Als Skilehrer die Passion zum Beruf machen
Als Skilehrer die Passion zum Beruf machen © Getty Images
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Im Gegensatz zu Laufen, Tischtennis und Wandern ist Wintersport in der Regel ziemlich teuer.

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Doch es gibt Mittel und Wege auch ganz umsonst in den Schnee zu kommen oder sogar mit dem Zöpferlflechten ein wenig Geld zu verdienen – hier erfährst du in vier Schritten wie’s geht:

1. Job und Hobby verbinden

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Bezahlt werden beim Skifahren, das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, ist jedoch relativ leicht möglich. Alles was du brauchst, ist ein Job im Skizirkus. Am besten funktioniert das, wenn du ALL IN gehst:

Zum Beispiel als Skilehrer. Die Ausbildung auf der untersten Ebene ist relativ überschaubar, meist kannst du als guter Skifahrer nach einem kurzen Lehrgang und der dazu gehörenden Prüfung im Kursbetrieb mitarbeiten. In der Regel wirst du dann Anfänger und Kinderkurse betreuen. Den Skipass kriegst du dabei gestellt und wenn du eine komplette Saison an einem Ort bleibst, handelt es sich in der Regel um einen Saisonpass. Vorteil hier: Der gilt auch dann, wenn du keinen Kurs hast. Bleibst du mehrere Tage, sind Anreise, Unterkunft und Essen in der Regel für dich umsonst. Je nach Skigebiet bekommst du auch mittags auf den Hütten günstigere Tarife, wenn du mit einer ganzen Gruppe einmarschierst. Dafür kannst du in dieser Zeit vermutlich keine Reichtümer anhäufen. Wer aber Spaß daran hat, anderen etwas beizubringen, erlebt als Skilehrer garantiert eine unvergessliche Zeit und kann nebenbei die eine oder andere Firstline einstreichen.

Kinder und Anfänger sind nicht so deins? Du bist eher auf der Suche nach epischen Lines und endlosen Powderhängen? Herzlich willkommen in der Welt der Skibums! Einer der Hotspots ist Chamonix. Hier triffst du überwiegend Skandinavier, die sich mit einfachen Jobs eine Saison im Schnee finanzieren. Besonders beliebt ist die Arbeit als Spüler oder Barmann. Der Vorteil hier: Deine Schicht beginnt, wenn der gute Powder eh schon zerpflügt ist. Sprich Broterwerb und Leidenschaft lassen sich damit gut vereinen – vorausgesetzt du bist jung genug, um auch ohne viel Schlaf auszukommen. Um möglichst wenig arbeiten zu müssen und möglichst viel Zeit am Berg verbringen zu können, ist bei diesem Ansatz einiges an Kreativität gefragt. Übernachtungen im Iglu oder Auto sind eher was für die Puristen. Sandwiches statt Hütteneinkehr und Tütennudeln statt Steak sind der Standard. Einen Überblick zu aktuellen Jobs in Chamonix findest du zum Beispiel hier.

Es geht aber auch bequemer! Unser aller Freund, das Internet, offeriert an dieser Stelle einen bunten Strauß an Möglichkeiten: Als Contentcreator bist du z.B. jeden Tag am Berg, sammelst sicke Shots und betreust zugleich das Social Media-Profil eines Skigebiets, eines Hotels oder einer Tourismusregion. Vergütungsmodelle hängen allein von deinem Talent und deinem Verhandlungsgeschick ab. Der Arbeitsumfang auch. Wenn du Jon Olsson bist, kannst du auch eine YouTube-Karriere daraus machen, aber dann hast du die Tipps aus diesem Artikel garantiert nicht mehr nötig. 

Doch selbst wenn du weit ab vom Schnee in einem Großraumbüro sitzt und Excel-Listen befüllst, heißt das nicht, dass damit alle Chancen auf bezahltes Skifahren vorbei sind. Warum nicht einfach dem Chef statt der üblichen Weihnachtsfeier einen Tag am Berg vorschlagen? Vermutlich musst du einiges an Überzeugungsarbeit leisten, die Organisation übernehmen und damit leben, dass nicht jeder die Idee gut findet, aber wenn es klappt, ist der Erfolg umso größer.

2. Materialkosten senken 

Je nach Job kann eine komplette Skiausrüstung durchaus ein Monatsgehalt verschlingen – wenn man sie neu und im Geschäft kauft. Meist liegen jedoch keine Quantensprünge zwischen dem Equipment des Vorjahres und dem der aktuellen Saison. Wer wenig Wert auf das neue Design legt, kann vor und nach dem Winter oft lukrative Deals finden. Auch Skischulen und Hersteller geben am Ende der Saison oft ihr (Test-)Material ab. Tipp: am besten schon mal vorab nach einer Reservierung fragen, denn meist geht der gesamte Skibestand an einen Weiterverwerter. Eine andere Alternative bieten Kleinanzeigen & Co. Wer sich hier auskennt, hat die Chance auf echte Schnäppchen – mit einer Ausnahme: Bei Sicherheitsequipment wie Lawinenrucksack, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde lohnt sich der Weg in den Shop. Genauso bei Sonnenbrillen. Denn die sollten kratzerfrei sein – deine Augen werden es dir später danken. Wer selten fährt, spart mit Leihequipment im Vergleich zum Neukauf, jedoch nicht mit gebrauchtem Material. Darüber hinaus hast du bei eigenem Material die Möglichkeit, selber deine Ausrüstung zu verleihen und den Gewinn wieder in neue Schneeabenteuer zu investieren.

3. Timing optimieren

Ist das Equipment am Start, geht’s an die Terminplanung. Wenig überraschend: Am teuersten ist es in den Weihnachtsferien. Musst du dich zwischen Vor- und Nachsaison entscheiden, ist die Nachsaison attraktiver. Dann liegt in der Regel mehr Schnee und die Temperaturen sind angenehmer. Bleibst du mehrere Tage an einem Ort, sinken die Anfahrtskosten in Relation zur Zeit am Berg. Noch günstiger wird es, wenn du in einer Gruppe fährst. Ein Effekt, den sich auch die Anbieter von Tagesfahrten zu Nutze machen. Von München geht es mit dem Bus ab ca. 52 Euro inkl. Skipass und Frühstück in die Berge. Ein Preis, der sich mit dem eigenen PKW nur schwer realisieren lässt. Werden in deiner Stadt keine Tagesfahrten angeboten, gibt es vielleicht eine Skischule in der Umgebung, die dich im Bus mitfahren lässt und bei der du zugleich vom günstigen Gruppentarif der Skipässe profitierst.

4. Location finden

Ist der Termin festgelegt, gilt es sich auf ein Ziel zu einigen. Die großen Skischaukeln und Gletschergebiete der Alpen sind für Sparfüchse tabu (ausgenommen Skibums). Etwas günstiger wird es in kleineren Familienskigebieten. Deutlich günstiger dagegen sind Tschechien oder Polen. Aber du kannst dir den Skipass auch komplett sparen: Indem du mit dem Fell aufsteigst. Weder im Villgratental noch im Martelltal steht ein Lift, doch das Gelände ist allererste Sahne. Zudem bieten Hütten und Ferienwohnungen günstige Übernachtungsmöglichkeiten. So wird der Skitourenurlaub zur günstigen Alternative. 

In diesen vier Bereichen lässt sich bereits ordentlich Geld sparen, aber mit etwas Kreativität sind noch viele weitere Sparmaßnahmen möglich. Hast du noch Tipps für uns? Was haben wir vergessen?

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