PyeongChang 2018 Winter Olympics Preview
Die letzten Vorbereitungen laufen: In Pyeongchang werden auch knapp 170 Russen am Start sein © Getty Images

Viele Medaillenkandidaten müssen zu Hause bleiben, aber einige russische Sportler dürfen die Reise antreten.Sie sollen Botschafter eines neuen Russlands sein.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Samstag die Einladung von 169 russischen Athleten für einen Start unter neutraler Flagge bei den Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) bestätigt.

Sie dürfen als "Olympische Athleten aus Russland" (OAR) an den Start gehen. Vor Wochenfrist war die Liste potenzieller Olympia-Starter aus Russland wegen möglicher Verstrickungen in die Staatsdopingaffäre noch von 500 auf 389 Aktive reduziert worden.

Die Zahl verringerte sich nun noch einmal über Qualifikationskriterien und Quotenplätze. Das IOC geht nun davon aus, dass nur über jeden Dopingzweifel erhabenen OAR-Athleten nach Südkorea reisen. 

Wie entscheidet der CAS?

Ob die Zahl russischer Sportler in Pyeongchang noch einmal anwächst, entscheidet sich in diesen Tagen vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS. Die seit Montag laufenden Berufungsverhandlungen von 39 wegen Dopings gesperrten Aktiven in Lausanne soll spätestens am Sonntag geschlossen werden. Die Verkündung des Urteils stellte der CAS für den Zeitraum von Dienstag bis Freitag kommender Woche (30. Januar bis 2. Februar) in Aussicht.

Zu den Athleten, die von der IOC-Kommission unter Leitung der ehemaligen französischen Sportministerin Valerie Fourneyron aus dem 500-köpfigen Vorschlag-Pool gestrichen wurden, gehören zahlreiche Medaillenkandidaten. Unter anderem erhielten Biathlon-Star Anton Schipulin, der sechsmalige Shorttrack-Olympiasieger Wiktor Ahn und Skilangläufer Sergej Ustjugow keine Einladung für Pyeongchang. 

Botschafter des neuen Russlands?

Unter anderem soll es bei der Analyse der von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sichergestellten Datenbank des Moskauer Doping-Kontroll-Labors durch das Fourneyron-Panel bei den betroffenen Athleten Auffälligkeiten gegeben haben.

"Es ist im Interesse des IOC, einen fairen Ablauf zu gewährleisten, und auch im Interesse Russlands, nur saubere Athleten bei den Spielen in Pyeongchang antreten zu lassen", hatte der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach am Mittwoch gesagt. Die jungen Athleten aus dem Riesenreich hätten in Südkorea nun die Chance, "Botschafter eines neuen und sauberen Russlands zu sein".

Anfang Dezember hatte das IOC das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) wegen systemischen Dopings von den Winterspielen ausgeschlossen, sauberen russischen Sportlern unter bestimmten Bedingungen aber einen Start unter olympischer Flagge und Hymne in Aussicht gestellt.