Karla Borger (r.) spürt noch keine Olympia-Vorfreude
Karla Borger (r.) spürt noch keine Olympia-Vorfreude © Mihai Stetcu/Mihai Stetcu/Beach Majors/MIHAI STETCU
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Beachvolleyballerin Karla Borger ist die Vorfreude auf die Sommerspiele in Tokio etwas vergangen.

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Beachvolleyballerin Karla Borger ist die Vorfreude auf die Sommerspiele in Tokio etwas vergangen. "Der Zauber der Olympischen Spiele, von dem ich immer geträumt habe: Dieser Zauber ist nicht da", sagte Borger der Süddeutschen Zeitung: "Vielleicht kommt er noch, vielleicht wird alles supertoll, und wir liegen alle falsch. Aber gerade ist es ernüchternd."

Die Unterstützung in der japanischen Bevölkerung fehle, "die Werbung wurde deshalb abgehängt", sagte Borger. Sie sei dankbar, dass sie "das Privileg habe, meinen Sport noch auszuüben", und es gebe andere Probleme auf der Welt als die Ausgestaltung der Olympischen Spiele. "Aber man muss eben damit klarkommen, dort nur hinzufahren, um zu gewinnen." Das "Gemeinschaftserlebnis" werde es während der Pandemie nicht geben. "Das macht fast Lust, Paris 2024 anzugehen."

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Borger (32) und ihre Partnerin Julia Sude (33) hatten zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil sie mit ihrer öffentlichen Absage für das Turnier in Doha die Veranstalter dazu zwangen, die Kleidervorschriften für Frauen zu kippen. Borger wundert sich noch immer über die internationale Aufmerksamkeit, die das Duo mit ihrer Entscheidung bewirkt hatte.

"Es haben Medien aus aller Welt angefragt, von jedem Kontinent, auch CNN und BBC. Mich hat das alles ein wenig überrollt. Ich wollte einfach nur, dass darüber nachgedacht wird, dass man diese Regel thematisiert", sagte Borger. Sie wolle sich "aber nicht anmaßen, über die dortigen Frauenrechte zu urteilen. Die aufgehobene Kleiderordnung wird in diesem Land nicht viel ändern, ist aber zumindest ein Schritt in die richtige Richtung."