Lindsey Vonn schied im Slalom aus und verpasste so eine Medaille
Lindsey Vonn schied im Slalom aus und verpasste so eine Medaille © Getty Images
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Lindsey Vonn geht in ihrem letzten Olympia-Rennen leer aus. Die US-Amerikanerin kann ihre Führung nach der Abfahrt nicht verteidigen. Auch Mikaela Shiffrin verpasst den Sieg.

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Die Chance war da, doch nach ein paar Sekunden zerstob der Traum von einem Happy End: Als Lindsey Vonn im letzten olympischen Wettbewerb ihrer schillernden Karriere im Slalom der alpinen Kombination einfädelte, war eine unerwartet noch mögliche Medaille zum Abschied futsch.

Vonn hob die Arme in die Höhe, fuhr ins Ziel - und umarmte drei glückliche Konkurrentinnen: Michelle Gisin (Schweiz), Mikaela Shiffrin (USA) und Wendy Holdener (Schweiz).

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Wenige Augenblicke zuvor hatte Gisin, WM-Zweite von 2017, bereits gejubelt - völlig zurecht: Die Schweizerin lag 0,97 Sekunden vor Top-Favoritin Shiffrin und 1,44 Sekunden vor Weltmeisterin Holdener, und klar war, dass Vonn zumindest Gold und Silber nicht mehr würde erreichen können. W

enige Sekunden später durfte auch Holdener aufatmen: Vonn schied nach einer starken Abfahrt aus, hatte aber ein Drittel des Vorsprungs auf die Schweizerin schon aufgebraucht.

Vonn lag zur Halbzeit vorne

So ganz hatte Vonn an diese letzte, plötzlich gegebene Chance wohl selbst nicht mehr geglaubt. "Ich bin nur die alte Frau, die versucht, sich an eine Medaille zu klammern", sagte die 33-Jährige zwischen Abfahrt und Slalom und fügte hinzu: "Es war bis jetzt ein super Tag. Es war ein super Abschluss für meine olympische Abfahrtskarriere."

In der Tat war ihr eine Fahrt gelungen, die sie aber besser in der Spezialabfahrt gehabt hätte, als ihr Bronze blieb. (Medaillenspiegel der Olympischen Spiele)

Bemerkenswert am Rande: Vonn hatte sich am Vorabend per Video die Siegesfahrt von Sofia Goggia aus Italien in der Spezialabfahrt mehrfach zu Gemüte geführt, prompt lag sie zur Halbzeit des alpinen Zweikampfs 0,74 Sekunden vor der Norwegerin Ragnhild Mowinckel, tags zuvor Zweite hinter Goggia und vor Vonn.

Goggia wiederum hatte auf die Kombi verzichtet: "Es wurde sehr spät vergangene Nacht", ließ die italienische Mannschaft ausrichten. (SERVICE: Olympia-Zeitplan).

Mit ein wenig sauertöpfischer Miene schritt Shiffrin zur Siegerehrung im Zielraum. Immerhin 1,21 Sekunden hatte sie nach der Abfahrt hinter Gisin gelegen, aber dennoch betont: "Um ehrlich zu sein, bin ich jetzt in einer ziemlich guten Ausgangsposition", jetzt könne sie ja befreit losfahren, ergänzte sie.

Es war an diesem Tag zu wenig für Gisin, die eine ausgezeichnete Abfahrt fuhr und im Slalom die Nerven behielt. Shiffrin bleibt Gold im Riesenslalom.

Vanreusel nach Sturz im Krankenhaus

Für einen Schreckmoment sorgte Kim Vanreusel. Die Belgierin stürzte bereits kurz nach dem Start und musste abtransportiert werden. Die 20-Jährige wurde schließlich zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde eine "komplexe Knieverletzung" festgestellt. Mehrere Bänder sind in Mitleidenschaft gezogen worden, eine Operation nach der Rückreise in die Heimat sei unumgänglich, teilte ein Sprecher der belgischen Olympia-Delegation mit.

Gisin wird nach den Siegen von Maria Höfl-Riesch 2010 und 2014 und neben Marcel Hirscher (Österreich) das elfte und letzte Gold in den Händen halten, das bei Olympischen Spielen in der Kombination vergeben wurde. Der Wettbewerb, der einzige bei der olympischen Premiere der Alpinen 1936 in Garmisch-Partenkirchen mit den deutschen Siegern Christl Cranz und Franz Pfnür, wird in Peking aller Voraussicht nach nicht mehr ausgetragen.

Eine deutsche Läuferin war in der wohl letzten Kombination bei Olympischen Spielen nicht am Start. In Peking 2022 soll der alpine Zweikampf durch ein Parallelrennen ersetzt werden.