Zum vierten Mal sammelte Latvala in diesem Jahr keine WM-Punkte
Zum vierten Mal sammelte Latvala in diesem Jahr keine WM-Punkte © LAT

Jari-Matti Latvala bleibt das Pech an den Fingern kleben, in Deutschland kostet ein technischer Defekt einen Podestplatz - Akio Toyoda entschuldigt sich beim Finnen

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Mit dem dritten Platz bei der Rallye Finnland schöpfte Jari-Matti Latvala frischen Mut, um sein Pech in der Saison 2018 endlich abzuschütteln. Aber in Deutschland schied der Finne am Sonntagmorgen mit technischen Problemen aus. Zum vierten Mal in diesem Jahr sammelte der Routinier keine WM-Punkte. Zum Zeitpunkt des Ausfalls befand sich Latvala auf dem dritten Platz und war in einen spannenden Dreikampf um Rang zwei verwickelt.

Auf der Verbindungsstrecke zur ersten Wertungsprüfung am Sonntag hielt Latvala kurz an. Und als er dann den ersten Gang einlegen wollte, klappte das nicht. Die Hydraulik arbeitete nicht mehr richtig. Latvala konnte zwar manuell schalten, aber das belastete das Getriebe so stark, bis es schließlich keinen Vortrieb mehr gab. "Wir hatten in diesem Jahr schon viel Pech, aber an diesem Wochenende hatte ich ein sehr gutes Gefühl", kommentiert der Toyota-Pilot.

Seit Finnland ist Latvala wieder konkurrenzfähiger, obwohl er nicht so schnell ist wie Teamkollege Ott Tänak. Dass am Ende mit Sieger Tänak und Esapekka Lappi auf Platz drei zwei Toyota-Fahrer auf dem Podest jubelten, während gleichzeitig Latvala enttäuscht im Service-Park saß, spiegelt in diesem Jahr das Bild bei Toyota wieder. Dass ausgerechnet bei Latvala die Defekthexe häufig mitfährt, ist Pech. Dafür entschuldigt sich auch der oberste Chef.

"Es tut mir für Jari-Matti und Miikka Anttila sehr leid, dass sie die Rallye wegen technischer Probleme nicht beenden konnten", sagt Akio Toyoda, der ein großer Motorsportfan ist und zuletzt auch die Rallye Finnland besucht hat. "Jari hat zu mir gesagt, dass der Yaris ein tolles Auto und einfach zu fahren ist. Es liegt in unserer Verantwortung, ein Auto zu bauen, zu dem der Fahrer vollstes Vertrauen hat. Das haben wir noch nicht geschafft. Wir müssen mehr tun und diese Chance nutzen, um noch bessere Autos zu bauen."

Und Teamchef Tommi Mäkinen fügt hinzu: "Das war sehr enttäuschend. Wir dachten, dass er eine gute Performance zeigen kann, aber ein Defekt in der Hydraulik hat seine Rallye zerstört. Es gab einen Defekt in der Elektrik, wodurch es keinen Öldruck mehr gab. Er musste auf das manuelle System wechseln, aber auch dabei gab es ein Problem bei der Kraftübertragung. Deswegen musste er anhalten. Es tut uns sehr, sehr leid. Bei ihm passiert so oft etwas. Wir wundern uns, wann das aufhört und er Weltmeister wird. Wir versuchen ihn so gut wie möglich zu unterstützen."

In der Weltmeisterschaft befindet sich Latvala mit 55 Punkten auf dem siebten Platz. Seine Teamkollegen Tänak und Lappi sind Dritter (136 Punkte) und Vierter (88 Punkte). In der Markenweltmeisterschaft schnappte sich Toyota in Deutschland den zweiten Platz von M-Sport Ford. Der Rückstand auf Hyundai beträgt nur noch 13 Zähler.

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