der Profi-Tour und zeigte dort sein enormes Talent. Die Austrian Open in Atzenbrugg beendete er als geteilter 32 – und das als Amateur.  

Nach seiner erfolgreichen Karriere als Amateur stand er mit der Volljährigkeit vor der Frage, ob er direkt in den Profi-Golfsport einsteigen möchte. Schwab entschied sich dagegen, da er sich noch nicht reif genug dafür fühlte. Von 2013 bis 2017 spielte er College-Golf an der renommierten Vanderbilt University in Nashville.

Rückenverletzung zwingt Schwab zur Pause

Diese Zeit will er im Nachhinein, besonders wegen der vielen Erfolge, nicht missen. Unter anderem wurde er 2016 zum besten Sportler der gesamten Universität gekürt. Jedoch musste er auch Rückschläge verkraften: 2014 zwang ihn eine Rückenverletzung zu einer elfmonatigen Pause. 

"Es war eine schwierige Zeit. Im Nachhinein war es aber auch etwas Positives. Ich habe viel Fitness trainiert und viel über meinen Körper erfahren", erzählte Schwab Stevenson bei seinem Besuch. Dabei sprach Schwab mit dem ehemaligen Profi auch über seine Stärken: "Wenn ich auf meine Statistiken schaue, bin ich ganz vorne dabei bei 'Bogeys per Round', bei der Fehlervermeidung bin ich in den Top 5 und beim kurzen Spiel um das Grün herum bin ich Zweiter".

Für das Jahr 2020 hat sich Europas große Golf-Hoffnung keine utopischen Ziele gesetzt. "Ich denke immer nur an das nächste Turnier. Für Österreich bei den Olympischen Spielen in Tokio zu spielen wäre natürlich cool", sagte Schwab.  

Nur mit Talent und viel Training wäre auch für Schwab der Sprung an die Golf-Weltspitze nicht möglich gewesen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Umfeld, bestehend aus dem Management, den medizinischen Betreuern, Trainern und Sponsoren. Bei Schwab zählt zu diesen auch das deutsche Modeunternehmen Hugo Boss. Das im schwäbischen Metzingen sitzende Unternehmen stattet den Österreicher mit der neusten und modernsten Golf-Kleidung aus.  

Mit der professionellen Ausrüstung von Boss probierten Schwab und Stevenson sich an einer Golf-Challenge. Am Simulator ermittelten die beiden den Sieger in den Herausforderungen "Nearest to the Pin" und "Longest Drive".

Obwohl Schwab bei "Longest Drive" mit dem wesentlich kleineren Driver aus Stevensons Profizeit, den 80ern, abschlagen musste, setzte sich der Youngster gegen den erfahreneren Golf-Trainer durch.