Nashwan mit Fackel und Deutschland-Fahne in der Hand
Nashwan mit Fackel und Deutschland-Fahne in der Hand © SugarJudo/SugarJudo/@JudoNashwan/Mohammed Nashwan
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Für Para-Judoka Shugaa Nashwan geht die Bedeutung der Paralympics weit über das rein Sportliche hinaus.

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Köln (SID) - Für Para-Judoka Shugaa Nashwan (Marburg) geht die Bedeutung der Paralympics weit über das rein Sportliche hinaus. Mit einer vierwöchigen Reise in sein Geburtsland Jemen und einer dort eigens veranstalteten Mini-Olympiade hat er ein erstes Zeichen gesetzt, wie durch den Sport ein Zeichen für den Frieden gesetzt werden kann. Das will er 2021 bei den Paralympics in Tokio (24. August bis 5. September) fortsetzen. 

"Ich werde dort natürlich für meine Ideale eintreten und mich dort nicht hinter den Kommerz oder den nationalistischen Gedanken stellen", kündigte der 22-Jährige im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst an: "Ich werde dem olympischen Geist mittragen, weil der durch den Frieden geprägt ist. Zu den Spielen war überall Waffenruhe. Ich würde mir wünschen, dass das bis zu den Spiele auch im Jemen der Fall ist."

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Seit Jahren herrscht im Land Bürgerkrieg, weite Teile der Familie Nashwans befinden sich dort in stetiger Lebensgefahr. Dies stimmt ihn nachdenklich. "Ich hatte selber eine Sinnkrise, wofür ich den Leistungssport überhaupt mache", sagte der blinde Judoka dem SID: "Als ich die WM gekämpft habe, befand sich meine Schwester auf der Flucht von Jemen nach Ägypten. Da hat sich der Sport so nichtig angefühlt."

Danach habe sich der Sport für ihn ein Stück weit "transformiert. Anfangs war er für mich persönlich wichtig, für meine Entwicklung und die Bewältigung meiner Vergangenheit. Nun sehe ich darin die Chance für viel mehr", sagte der EM-Dritte von 2017 und 2019. Durch den Sport will er künftig noch häufiger Zeichen für Frieden setzen und Menschen in schier aussichtsloser Lage Hoffnung geben.