Mikaela Shiffrin gewann in Pyeongchang bereits Gold im Riesenslalom
Mikaela Shiffrin gewann in Pyeongchang bereits Gold im Riesenslalom © Getty Images
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Was für unmöglich gehalten wurde ist eingetreten: Mikaela Shiffrin verpasst beim olympischen Slalom eine Medaille. Frida Hansdotter holt im Krimi Gold.

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Mikaela Shiffrin hob entschuldigend die Arme. Am Fuße der Regenbogenpiste von Pyeongchang fand die Topfavoritin am Freitag überraschend kein Gold, und, das war angesichts ihres bisherigen Winters eine Riesensensation, nicht mal eine Medaille - nur Blech.

Einen Tag nach ihrem Olympiasieg im Riesenslalom musste die Amerikanerin entsetzt mit ansehen, wie Frida Hansdotter das erste schwedische Slalomgold seit 1992 gewann. Für Shiffrin blieb hinter Kombinationsweltmeisterin Wendy Holdener (Schweiz) und der im zweiten Lauf fast fliegenden Österreicherin Katharina Gallhuber nur der vierte Platz. Das deutsche Team lieferte sein schlechtestes Ergebnis bei Winterspielen. (Zeitplan der Olympischen Spiele)

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Gesundheitliche Probleme bei Shiffrin

Shiffrin, für die Gold fest eingeplant war, hatte sich kurz vor dem Start des ersten Durchgangs übergeben. Dies an sich war noch keine Besonderheit: Die 22-Jährige gilt als hypernervös und ist bekannt für einen sehr unruhigen Magen.

Diesmal aber war es anders: "Es fühlt sich eher an wie ein Virus, es ging nicht um die Nerven." Doch sie war "froh, den ersten Lauf hinter mir zu haben", außerdem sei sie schließlich "nicht superweit weg".

Nur 0,48 Sekunden waren es auf Holdener, die zunächst vor dem schwedischen Duo Hansdotter und Anna Swenn Larsson führte. Dies ist im Slalom nicht viel, Shiffrin hat größere Rückstände aufgeholt auf dem Weg zu ihren vielen Titeln. 

Dürr und Geiger scheiden aus

Diesmal wurde es nichts. Ihr fehlten der Rhythmus, für den sie so berühmt ist, der Angriffswille, und irgendwie auch das Gefühl für den Kurs. Bronze blieb acht Hundertstel entfernt, weil Gallhuber vom neunten Platz aus wie besessen durch die Stangen auf Rang drei tanzte. (Medaillenspiegel der Olympischen Spiele) 

Die deutschen Rennläuferinnen hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Lena Dürr schied im ersten Lauf bereits nach acht Sekunden und einem Einfädler aus, was sie sich selbst nicht erklären konnte.

"Ich weiß nicht, woran es lag", sagte sie frustriert. Marina Wallner aus Inzell belegte als beste Deutsche chancenlos Rang 19 - es war das schlechteste deutsche Ergebnis bei Olympischen Winterspielen (zuvor Platz 15, Martina Ertl 1992), und dies in einer Disziplin, die mit acht Medaillen (3x Gold) eigentlich eine deutsche Domäne ist. Ein historischer Flop. Christina Geiger schied im zweiten Durchgang aus. 

Hansdotter auf Wibergs Spuren

Slalom: Das ist seit Jahren Mikaela Shiffrin. Mit 17 war sie 2013 bereits Weltmeisterin, es folgten der Olympiasieg in Sotschi 2014 und zwei weitere WM-Titel (2015, 2017).

Die Amerikanerin ist eine Perfektionistin. Jedes Detail wird von ihr oder ihrer stets fordernden Mutter Eileen beachtet, nichts soll dem Zufall überlassen werden. Mit dieser Einstellung hat sie es weit gebracht, wenngleich ihre Teamkollegin Lindsey Vonn, die weit Extrovertiertere der weiblichen US-Skistars, populärer ist. 

Shiffrin ist eine sehr ruhige Person, manche nennen sie langweilig. Aber sie ist eine verdammt gute Skifahrerin. Nur an diesem Freitag keine ganz so gute - im Gegensatz zu Frida Hansdotter, die in die Fußstapfen von Pernilla Wiberg trat. Zuvor war der größte Erfolg der 32-Jährigen Silber bei der WM 2015 in den USA gewesen.