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Die IOC-Exekutive hat einer Doppelvergabe den Weg bereitet. Noch bleibt offen, wer die Spiele 2024 und wer die Spiele 2028 bekommt.

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Das Tor für die erste Doppelvergabe von Olympischen Sommerspielen seit fast 100 Jahren ist weit geöffnet.

Angeführt von IOC-Präsident Thomas Bach hat die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees am Freitag beschlossen, ihrer Vollversammlung eine Doppelvergabe der Spiele 2024 und 2028 an die verbliebenen Kandidaten Paris und Los Angeles vorzuschlagen.

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Bach: "Goldene Gelegenheit"

"Das ist eine goldene Gelegenheit, wenn man zwei so großartige Bewerber hat. Man kann sich kaum bessere Kandidaten vorstellen", sagte Bach in Lausanne. Beide Städte hätten beste Beurteilungen von der Evaluierungskommission des IOC erhalten und hätten jeweils auf unterschiedliche Art die Olympische Agenda 2020 berücksichtigt.

Bach betonte aber auch, dass die Entscheidung über die Doppelvergabe noch nicht gefallen sei. Zunächst müssten die rund 100 Mitglieder der IOC-Vollversammlung auf ihrer Sitzung am 11./12. Juli in Lausanne über den Vorschlag befinden.

Sollten die Mitglieder die Empfehlung annehmen - wovon auszugehen ist - komme es im Anschluss zu Verhandlungen zwischen dem IOC und den Kandidaten-Städten über das weitere Prozedere. Die Kernfrage bleibt: Wer kriegt die Spiele 2024 und wer die Spiele 2028. "Dann wird diskutiert, um eine Win-Win-Win-Situation zu erreichen", so Bach.

Generell verteidigte Bach die Doppelvergabe. Bislang hat das IOC die Spiele in der Regel sieben Jahr vorher an eine Stadt vergeben. Für die Spiele 2024 sind in Paris und Los Angeles zwei Kandidaten im Rennen, mit denen es sich das IOC in Zeiten schwindender Kandidaten nicht verscherzen will. Deshalb sollen beide etwas vom Kuchen abbekommen.

Olympia 2024 wohl in Paris

Paris gilt als Favorit für '24, weil finanzielle Zusagen durch den Staat an dieses Jahr gebunden sind. Los Angeles, das eine privat finanzierte Ausrichtung plant, ist eher vier Jahre später am Zug. Beide Städte hatten ursprünglich erklärt, sich nur für '24 bewerben zu wollen.

Zuletzt hatte es vor 100 Jahren eine Mehrfach-Vergabe von Sommerspielen gegeben. Damals erhielten Paris und Amsterdam die Spiele 1924 und 1928 zugeteilt, später noch Los Angeles noch 1932.

Michael Mronz, Initiator der Rhein Ruhr Olympic City-Initiative, begrüßte die Doppelvergabe. Eine Olympia-Bewerbung von Rhein-Ruhr wäre somit erst für 2032 statt für 2028 möglich. Das sei unterm Strich aber vorteilhaft, "da für die Ausarbeitung der Themen vernetzte Mobilität und Digitalisierung noch mehr Zeit zur Verfügung steht", so Mronz.