WRC - World Rally Championship 2019

Die World Rally Championship (kurz WRC) ist die offizielle Rallye-Weltmeisterschaft des Automobil-Dachverband Fédération Internationale de l'Automobile (FIA). Die Organisation ist nicht allein für die WRC zuständig, sondern überwacht viele Wettbewerbe im internationalen Motorsport. Alle Regelungen zum Ablauf der WRC und die technischen Eingrenzungen der Fahrzeuge werden durch den Verband festgelegt.

Der Rallye-Sport unterscheidet sich maßgeblich von dem Motorsport, den Beobachter von der Rundstrecke kennen. Zum einen finden Rallyes auf öffentlichen - aber abgesperrten - Straßen statt. Zum anderen ist der Fahrer nicht alleine im Auto unterwegs. Er bildet mit einem Co-Piloten (Beifahrer) ein Duo.

Die Rallye-WM ist die höchste Rallyeserie der FIA. Der Rennkalender der WRC-Saison 2019 besteht aus 14 Rallyes. Am Ende der Saison wird ein Fahrertitel und ein Herstellertitel vergeben. Den Weltmeister-Titel gewinnt der Pilot, der die meisten WM-Punkte während der Saison gesammelt hat. Bei der Herstellerwertung werden die WM-Punkte zweier Fahrer eines Herstellers addiert.

Häufig bestehen Rallye-Teams aus mehr als zwei Fahrer/Beifahrer-Gespannen. Ein Team muss sich allerdings auf zwei Duos festlegen, die Punkte in der Markenwertung einfahren können. Der amtierende Rallye Weltmeister ist der Franzose Sébastien Ogier, der 2019 für das Citroen-Team an den Start geht.

SPORT1 stellt die WRC in all ihren Facetten vor:

Die Geschichte der WRC

Seinen Ursprung hat die Rallye-Weltmeisterschaft in der Rallye-Europameisterschaft. Erst als 1970 die Safari-Rallye in Kenia in den Rennkalender aufgenommen wurde, wurde der Name in Internationale Rallye Meisterschaft für Marken geändert. Das bedeutete zugleich, dass zwar ein Marken-Weltmeister gekürt wurde, aber kein Fahrer-Weltmeister. Erster Sieger der Fahrerwertung wurde der Italiener Sandro Munari im Jahr 1977.

In den 1970er Jahre kamen weitere internationale Rallyes dazu, wie zum Beispiel die Rallye Marokko. Ab 1973 wurde die Serie in ihren bis heute gültigen Namen Rallye-Weltmeisterschaft umbenannt.

Zeitweise wurden leistungsstarke Fahrzeuge der Gruppe B in der Rallye-Weltmeisterschaft eingesetzt. Auch Porsche und Ferrari brachten damals Rallye-Boliden an den Start. Heute treten die Fahrer in World Rally Cars gegeneinander an. 

Die Rallyes der WRC

Eine Saison umfasst aktuell 14 WM-Läufe, die als Rallye bezeichnet werden. Die genaue Bezeichnung setzt sich aus Rallye und dem Austragungsort zusammen, zum Beispiel Rallye Monte Carlo oder Rallye Mexiko. Im Jahr 2019 werden Rallyes in Europa, Australien, Mittel- und Südamerika ausgetragen.

Eine Rallye findet findet an drei (Freitag - Sonntag) oder vier Tagen (Donnerstag - Sonntag) statt. Sie werden auch als Etappen bezeichnet. Eine Veranstaltung besteht aus 15 bis 25 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 300 bis 350 Kilometern. 

Die Fahrer starten nicht gleichzeitig in die Wertungsprüfung, sondern in einem vorher festgelegten zeitlichen Abstand. Es wird die Zeit gemessen, die ein Fahrer vom Start bis zum Ende einer Wertunsgsprüfung benötigt. Anhand der addierten Zeiten der Prüfungenergibt sich die Wertung einer Rallye.

Gefahren wird auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen. Die alljährlich im Januar stattfindende Rallye Monte Carlo wird in erster Linie auf Asphalt ausgetragen. Die Anstiege und Bergfahrten können aber auch eine mit Eis und Schnee bedeckte Fahrbahn bereithalten. Die Rallye Schweden führt durch die verschneiden Wälder Skandinaviens. Bei den anderen Rallyes besteht der Untergrund aus Schotter oder Asphalt. Unter anderem bei der Rallye Deutschland besteht die Fahrbahn aus unterschiedlichen Materialien.

Sieger der Veranstaltung ist der Fahrer, der für die Summe aller Wertungsprüfungen die geringste Gesamtzeit benötigt. Neben den gezeiteten Wertungsprüfungen gibt es eine weitere Streckenart: die Verbindungsetappe. 

