Der Dopingskandal in Russland hinterlässt weiter seine Spuren
Die Olympischen Spiele beginnen am Freitag in Pyeongchang © Getty Images

Trotz der Aufhebung ihrer lebenslangen Olympiasperre erhalten 13 russische Athleten und zwei Trainer vom IOC keine Einladung für Pyeongchang.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird die 13 russischen Athleten und zwei Trainer, deren lebenslange Olympiasperren vom Internationalen Sportgerichtshof CAS aufgehoben wurden, nicht zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) einladen.

Das teilte das IOC am Montag mit.

"Das Gremium hat erneut großartige Arbeit geleistet", sagte IOC-Präsident Thomas Bach, der betonte, dass die Fälle anonym bearbeitet worden seien. Dies mache die Entscheidungen so wertvoll, die zuständigen Kommissionen hätten "gewissenhaft und auf gleiche und faire Weise für alle Athleten" gearbeitet.

Harsche Kritik aus Russland

Harsche Kritik gab es jedoch aus Russland. Als "unfair, unrechtmäßig, amoralisch und politisch aufgeladen" bezeichnete der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew die Entscheidung des IOC auf seiner Facebook-Seite.

"Diese Entscheidung hat wenig mit dem Sport gemein. Ihr Ziel ist es, Russland politischen Schaden zuzufügen", schrieb er weiter.

Zuvor hatte ein Ausschuss des IOC unter der Leitung der früheren französischen Sportministerin Valerie Fourneyron jeden Fall individuell überprüft. Das Gremium habe sich einstimmig gegen Einladungen der 15 Russen ausgesprochen, hieß es in einer Mitteilung des IOC. 

Das Panel von Fourneyron habe beschlossen, "dass keine der 15 Personen eine Einladung zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang erhält", hieß es in der Mitteilung des IOC. 

28 Sperren aufgehoben

Ein Grund dafür seien auch zusätzliche Informationen, die das Gremium erhalten habe und die für weitere Zweifel an der Integrität der Sportler gesorgt hätten.

Dazu gehörten auch die Informationen aus der Datenbank des Moskauer Kontrolllabors, die im vergangenen November in die Hände der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gelangt war.

Insgesamt hatte der CAS die lebenslangen Olympiasperren von 28 russischen Wintersportlern wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 aufgehoben. 13 von ihnen sind aber nicht mehr aktiv und kommen deshalb für einen Start in Pyeongchang nicht in Frage.

Wegen systematischen Dopings bei den Winterspielen 2014 war das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) vom IOC Anfang Dezember suspendiert worden. 169 saubere russische Athleten dürfen in Pyeongchang aber unter neutraler Flagge und Hymne starten.

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