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München - Lisa Müller und Ehemann Thomas könnten theoretisch beide für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert werden. Stefan Kuntz soll den Bayern-Star auf der Liste haben. Der äußert sich dazu.

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Doppelgold für die Müllers? 

Am 24. Juli 2020 starten die Olympischen Sommerspiele in Tokio. Mit von der Partie könnte überraschend Lisa Müller sein, Frau von Bayern-Star Thomas. Die Dressurreiterin wurde mit ihrem Pferd "Stand by me" aufgrund ihrer jüngsten Erfolge in den deutschen Perspektiv-Kader berufen. Die Teilnahme sei für sie "das höchste Ziel", sagt die 30-Jährige, auch wenn sie selbst den Ball "schön flach" halten wolle. 

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Abwegig ist ihre Teilnahme jedenfalls nicht - und da gibt es ja auch noch ihren Ehemann. Mit elf Torvorlagen stellte er unlängst einen Assist-Rekord für eine Bundesliga-Hinrunde auf und ist unter Hansi Flick wieder gesetzt in München. 

Hinzukommt: Der Ur-Bayer und Weltmeister von 2014 wurde von Joachim Löw aus der Nationalmannschaft ausgebootet. Das letzte seiner 100 Länderspiele absolvierte er im November 2018. Dass er eine Rückkehr ins DFB-Team feiert, ist derzeit nicht in der Planung.  

Müller über Olympia: "Nicht oberste Priorität"

Der kicker vermeldet nun, dass U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz den Plan im Hinterkopf habe, Müller für Olympia zu nominieren. 

Die Müllers zusammen auf Gold-Jagd in Tokio? "Das ist eine coole Spinnerei, aber sowohl für mich als auch für meine Frau, hat das in 2020 nicht die oberste Priorität", sagt Müller dazu im Gespräch mit SPORT1. "Ich habe in den nächsten fünf Monaten erstmal sehr große Ziele mit dem FC Bayern. Meine Frau hat erstmal andere Turniere im Visier, wodurch Olympia noch in ganz weiter Ferne liegt. Aber wenn man ganz viel träumen mag, wäre das natürlich schon eine coole Sache." 

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Oliver Bierhoff könnte eine Nominierung von Rio-Weltmeister Thomas Müller für die Olympischen Sommerspiele in Tokio durchaus nachvollziehen: "Es macht unter verschiedenen Aspekten Sinn, ältere Spieler mitzunehmen. Da geht es um die sportliche Qualität, um Erfahrung, um Persönlichkeit", sagte der Nationalmannschaftsdirektor am Dienstag beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL): "Letztlich kommt es aber darauf an, welche Personen man im Team benötigt und welche Rollen sie ausfüllen sollen."

Er habe Stefan Kuntz gesagt, dass er da "aus dem Vollen schöpfen" könne: "Da sollte man keinen Spieler ausschließen, genauso wenig wie andere ehemalige Nationalspieler."

Ur-Bayer Thomas Müller im Gespräch mit SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg
Ur-Bayer Thomas Müller im Gespräch mit SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg © SPORT1

Kuntz darf für seinen Kader drei Spieler nominieren, die älter als 23 Jahre sind. Bis zum 15. Januar müsste der Europameister von 1996 Müller dafür auf die Liste der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) stellen, auf der nach SPORT1-Informationen Müllers Kumpel und Ex-Mitspieler Sandro Wagner (jetzt Tianjin Teda/China) sicher stehen wird.  

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Obwohl Müller gewiss den Anspruch haben wird, es doch noch in den EM-Kader zu schaffen (12. Juni bis 12. Juli 2020), wäre Olympia dennoch für ihn vorstellbar: 

"Ich weiß nicht, welche Umstände da reinspielen müssten, dass ich Olympia spiele, wenn sich im August schon die Klubmannschaften auf die Saison vorbereiten. Das wäre ungewohnt. Ich sage mal so: Sag niemals nie. Aber konkret spielt Olympia in meinen Planungen noch keine Rolle. Ich lasse alles auf mich zukommen."