Citroen hat die ersten Testfahrten mit dem neuen World Rally Car absolviert
Citroen hat die ersten Testfahrten mit dem neuen World Rally Car absolviert © Citroen
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Die ersten Testfahrten mit dem Citroen C3 für die WRC-Saison 2017 sind absolviert - Citroen ist zufrieden und profitiert auch von den Erfahrungen der WTCC

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Citroen ist mit den ersten Tests des neuen C3 World Rally Cars für die Saison 2017 zufrieden. Es handelt sich bei diesem Boliden um eine komplette Neuentwicklung gemäß dem neuen technischen Reglement. Ab dem kommenden Jahr werden sich die Autos in der Rallye-WM deutlich verändern. Insgesamt ist der Wagen um 55 Millimeter breiter und es gibt viel mehr aerodynamische Freiheiten. Es gibt nun einen Frontsplitter, einen größeren Diffusor und weitere Details, die die Autos auf der einen Seite spektakulärer aussehen lassen und gleichzeitig für mehr Anpressdruck sorgen.

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Der 1,6 Liter Turbomotor erhält per Reglement einen Luftmengenbegrenzer von 36 Millimetern. Trotzdem wird das Aggregat rund 380 PS leisten. Das Auto wird um 25 Kilogramm leichter und für eine verbesserte Traktion wird ein zentrales Differenzial sorgen. Insgesamt werden die neuen World Rally Cars deutlich schneller sein. Citroen hat sich zur Rallye-WM bekannt und wird im nächsten Jahr nicht mehr mit einem Werksteam in der Tourenwagen-WM antreten.

Das erste Rollout des C3 fand am 9. April in Versailles in der Nähe der Citroen-Motorsportabteilung statt. Durchgeführt wurden die ersten Meter von Testfahrer Alexandre Bengue. Anschließend absolvierte Kris Meeke einen Shakedown. In der Folge machte sich das Team nach Chateau de Lastours und Fontjoncouse auf. Diese Teststrecken werden in der Regel von Cross-Country-Fahrzeugen verwendet, wie zum Beispiel von Peugeot mit dem Dakar-Auto.

Die ersten Tage saß Meeke mit Co-Pilot Paul Nagle hinter dem Steuer. Am vierten Tag übernahm dann Craig Breen die Arbeit und gab sein Feedback an die Ingenieure ab. Neuer Technikdirektor ist Laurent Fregosi. Als Projekt-Manager fungiert Alexis Avril, Chefingenieur ist Didier Clement. Nach diesen ersten Testtagen werden die Daten in der Fabrik in Versailles analysiert, um sich auf den nächsten Test vorzubereiten. Meeke befindet sich derzeit in Argentinien, wo er zwar nicht an der Rallye teilnimmt, aber die Recce absolviert. Motorsportchef Yves Matton fasst die Testfahrten zusammen.

Yves Matton im Interview

Frage: "Yves, was bedeutet dieser erste Test für das Team?"Yves Matton: "Das ist einer der Meilensteine eines Projektes dieser Größe. Die Zeit der Designphase war sehr knapp bemessen. Dank der Erfahrung hat das Team sehr gut gearbeitet und das Auto für die neuen Regeln entwickelt. Da das neue World Rally Car die ersten Tests wie geplant absolviert hat und es keine größeren Probleme gab, können wir uns jetzt Zeit nehmen für die nächsten Meilensteine. Was die Mitarbeiter bei Citroen Racing erreicht haben, ist außergewöhnlich."

Frage: "Wie sind deine Eindrücke, nachdem du das Auto zum ersten Mal auf der Strecke gesehen hast?"Matton: "Es entspricht prinzipiell dem, wie wir uns das vorgestellt haben, als wir zum ersten Mal über das neue Reglement gesprochen haben. Alle Faktoren, die wir verbessern wollten, sind gelungen. Der Sound, der Eindruck der Geschwindigkeit und das aggressive Design. Ich denke, die Rallye-Fans werden die neue WRC-Generation lieben."

Frage: "Dieser Punkt stand nicht im Zentrum des Interesses, aber die neuen Autos sind auch sicherer, oder?"Matton: "Die FIA arbeitet seit einigen Jahren daran, die Sicherheit zu verbessern. Wir unterstützen das. Wir zählen zu den Pionieren auf diesem Feld, auch wenn wir uns damit selbst in gewissen Bereichen eingeschränkt haben. Mit diesem Auto ist es nicht anders. Es ist viel sicherer als der Vorgänger."

Frage: "Ist es ein Vor- oder ein Nachteil, dass Citroen in den vergangenen Jahren auf der Rundstrecke aktiv war?"Matton: "Wir waren nie weit weg von der WRC und haben unser Wissen ständig erweitert. Unser WTCC-Programm ist ein Bonus, weil wir dadurch eine andere Herangehensweise haben. Vorher hatten wir keine Erfahrung bezüglich Aerodynamik. Jetzt haben wir Erfahrung. Gleichzeitig setzen wir seit zwei Jahren einen Motor mit vergleichbarer Power und Laufleistung ein. All das ist für die Entwicklungsphase ein Vorteil, wenn es zu den Testfahrten geht."

Frage: "Wie sehen die nächsten wichtigen Schritte aus?"Matton: "Wir werden weiter auf Schotter testen und dann auf Asphalt. Ein wichtiger Meilenstein wird der Zeitpunkt sein, an dem wir die technische Spezifikation festlegen und die Autos für 2017 aufbauen werden."

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