WRC

Die Rallye-Weltmeisterschaft (kurz WRC) ist die offizielle Rallye-Serie vom Automobil-Dachverband Federation Internationale de l'Automobile (FIA). Die Organisation ist nicht allein für die WRC zuständig, sondern überwacht sämtliche Motorsport-Wettbewerbe. Alle Regelungen zum Ablauf der WRC und die technischen Eingrenzungen der Fahrzeuge werden durch den Verband festgelegt. Der offizielle Titel der Rennserie ist FIA World Rally Championship.

Die Rallye-WM ist die höchste Rallyeserie der FIA und wird dementsprechend auch oft als Königsklasse des Rallyesports bezeichnet. Der Rennkalender der WRC besteht aus mehreren Einzelrennen (2018: 13 Rennen). Am Ende der Saison wird ein Fahrertitel und ein Herstellertitel vergeben. Den Weltmeister-Titel gewinnt der Pilot, der die meisten WM-Punkte während der Saison gesammelt hat. Bei der Herstellerwertung werden die WM-Punkte beider Fahrer eines Herstellers addiert.

In der Regel besteht ein Team aus zwei Wagen. Es können auch mehr Wagen pro Team gemeldet werden, aber für die Herstellerwertung werden immer nur die beiden zu Saisonbeginn gemeldeten Autos berücksichtigt.

Die Geschichte der WRC

Seinen Ursprung hat die Rallye-Weltmeisterschaft in der Rallye-Europameisterschaft. Erst als 1970 die Safari-Rallye in Kenia in den Rennkalender aufgenommen wurde, wurde der Name in Internationale Rallye Meisterschaft für Marken geändert. Schnell kamen weitere internationale Rallyes, wie zum Beispiel die Rallye Marokko, dazu. Ab 1973 wurde die Serie in ihren bis heute gültigen Namen Rallye-Weltmeisterschaft umbenannt.

Die Rallye-Rennstrecken der WRC

Eine Saison hat aktuell 13 WM-Läufe im WM-Kalender, die jeweils als WRC-Rallye bezeichnet werden. Die genaue Bezeichnung setzt sich aus Rallye und dem Austragungsort zusammen, zum Beispiel Rallye Monte Carlo oder Rallye Mexiko. Aktuell werden Rennen in Südamerika, Europa und Australien gefahren.

Jedes einzelne Rennen findet an drei (Freitag - Sonntag) oder vier Tagen (Donnerstag - Sonntag) statt und ist in 15 - 25 Wertungsprüfungen unterteilt. Die Gesamtlänge der Etappe muss mindestens 300 km betragen. Die einzelnen Abschnitte haben jedoch keine Mindest- oder Maximalvorgaben. Gefahren wird auf Schotter und Asphalt.

Sieger der Veranstaltung ist der Fahrer, der für alle Wertungsprüfungen die geringste Gesamtzeit benötigt, nicht der Fahrer, der die meisten Wertungsprüfung gewonnen hat. Neben den gezeiteten Wertungsprüfungen gibt es noch weitere Streckenarten: die Verbindungsstrecken und die Power Stage.

Verbindungsstrecken werden die Überführungsfahrten zwischen den Etappen und zum Servicepark genannt. Diese haben keinen Einfluss auf das Gesamtklassement, müssen aber ebenfalls in einer bestimmten Zeit absolviert werden.

Die Power Stage ist eine verkürzte, besonders publikumsfreundliche Wertungsprüfung, die meist am Anfang oder Ende des Rennwochenendes absolviert wird.

Das WRC-Punktesystem

Im Kampf um den WM-Titel erhalten die zehn besten Fahrer eines Wochenendes Punkte. Die Aufgliederung ist folgende: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1

Im Power Stage können die schnellsten Teams nochmal Extrapunkte sammeln: 5-4-3-2-1

Die WRC-Fahrzeuge

Die Rallyewagen basieren grundsätzlich auf handelsüblichen Autos, sind aber in der Lage, im Gebirge, auf Schlaglochpisten, Trampelpfaden, engen Asphaltwegen oder schnee- und eisbedeckten Straßen zu fahren. Ein Überrollkäfig aus Stahl soll bei den Autos die maximale Sicherheit bei möglichen Unfällen gewährleisten.

Insgesamt fahren elf unterschiedliche Fahrzeugklassen in der Rallye-Weltmeisterschaft. Die World Rallye Cars (WRC) ist die höchste Klasse mit der größten Motorleistung (bis zu 200 km/h). In dieser Klasse sfinden sich die Fahrzeuge mit den meisten Veränderungen zum Serienauto. Direkt darunter angesiedelt ist die WRC 2. Autos dieser Klasse sind wesentlich leistungsärmer und kostengünstiger. Daher sind hier die meisten Privatteams zu finden.

Die WRC-Rekorde

Die meisten Konstrukteurs-Titel hat Lancia mit zehn Weltmeister-Titeln. Auf Rang zwei liegt Citroen mit acht Erfolgen. Der beste deutsche Hersteller ist Volkswagen mit vier Siegen.

Der erfolgreichste Fahrer ist der Franzose Sebastien Loeb. Er gewann zwischen 2004 und 2012 neun Weltmeisterschaften in Folge. Abgelöst wurde er von seinem Landsmann Sebastien Ogier, der von 2013-2017 fünf Mal erfolgreich war. Sowohl Loeb als auch Ogier sind aktuell noch aktiv. Loeb fährt für Citroen Total World Rally Team, Ogier startet mit einem Ford Fiesta WRC für das Team M-Sport.

Als erste und bisher einzige Frau konnte die deutsche Fahrerin Jutta Kleinschmidt einmal die Gesamtwertung der Rallye Dakar gewinnen.

Die schnellste Rallye ist die Rallye Finnland. Neun der zehn schnellsten WM-Rallyes fanden im hohen Norden statt.

In Deutschland findet seit der WRC-Saison 2002 die Rallye Deutschland statt. Die WRC Rallye Deutschland verzeichnet regelmäßig mehr als 200 000 Zuschauer.