Lukaschenko kann Olympia 2021 in Tokio nicht besuchen
Lukaschenko kann Olympia 2021 in Tokio nicht besuchen © AFP/SID/KIRILL KUDRYAVTSEV
Lesedauer: 2 Minuten

Mit Zustimmung und Zweifeln reagierte der deutsche Sport auf die Entscheidung, Alexander Lukaschenko, von olympischen Aktivitäten zu suspendieren.

Anzeige

Mit Zustimmung, aber auch Zweifeln reagierte der deutsche Sport auf die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), den in der Kritik stehenden Staatspräsidenten von Belarus, Alexander Lukaschenko, von allen olympischen Aktivitäten zu suspendieren. Damit kann Lukaschenko, auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) seines Landes, auch nicht die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Sommer besuchen.

"Das ist eine klare und begrüßenswerte Entscheidung", sagte Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) dem SID. Die Belarus-Athleten hätten "mutig" gegen die Verhältnisse im eigenen NOK protestiert. Lukaschenko habe eine rote Linie überschritten und Athletenrechte mit Füßen getreten.

Anzeige

Der autokratisch regierende Lukaschenko war gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen, die die Rechtmäßigkeit seiner umstrittenen Wiederwahl angezweifelt hatten. 1200 Vertreter des Sports in Belarus - Trainer, Funktionäre und Athleten - unterschrieben eine Erklärung gegen den Präsidenten und für Neuwahlen. Auch das IOC leitete Ende November ein Verfahren ein.

Dagmar Freitag bezeichnete den Entschluss des IOC, das neben Lukaschenko und dessen Sohn Viktor weitere führende NOK-Kräfte suspendierte, zunächst als "Fingerzeig", zumal es sich um eine vorläufige Maßnahme handelt. "Wie flexibel das IOC auch wieder zurückrudern kann, haben wir zuletzt bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 gesehen, als das russische Team bei der Abschlussfeier offiziell mit Fahne einlaufen durfte", meinte die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag.

Einfluss auf die Entscheidung dürften auch die freien Vertretungen der Athleten gehabt haben, die den Druck auf das IOC hochhalten. "Wir hoffen, dass die Sanktionen die richtig Wirkung entfalten", sagte Sprecher Maximilian Klein vom Verein Athleten Deutschland dem SID. Die Belarus-Athleten sind von den IOC-Maßnahmen ausgeklammert und werden weiter finanziell unterstützt, damit sie an den Tokio-Spielen teilnehmen können.