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Pyeongchang - Der jamaikanische Verband verteidigt sich in der Schlammschlacht um Trainerin Sandra Kiriasis gegen Gerüchte. Man werde am Samstag an den Start gehen.

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Es sollte eine weitere hollywoodreife Geschichte bei den Olympischen Spielen von Pyeongchang werden - die weibliche Variante von Cool Runnings.

Doch um das jamaikanische Frauen-Bob-Team hat sich eine Schlammschlacht entwickelt.

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Nun setzt sich der jamaikanische Verband im Zoff mit der deutschen Trainerin Sandra Kiriasis bei SPORT1 zur Wehr. "Es sind eine Menge falscher Gerüchte im Umlauf",  stellte Pressesprecherin Kathleen Pulito klar.

Pulito bezog sich damit auf die Behauptung Kiriasis', sie sei Eigentümerin des Jamaika-Bobs. (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)

Die Olympiasiegerin von 2006 hatte dem Verband ein Ultimatum gestellt und forderte 20.000 Euro Aufwandsentschädigung. "Nur dann dürfen sie auch den Schlitten fahren, ansonsten lasse ich ihn wegholen", drohte Kiriasis.

Kiriasis knüpfte zwar tatsächlich Kontakte nach Winterberg, um einen Bob zu mieten. Bezahlt wird dieser aber von einem Sponsor.

Kiriasis schaltet Anwalt ein

Die 43-Jährige sieht die Sache aber ein wenig anders und hat deshalb nun einen Anwalt eingeschaltet, wie sie der Welt erklärte:

"Den Vertrag habe ich in meinen Händen. Es steht ganz eindeutig drin, dass ich bis nach den Winterspielen der Mieter bin. Auch wenn da drin steht, dass ausschließlich Jazmine (Pilotin Fenlator-Victorian, Anm. d. Red) damit fahren kann, kann ich trotzdem sagen: Okay, jetzt fährt sie auch nicht mehr damit, weil ich hier keine Rolle mehr spiele."

Die Jamaikaner zeigen sich von dieser Drohung wenig beeindruckt. Auf die Frage, ob sie am Samstag im ersten Training mit einem Viererbob an den Start gehen werden, sagte Pulito: "Das werden wir ganz sicherlich." (Die Olympischen Spiele im LIVETICKER)

Jetzt-erst-Recht-Stimmung bei Jamaika

Zuvor hatte ein jamaikanischer Bierbrauer dem Verband sogar in Aussicht gestellt, einen Schlitten zu sponsern.

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Ersatzfrau Audra Segree betonte auf einer Pressekonferenz, dass die Frauen nun mit einer "Jetzt erst Recht"-Stimmung an den Start gehen würden: "Wir Jamaikaner lassen uns durch Negativität und Zweifel nur noch mehr antreiben, wir lassen uns dadurch nicht unsere Stärke nehmen."

Für SPORT1 berichtet Jonas Nohe von den Olympischen Winterspielen aus Pyeonchang
Für SPORT1 berichtet Jonas Nohe von den Olympischen Winterspielen aus Pyeonchang © SPORT1-Grafik: Getty Images/SPORT1

Kiriasis auch für Kanada aktiv

Von einem Rauswurf von Kiriasis durch den Verband will man bei den Jamaikanern darüber hinaus nichts wissen:

"Sie hat sich aus freien Stücken dazu entschieden, das jamaikanische Bobteam zu verlassen. Sie wurde nicht gefeuert. In dem Moment, als sie nicht mehr zum Team gehörte, musste sie auch ihre Akkreditierung zurückgeben - so ist das nun mal", erklärte Pressesprecherin Pulito. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Kiriasis musste deshalb das Olympische Dorf verlassen und suchte verzweifelt eine Unterkunft in Pyeongchang, die sie zumindest für die Nacht auf Freitag bei TV-Sender Eurosport fand.

Eine Rolle im Bob-Zoff spielt darüber hinaus die Tatsache, dass Kiriasis auch zum Betreuerstab der kanadischen Pilotin Kaillie Humphries gehörte, ehe sie im Dezember zusätzlich noch das Engagement für Jamaika übernahm.

Beim kanadischen Verband verwies man auf SPORT1-Nachfrage zwar darauf, dass Kiriasis nicht zur offiziellen Delegation gehöre. Aber sicher sorgte auch diese Tatsache für Unmut bei den Jamaikanern.

In einem Statement hatte der Verband zuvor durchklingen lassen, Kiriasis habe nicht immer das Beste fürs Team im Sinn gehabt.