Italy v Germany - UEFA European U19 Championship
Italy v Germany - UEFA European U19 Championship © Getty Images
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Der Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele in Rio steht. Mehrere erfahrene Profis sind dabei, einige Leistungsträger fehlen aber.

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Die Zwillinge Lars und Sven Bender und Stürmer Nils Petersen stehen im deutschen Aufgebot für das olympische Fußball-Turnier in Brasilien.

DFB-Trainer Horst Hrubesch nominierte insgesamt 18 Akteure für die erste Olympia-Teilnahme eines deutschen Männer-Teams seit dem Bronze-Coup von 1988. Angeführt wird das Aufgebot von Kapitän Leon Goretzka (Schalke 04), dem Leverkusener Nationalspieler Julian Brandt sowie Weltmeister Matthias Ginter von Borussia Dortmund.

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Horn als Nummer eins

Als Nummer eins fährt Torhüter Timo Horn (1. FC Köln) mit nach Brasilien.

In der Abwehr gelten Ginter, Jeremy Toljan und Niklas Süle (beide 1899 Hoffenheim) als gesetzt, im Mittelfeld neben den Benders vor allem Goretzka und dessen Klubkollege Max Meyer. Den Angriff werden Davie Selke (RB Leipzig) und wohl Petersen (SC Freiburg) bilden, der zuletzt 2009 als U21-Akteur das DFB-Trikot getragen hatte.

Der Freiburger erhielt wie die ebenfalls 27 Jahre alten Sven (Borussia Dortmund) und Lars Bender (Bayer Leverkusen) eines der drei erlaubten "Oldie"-Tickets.

Bittencourt nur auf Abruf

Überraschend ist dagegen, dass der Kölner Leonardo Bittencourt nur auf Abruf nominiert wurde.

Die übrigen Spieler müssen laut Reglement nach dem 31. Dezember 1992 geboren sein. 

Darunter sind auch die "Nobodies" Jannik Huth (FSV Mainz 05/Tor) und Grischa Prömel (Karlsruher SC/Mittelfeld) sowie England-Legionär Serge Gnabry vom FC Arsenal.

Zahlreiche Leistungsträger fehlen

Vereinbart war, dass kein Verein in der Saisonvorbereitung auf mehr als zwei Akteure verzichten muss und kein Spieler mitfährt, der in der Sommerpause gewechselt ist.

Zudem müssen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach wegen der Qualifikation zur Champions League bzw. UEFA Europa League niemanden abstellen.

Auch die Nationalspieler Joshua Kimmich, Leroy Sane, Jonathan Tah und Julian Weigl waren wegen ihrer EM-Teilnahme kein Thema.

Daher fehlen zahlreiche Leistungsträger wie Loris Karius (zum FC Liverpool), Timo Werner (zu RB Leipzig), Yannick Gerhardt (zum VfL Wolfsburg), Mahmoud Dahoud (Mönchengladbach), Yannick Stark, Mitchell Weiser (beide Hertha BSC) oder der aktuelle U21-Stammkeeper Timo Wellenreuther (RCD Mallorca).

Hrubesch: "Gute Mischung gefunden"

"In der Mannschaft haben wir eine gute Mischung aus der aktuellen U21-Nationalmannschaft und älteren Spielern gefunden. Die Qualität des Teams ist trotz der schwierigen Nominierung absolut top. Ich freue mich auf jeden einzelnen und bin sicher, dass mit diesen Jungs vieles möglich ist", erklärte Hrubesch. 

"Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele ist riesengroß. Das Ziel Rio begleitet mich schon sehr lange. Das wird für uns ein einmaliges Erlebnis, von dem die Spieler noch ihren Enkeln erzählen werden. Wir fahren nach Brasilien, um jedes Spiel zu gewinnen. Alles andere macht keinen Sinn."

Das DFB-Team trifft in der Vorrunde auf Olympiasieger Mexiko (4. August), Südkorea (7. August) und Fidschi (10. August). Der Abflug erfolgt nach einer nur dreitägigen Vorbereitung am 30. Juli ab Frankfurt/Main.

Das Olympia-Aufgebot in der Übersicht:

Tor: Timo Horn (1. FC Köln), Jannik Huth (FSV Mainz 05)

Abwehr: Robert Bauer (FC Ingolstadt), Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Philipp Max (FC Augsburg), Niklas Süle, Jeremy Toljan (beide 1899 Hoffenheim)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkussen), Sven Bender (Borussia Dortmund), Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Max Christiansen (FC Ingolstadt), Serge Gnabry (FC Arsenal), Leon Goretzka, Max Meyer (beide Schalke 04), Grischa Prömel (Karlsruher SC) 

Angriff: Nils Petersen (SC Freiburg), Davie Selke (RB Leipzig)

Auf Abruf: Leonardo Bittencourt (1. FC Köln), Christian Günter, Sebastian Kerk (beide SC Freiburg), Eric Oelschlägel (Werder Bremen)