Der Toyota Yaris WRC ist eines der 2017er-Autos, das vor dem Shakedown steht
Der Toyota Yaris WRC ist eines der 2017er-Autos, das vor dem Shakedown steht © Toyota
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In der WRC-Saison 2016 sind gerade drei Läufe absolviert, doch einige Hersteller haben bereits ihre Autos für 2017 fertig - Neues Reglement als Herausforderung

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Ab 2017 dürfen sich die Rallye-Fans auf runderneuerte Boliden freuen. Das WRC-Reglement für kommendes Jahr sieht vor, dass die Autos schneller und stärker werden sowie optisch aggressiver aussehen. Außerdem soll das Mindestgewicht um 25 Kilogramm reduziert und die Motorleistung von rund 320 PS auf 380 PS verbessert werden. Tiefgreifende Änderungen, die schon jetzt ihre Schatten vorauswerfen.

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Volkswagen, Citroen und Rückkehrer Toyota werden bereits in den kommenden beiden Wochen ihre vollwertigen 2017er-Spezifikationen erstmals testen. Für Seriensieger Volkswagen greifen zunächst die Testfahrer Marcus Grönholm und Dieter Depping ans Steuer des neuen Polo. Beide haben bereits seit August vergangenen Jahres erste Komponenten für das 2017er-Modell getestet, in den kommenden Tagen wird nun das komplett neue Auto sein Debüt geben.

Die Rallye-WM-Piloten Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala haben dann erstmals Ende April nach der Argentinien Rallye (22. bis 24.4.) die Chance, ihr neues Arbeitsgerät kennenzulernen. "Ich bin schon sehr aufgeregt, das nächste Kapitel von Volkswagen bald sehen und fahren zu dürfen", so Latvala im Gespräch mit 'Autosport'. "Marcus hat beim Testen gute Arbeit geleistet. Ich konnte ein wenig mit ihm sprechen und bin mir sicher, dass das neue Auto sehr bald fertig sein wird", so der Finne. Und auch Zweifach-Champion Grönholm sprüht bezüglich des 2017er-Polos vor Optimismus: "Ich muss sagen, er sieht sehr gut aus."

Citroen mit zwei parallelen Entwicklungsprogrammen

Auch bei Konkurrent Citroen steht die Premiere des neuen C3 WRC unmittelbar bevor. Motorsportchef Yves Matton verriet bereits, dass Testpilot Alex Bengue den Shakedown des Autos auf der firmeneigenen Teststrecke in der Nähe von Versailles durchführen wird. Kurz darauf werden dann die etatmäßigen Fahrer Kris Meeke, Craig Breen und Stephane Lefebvre zusammen mit Bengue die Testarbeit auf Schotter fortführen. Citroen legt bei seinem Motorsport-Engagement 2017 das Hauptaugenmerk auf die WRC.

Um für die neue Ära gerüstet zu sein, wird das Team gleich zwei Testprogramme parallel betreiben. Dafür bauen die Franzosen ein zweites Auto, das eine Evolution des ersten 2017er-Modells darstellen wird. Eine Führungsrolle bei der Entwicklung wird dem 36-jährigen Meeke zukommen. "Kris wird beim Testen federführend sein, denn er hat sehr viel Erfahrung. Wir wissen, dass er gute Entwicklungsarbeit leisten kann", so Teamchef Matton.

Shakedown des Yaris WRC ein Meilenstein beim Toyota-Comeback

Einen Meilenstein auf dem Weg zurück in die WRC wird für Toyota das bevorstehende Rollout des neuen Yaris WRC darstellen. In den kommenden Tagen wird aller Voraussicht nach Teamchef Tommi Mäkinen selbst in die Rolle des Testfahrers schlüpfen und die ersten Kilometer mit dem Auto in Finnland absolvieren. Im Anschluss soll Entwicklungspilot Juho Hänninen die Arbeit bei weiteren Tests in Mittel- und Südeuropa fortführen.

Zuletzt war der Zeitplan Mäkinens etwas ins Stocken geraten, weil ein Zulieferer einige Teile für den neuen Yaris nicht rechtzeitig fertig bekam. Ebenfalls noch offen ist die Fahrerfrage für die Comeback-Saison 2017. Testpilot Hänninen gilt als möglicher Kandidat, Mäkinen bekundete aber auch Interesse, die ehemaligen Weltmeister Sebastien Loeb und Petter Solberg in die WRC zurückzuholen.

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