Verbindungsetappen dienen dazu, zum Start der nächsten Wertungsprüfung oder zum Servicepark zu gelangen. Der Servicepark wird regelmäßig aufgesucht, um das Einsatzfahrzeug zu reparieren. Sie gehen nicht in die Zeitwertung ein.

Zwei besondere Formen der Wertungsprüfungen sind die Power Stages und die Super-Special Stages. Die Power Stage ist eine verkürzte, besonders publikumsfreundliche Wertungsprüfung, die meist am Anfang oder Ende des Rennwochenendes absolviert wird.

Zum Teil trägt die WRC Super-Special Stages aus. Dabei handelt es sich um kurze Wertungsprüfungen, bei denen zwei Fahrer direkt gegen einander an den Start gehen. Sie starten auf zwei unterschiedlichen Streckenführungen, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind. Da sie sich kreuzen, ist sichergestellt, dass beide Piloten auf beiden Abschnitten fahren müssen.

Anders als auf einer herkömmlichen Rennstrecke kennen die Fahrer den Routenverlauf bei einer Rallye nicht auswendig. Im Vorfeld einer Rallye befährt der Pilot mit seinem Co-Piloten die Wertungsprüfungen. Währenddessen erstellen sie gemeinsam den sogenannten Aufschrieb. Es handelt sich um die Anweisungen, die der Co-Pilot bei der gezeiteten Durchfahrt der Wertungsprüfungen vorliest. Der Aufschrieb beinhaltet nicht nur die Richtung und die Intensität einer Kurve, die dem Piloten erklären, wie schnell er fahren kann. Auch Gefahrenpunkte und Besonderheiten notiert der Co-Pilot.

Das WRC-Punktesystem

Im Kampf um den WM-Titel erhalten die zehn besten Fahrer und Beifahrer einer Rallye Punkte. Die Gliederung ist dieselbe wie in der Formel 1: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1

Im Power Stage können die schnellsten Duos Extrapunkte sammeln: 5-4-3-2-1

Die WRC-Fahrzeuge

Die World Rallye Cars sind homologierte Rallye-Fahrzeuge auf der Basis von Serienfahrzeugen. Sie sind mit einer verstärkten Sicherheitstechnik ausgestattet, beispielsweise mit einem Überrollkäfig aus Stahl, einem energieabsorbierenden Schaumstoff oder den am Sitz verankerten Sicherheitsgurten. So können die Piloten nach einem Unfall im Zweifelsfall samt dem Satz aus dem Fahrzeug gerettet werden.

Die Sicherheitseinrichtungen sind besonders wichtig, weil die Rallyes durch schwieriges Gelände führen. Enge Gebirgsstraßen mit einem steilen Abhängen sollten die Fahrer ebenso wenig fürchten wie die schnelle Fahrt über Waldwege.

An einem WM-Lauf nehmen Fahrzeuge aus unterschiedlichen Klassen teil. Die World Rally Cars bilden die höchste Klasse mit der größten Motorleistung und einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h. In dieser Klasse finden sich die Fahrzeuge mit den meisten Veränderungen zum Serienauto. Direkt darunter angesiedelt ist die WRC2. Autos dieser Klasse sind wesentlich leistungsärmer und kostengünstiger. Daher sind hier die meisten Privatteams zu finden.

Daneben gibt es die Junior-WRC, die bei bei einigen ausgewählten Rallyes in Europa an den start geht.

Die WRC-Rekorde

Die meisten Konstrukteurs-Titel hat Lancia mit zehn Weltmeister-Titeln. Auf Rang zwei liegt Citroen mit acht Erfolgen. Der beste deutsche Hersteller ist Volkswagen mit vier Siegen.

Walter Röhrl ist der einzige Deutsche, der den WM-Titel gewonnen hat. Er setzte sich in den Jahren 1980 und 1982 gegen seine Konkurrenten durch.

Der erfolgreichste Fahrer ist der Franzose Sébastien Loeb. Er gewann zwischen 2004 und 2012 neun Weltmeisterschaften in Folge. Beerbt wurde er von seinem Landsmann Sébastien Ogier, der von 2013 bis 2018 sechs Titel einfuhr. Loeb und Ogier sind auch 2019 noch aktiv.

Die schnellste Rallye ist die Rallye Finnland. Neun der zehn schnellsten WM-Rallyes fanden in dem skandinavischen Land statt.

In Deutschland findet seit der WRC-Saison 2002 die Rallye Deutschland statt. Die WRC Rallye Deutschland verzeichnet regelmäßig mehr als 200 000 Zuschauer.

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