Die Olympischen Spiele 2014 fanden in Sotschi statt
Die Olympischen Spiele 2014 fanden in Sotschi statt © Getty Images

Das Russische Olympische Komitee stimmt dafür, seine Athleten an den Winterspielen teilnehmen zu lassen. Die Sportler hatten sich bereits dafür ausgesprochen.

Russische Athleten sollen trotz der Auflagen durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) bei den Winterspielen in Pyeongchang starten. Das Russische Olympische Komitee hat am Dienstag einstimmig dafür gestimmt, seine Athleten an den ersten Winterspielen in Südkorea teilnehmen zu lassen. Das berichtet der Branchendienst insidethegames.

"Wir haben die richtige Entscheidung im Sinne unserer Athleten getroffen", sagte Witali Smirnow, der Vorsitzende des russischen Anti-Doping-Ausschusses: "Die Teilnahme an den Winterspielen 2018 ist eine Chance, unseren Status, unsere Stellung und unseren guten Namen wiederherzustellen."

Zuvor hatte bereits Staatspräsident Wladimir Putin erklärt, dass das Riesenreich die Spiele in Pyeongchang nicht boykottieren werde und damit den Weg frei gemacht. In den vergangenen Tagen hatten sich russische Athleten aus allen Wintersportarten für einen Start ausgesprochen, obwohl die Sanktionen auch scharf kritisiert worden waren.

Das IOC hatte am vergangenen Dienstag das Nationale Olympische Komitee Russlands wegen systematischen Dopings von den Spielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) ausgeschlossen, sauberen Athleten aber unter neutraler Flagge einen Start in Aussicht gestellt. Auch darf weder die russische Hymne bei Olympia gespielt werden noch darf die russische Fahne in Pyeongchang wehen.

Die russischen Athleten müssen sich zum einen für die Spiele sportlich qualifizieren, zum anderen müssen sie nachweisen, dass sie sauber sind. Ein Gremium unter Vorsitz der ehemaligen französischen Sportministerin Valerie Fourneyron soll feststellen, welche Athleten für einen Start in Frage kommen. Im Anschluss entscheidet ein Dreiergremium des IOC über die endgültige Starterlaubnis. Vorsitzende der Arbeitsgruppe ist Nicole Hoevertsz (Aruba).

Zugelassene Sportler müssen in Pyeongchang dann unter der Teambezeichnung OAR (Olympic Athlete from Russia) starten. Dies sorgte jedoch zuletzt für Kritik. Das britische IOC-Mitglied Adam Pengilly stieß sich an der Namensgebung für das neutrale Team. "Olympischer Athlet von Russland klingt nicht wirklich neutral", bemängelte der Brite, der damit der IOC-Exekutive vorwarf, bei der Bestrafung nicht weit genug gegangen zu sein.

Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS forderte das Komitee in einem Statement, "die individuelle Entscheidung jedes Athleten zu respektieren und sowohl den Sportlern, die zu den Spielen fahren, als auch jenen, die sich dagegen entscheiden oder nicht eingeladen werden, mit Unterstützung zu begegnen". Im vergangenen Jahr war die russische Weitspringerin Darja Klischina als einzige Leichtathletin ihres Landes unter neutraler Flagge bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro gestartet und dafür vielerorts als Verräterin abgestempelt worden.