Mann an Boulder-Felsen
Outdoor-Bouldern will gekonnt sein © getty
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Du hast gerade erst reingeschnuppert oder bist schon länger beim Bouldern dabei? In jedem Fall gibt es ein paar Dinge, die jeder Boulderer einmal in seiner Sportlaufbahn erlebt haben muss.

Die wichtigsten findest du hier: 

1. Eigenen Boulder definieren

Bestehende Boulder zu klettern macht Spaß, aber seinen eigenen Boulder zu kreieren, ist eine Erfahrung, auf die niemand verzichten sollte. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Manche Hallen bieten speziell dafür gestaltete Wände. Die sind voll mit Griffen aller Farben und geben jedem die Möglichkeit, seine eigene Abfolge festzulegen. Dabei gilt: 5 Züge reichen für den Anfang völlig aus. Die Chance eigene Boulder zu schrauben ist seltener, aber manch kleine Hallen, die kein festes Schrauberteam beschäftigen, sind froh um Unterstützung beim Routenbau – einfach mal freundlich fragen und sich überraschen lassen wie andere die Bewegungsaufgaben lösen, die man vorgibt.

Ganz passionierte Heimwerker bauen die eigene Boulderwand im Keller oder Dachgeschoss ein. Wer das vor hat, findet hier die nötigen Tipps. Die Königsdisziplin besteht natürlich in der Erstbegehung eigener Boulder am Fels. Wichtig dabei: Vor lauter Begeisterung sollte trotzdem niemand gegen geltende Betretungsrechte verstoßen. Auch Gartenbauaktivitäten beschränkt man besser auf das Minimum – selbst wenn sich der perfekte Boulder direkt hinter einem stacheligen Busch befindet.

 

2. Draußen bouldern

Beim Stichwort Bouldern denken die meisten an Hallen mit WLAN, Wickelstation und Dusche. Solche gefahrlosen Trainingsmöglichkeiten sind super und sie haben den Sport weit voran gebracht, aber das Draußenbouldern hat seinen ganz eigenen Charme, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Der unterschiedliche Grip je nach Temperatur und Felsstruktur, die Sonne auf der Haut, das selbständige Finden von Griffen und Tritten auch ohne Farbmarkierung – das Alles erzeugt eine Befriedigung, wie sie in der Halle nur schwer zu finden ist. Auch wenn es am Fels oft wesentlich langsamer voran geht. 

 

3. Fontainebleau

Wo wir gerade übers Draußenbouldern sprechen: Jeder, der sich als ernsthafter Boulderer bezeichnet, sollte einmal im Leben im Fontainebleau vorbeischauen. Zwischen den Sandsteinfelsen befindet sich nicht nur die Wiege des Boulderns, der ebene sandige Untergrund und die schier endlosen Boulderprobleme bieten einfach den perfekten Rahmen für den perfekten Boulderurlaub.

 

4. Griffe bürsten

Jeder nutzt Chalk, um den Grip zu verbessern. Viel Chalk. In der Regel führt das dazu, dass die Griffe beliebter Boulder schnell zuschmieren und so den Grip für alle Nachfolgenden noch schlechter machen. Darum kannst du dem Universum einen Gefallen tun, wenn du die Griffe nicht nur unmittelbar davor sondern auch nach deinem Versuch wieder sauber machst. Besonders am Fels solltest du dafür Bürsten mit Nylon- oder Pferdehaar verwenden (Drahtbürsten sind ein bisschen zu aggressiv und fördern die Erosion).

 

5. Spotten lernen

Als Spotten wird das Sichern beim Bouldern bezeichnet. Wichtig ist das vor allem, wenn ihr draußen unterwegs seid, denn nur in den seltensten Fällen haben die besten Boulder auch die beste Landezone. Hier ist ein guter Spotter Gold wert. Doch die sind selten und das hat einen einfachen Grund: Die Sache ist nicht ganz so trivial, wie es auf den ersten Blick aussieht. Dabei geht es nicht darum, den Boulderer aufzufangen, sondern lediglich darum, seinen Sturz zu lenken. Doch auch das ist kompliziert genug. Die wichtigste Voraussetzung: 100% Aufmerksamkeit. Nur so kannst du antizipieren, in welcher Richtung dein Buddy sich aus der Wand katapultiert und in welche Richtung du den Sturz lenken musst.

Dabei solltest du vor allem darauf achten, seinen Kopf und Rücken zu schützen, indem du ihn im Fall aufrichtest (besonders bei überhängenden Wänden). Das funktioniert, wenn du selbst mit gebeugten Sprung-, Knie- und Hüftgelenken in einer bewegungsbereiten Position stehst und die Arme bereits nach oben in Richtung Boulderer streckst. Protipp: Finger nicht spreizen, dann bleiben sie länger heile. Steh nicht direkt unter deinem Kumpel und nicht zu weit von ihm entfernt. Darüber hinaus solltet ihr eventuelle Gewichtsunterschiede im Blick haben. Sind die zu groß, wird es für beide gefährlich. Das selbe gilt für absolute Highballs: Katapultiert sich ein Boulderer in 5 Metern Höhe aus der Wand, führt das zu unschönen Szenarien auf beiden Seiten.

 

6. Wettkampf besuchen

Klar, die Weltcups kann man sich auch auf YouTube reinziehen, aber dort spürt keiner die Energie, die beim Finale durch die Halle geht. Vor Ort dagegen erlebst du hautnah, wie die Weltelite die kniffligsten Bewegungsaufgaben löst und kannst dir vielleicht noch die eine oder andere Taktik für eigene Projekte abschauen. Oder du drehst den Spieß einfach um und nimmst selbst an Wettkämpfen teil. Mittlerweile werden die von verschiedenen Hallen angeboten und meistens steht dabei der Spaß im Vordergrund.

Hast du schon alles abgehakt? Oder ein wenig Inspiration für die nächsten Wochenenden bekommen? Was immer du vor hast, wir wünschen dir viel Spaß dabei.