Sebastien Ogier hat kein Verständnis für die Höhe der Strafe
Sebastien Ogier hat kein Verständnis für die Höhe der Strafe © LAT

Weil er in einer Schikane die Barrieren berührt hat, werden Sebastien Ogier die vier Zusatzpunkte aus der Powerstage der Rallye Mexiko aberkannt

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Die Freude über seinen Sieg bei der Rallye Mexiko wurde Sebastien Ogier (Ford) wenige Stunden nach der Zieldurchfahrt ein wenig getrübt. Denn die Sportkommissare verhängten bei der Powerstage des dritten Saisonlaufs der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) eine Zeitstrafe von zehn Sekunden gegen ihn, womit Ogier im Ergebnis der Prüfung von Platz zwei auf sieben zurückfällt und damit die vier Zusatzpunkte verliert. Ogiers Team M-Sport hat allerdings angekündigt, Protest gegen diese Entscheidung einzulegen.

Nach Ansicht der Sportkommissare hatte Ogier im Schlussabschnitt der Prüfung in einer Schikane die Kunststoff-Barrieren verschoben und sich dadurch einen Vorteil verschafft. "Das Auto mit der Startnummer 1 umfuhr die Elemente der Schikane nicht so, wie es im Roadbook der Wertungsprüfung 22 in Box 18 angezeigt ist. Das ist ein Verstoß gegen Artikel 14.2 des Sportlichen Reglements, der besagt, dass der im Streckenplan vorgegebene Weg zu fahren ist", heißt es in der Entscheidung der Rallyeleitung.

Diese Erklärung kann Ogier nicht nachvollziehen. "Wir wollen noch einmal mit Nachdruck klarstellen, dass dies nicht absichtlich passiert ist", sagt der Franzose. Die aus leichten Kunststoff-Elementen aufgebaute Schikane kurz vor dem Ziel der Powerstage in Guanajuato hatte Ogier schon zuvor als Ausgangspunkt für Diskussionen ausgemacht.

"Ich habe vor der Prüfung extra noch darum gebeten, dass klargestellt wird, was passiert (wenn man die Barrieren berührt; Anm. d. Red.)", sagt er. "Ich bin der Erste, der für gleiche Bedingungen kämpft und wollte wissen, was dann passiert. Ich habe zu Julien (Ingrassia, Beifahrer; Anm. d. Red.) noch gesagt, dass wir die Organisatoren bitten sollten, die Barrieren mit Wasser zu füllen. Hätte ich das mal gemacht."

Doch so wurden die Barrieren durch eine leichte Berührung von Ogier verschoben. Die dafür verhängte Strafe empfindet der Ford-Pilot allerdings als viel zu hart. "Die 10-Sekunden-Strafe steht für mich in keinem Verhältnis zu dem, was passiert ist", sagt er. "Wenn ich dadurch eine Menge Zeit gewonnen hätten, okay. Aber anhand der Daten können wir sicherlich beweisen, dass das nicht der Fall war. Es waren höchstens ein oder zwei Zehntel."

Dieser Sicht schließt sich sogar die Sicherheits-Deligierte des Automobil-Weltverbands FIA und frühere Rallyefahrerin Michel Mouton an. "Aus Fahrersicht ist das zu viel. Zehn Sekunden sind zu viel", sagt die Französin zu 'Motorsport-Total.com'. Bemerkenswert ist die Strafe gegen Ogier auch deshalb, weil Thierry Neuville (Hyundai) die Barrieren beim ersten Durchgang der Wertungsprüfung "Las Minas" deutlich stärker berührt hatte, dafür aber nicht bestraft wurde.

Durch die Strafe, gegen die M-Sport wie erwähnt Protest eingelegt hat, schrumpft Ogiers Vorsprung auf Neuville in der WM-Wertung von neun auf vier Punkte zusammen.

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