Max Hartung wünscht sich Olympia-Austragung 2021
Max Hartung wünscht sich Olympia-Austragung 2021 © AFP/SID
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Topfechter Max Hartung sieht eine mögliche Komplett-Absage der für den Sommer geplanten Olympischen Spiele in Tokio als "Worst Case".

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Topfechter Max Hartung sieht eine mögliche Komplett-Absage der für den Sommer geplanten Olympischen Spiele in Tokio als "Worst Case". Für ihn persönlich "und für viele andere Sportler" wäre dies "eine Tragödie", sagte der Präsident des Vereins Athleten Deutschland im Gespräch mit dem Spiegel.

Auch eine erneute Verschiebung sei allerdings "schwer vorstellbar. Die Leistungen der qualifizierten Sportler sind dann bereits bis zu drei Jahre alt. Das ist in der Lebenszeit eines Sportlers eine Ewigkeit."

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Hartung blickt in Coronazeiten allerdings differenziert auf die Möglichkeit einer Austragung ein Jahr nach dem geplanten Termin im Sommer 2020. "Ich wünsche es mir unbedingt", sagte der 31-Jährige: "Aber nur in dem Moment, in dem man sie mit gutem Gewissen durchführen kann. Ich will bei Olympischen Spielen, für die ich mich qualifiziert habe, antreten. Ich will aber nicht das Leben anderer Menschen gefährden."

Bitter stößt Hartung daher die Kommunikationspolitik des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf, das Beharren auf eine Austragung erinnere ihn an die Situation vor einem Jahr. Letztlich wurden die Spiele damals doch verschoben, ein "anderer Umgang" mit der Situation sei daraus aber nicht entstanden: "Es fühlt sich eher wie die zweite Aufführung eines Theaterstücks an."

Er verstehe "diese Alternativlosigkeit nicht", so Hartung: "Ich würde mich wohler fühlen, wenn mit offenen Karten gespielt wird. Nach dem Motto: Wir wissen nicht, was genau passieren wird, wir beobachten folgende Parameter, und wir wollen (...) das Beste aus dieser schwierigen Situation machen."

Insgesamt "enttäuscht" zeigt sich Hartung vom sogenannten Playbook, einer Sammlung von Verhaltensregeln, die das IOC an die Athletinnen und Athleten herausgegeben hat. So fehlten Details über die Möglichkeiten zur Wettkampfvorbereitung vor Ort noch völlig.

Das gelte auch für Fragen über Flexibilität im Zeitplan und die Zusammensetzung der Bubbles: "Ich mag mir nicht ausmalen, meine Wettkämpfe wegen einer Infektion oder Quarantäne in Japan zu verpassen nach fünf Jahren der Vorbereitung." Für April und Juni sind aktualisierte Versionen des Playbooks geplant. Abgesehen von einem kurzen Austausch vor der Veröffentlichung habe es bislang keine Einbeziehung der Sportler gegeben.