Ott Tänak hat bei der Rallye Deutschland weiter alles im Griff
Ott Tänak hat bei der Rallye Deutschland weiter alles im Griff © LAT

Ott Tänak kann seine Führung bei der Rallye Deutschland gegen entschlossene Angriffe von Sebastien Ogier verteidigen: Fünf Fahrer kämpfen um Platz drei

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Der Zweikampf zwischen Ott Tänak (Toyota) und Sebastien Ogier (Ford) um die Führung bei der Rallye Deutschland, neunter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2018, setzte sich auch am Samstagvormittag fort - allerdings ohne entscheidende Veränderungen. Bei den vier Wertungsprüfungen (WP) war einmal Tänak, einmal Ogier um wenige Sekunden schneller. Insgesamt behauptete der Este aber seiner Führung und geht mit einem Vorsprung von 14,1 Sekunden in den Samstagnachmittag.

"Unser Hauptziel wird am Nachmittag sein, eine gute Balance zu finden. Wir brauchen eine weitere gute Schleife", sagt Tänak. Mit Bestzeiten bei WP8 und WP10 unterstrichen seine Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Esapekka Lappi, dass der Toyota Yaris WRC momentan das schnellste Auto in der Rallye-WM ist.

Das bringt Ogier zunehmend zur Verzweiflung. "Immer sind die Toyotas vorne! Ich gebe alles und fahre perfekte Prüfungen. Es ist fast unmöglich, ich gebe alles", sagt der Franzose. "Es scheint, dass unter der Motorhaube der Toyotas etwas richtig gut funktioniert", sieht der amtierende Weltmeister das kürzlich eingeführte Motoren-Update von Toyota als Schlüssel zum Erfolg.

Thierry Neuville verliert Rang drei

Der WM-Führende Thierry Neuville (Hyundai) kam auch am Samstagvormittag nicht richtig in Schwung. Der Belgier klagte über eine nicht optimale Differentialabstimmung und verlor bei jeder WP Zeit. Dadurch rückten die Verfolger immer weiter an ihn heran und setzten ihn im Kampf um Platz drei unter Druck. Bei der letzten WP des Vormittags ging dann Latvala um eine Zehntelsekunde an ihm vorbei. "Ich habe ihrem Tempo nichts entgegenzusetzen", klagt Neuville. "Ich gebe wirklich alles und bin am Limit."

Der Kampf um den dritten Platz ist momentan hochspannend. Hinter den fast zeitgleichen Latvala und Neuville folgen mit weniger als zehn Sekunden Rückstand Dani Sordo, der die Königsprüfung "Panzerplatte" beim ersten Durchgang gewonnen hatte, und Lappi. Auch Craig Breen, der bei WP11 den ersten WP-Sieg für Citroen geholt hatte, liegt bei 19 Sekunden Rückstand auf Latvala noch in Schlagdistanz.

Gelaufen ist die Rallye Deutschland - zumindest mit Blick auf ein gutes Ergebnis - für Elfyn Evans (Ford). Bei der elften WP "Römerstraße 1" kam der Waliser bei hohem Tempo von der Strecke ab und fuhr durch eine Wiese, wobei die linke Vorderradaufhängung seines Fiesta WRC brach. Evans bemüht sich aktuell zwar um eine notdürftige Reparatur, doch in der Gesamtwertung spielt er nach dem Abflug keine Rolle mehr.

Neuer Führender in der WRC2

Durcheinander gewirbelt wurde am Samstagvormittag die Reihenfolge in der WRC2. Sowohl der bis dahin in der Klasse führende Jan Kopecky (Skoda) als auch der bisher Zweitplatzierte Yoann Bonato (Citroen) blieben während der WP "Panzerplatte" stehen und verloren rund eineinhalb beziehungsweise dreieinhalb Minuten.

Dadurch wechselte die Führung in der "zweiten Liga". Dort liegt nur Eric Camilli mit 22,9 Sekunden Vorsprung auf den mehrmaligen Rallye-Europameister Kajetan Kajetanowicz (beide Ford) in Führung, Dritter ist Fabio Andolfi (Skoda, + 26,2 Sekunden).

Am Samstagnachmittag werden die vier WP vom Vormittag noch einmal gefahren.

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