Silvia Mittermüller fuhr zwar noch zur Piste, musste ihren Start dann aber absagen
Silvia Mittermüller fuhr zwar noch zur Piste, musste ihren Start dann aber absagen © Getty Images

Die erkrankte Snowboarderin Silvia Mittermüller verletzt sich zu allem Überfluss auch noch und muss ihren Start beim Slopestyle absagen. Jamie Anderson gewinnt.

Der große Traum von Snowboarderin Silvia Mittermüller von einem Start bei Olympischen Spielen ist zunächst geplatzt.

Die 34-Jährige zog sich am Montagvormittag beim Training für den Slopestyle-Wettbewerb im Phoenix Snow Park in Bokwang einen Meniskusriss zu.

Das gab Mittermüller via Instagram bekannt. "Das war's mit olympischem Snowboarden für mich", schrieb sie über Röntgenaufnahmen ihres Knies. Das Unglück passierte beim letzten Trainingslauf am letzten Sprung. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

"Keine Werbung für unseren Sport"

Sportdirektor Stefan Knirsch vom Verband Snowboard Germany nannte den Vorfall "sehr bitter". Der wegen des Windes fragwürdige Wettbewerb sei "keine Werbung für unseren Sport" gewesen, das belegten auch die Leistungen im Finale.

"Wir müssen gemeinsam mit der FIS nach Möglichkeiten suchen, unsere Athleten besser zu schützen, zum Beispiel mit Windmessungen oder Ampelanlagen am Start", sagte er.

Die Goldmedaille holte sich, wie schon 2014 in Sotschi, die US-Amerikanerin Jamie Anderson. Bei widrigen Bedingungen im Phoenix Snow Park von Bokwang kam sie bereits im ersten der zwei Finaldurchgänge auf 83,00 Punkte.

Laurie Blouin (Kanada/76,33) holte Silber, Bronze ging an Enni Rukajärvi (Finnland/75,38), vor vier Jahren Zweite in Sotschi. 

Mittermüller litt an Fieber

Mittermüller litt schon vor ihrer Verletzung an einer Erkrankung mit Fieber, wäre noch für einen zweiten Wettbewerb gemeldet gewesen: Am 19. Februar findet die Qualifikation für das Finale im Big Air statt - die Teilnahme daran ist nun natürlich unmöglich. (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)

"Im letzten Trainingslauf hat mich eine Windböe erwischt, ich war deshalb zu kurz und habe mir am Knie weh getan", schrieb Mittermüller bei Twitter: "Ich habe alles versucht, trotz der schwierigen Situation mit Krankheit und Wind. Ob es die richtige Entscheidung war? Ich weiß es nicht."

Am Sonntag hatte Mittermüller nach der Absage der Qualifikation getwittert: "Der Wind hat unseren Wettbewerb heute erwischt - und mich auch. Ich friere mit zwei Decken und Fieber im Bett, seit ich zu Hause bin. Ich hoffe, dass es bis zum Finale weg ist."

Später postete sie ein Foto ihrer umfangreichen Reiseapotheke mit der Zeile: "Hoffe auf die Magie eines deutschen Teamarztes, um mich in den nächsten acht, neun Stunden wieder normal zu fühlen."

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