Jim Glickenhaus hat 2020/21 in Le Mans ganz Großes vor: "Zu lange her, dass dort ein Auto aus den USA den Gesamtsieg geholt hat" - GTP-Konzept als Lockstoff

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Neben Toyota und ByKolles ist die amerikanische Mannschaft von Jim Glickenhaus das dritte Team, das den Bau eines neuen Le-Mans-Prototypen für 2020/21 angekündigt hat. Der US-Geschäftsmann erfüllt sich in zwei Jahren endlich seinen Traum vom Start beim größten 24-Stunden-Rennen der Welt. Und er hat Großes vor. Seine Aussage, dass "es schon viel zu lange her ist, dass in Le Mans ein Auto aus den USA den Gesamtsieg geholt hat", stellt die Ambitionen deutlich dar.

1967 holten Dan Gurney und A.J. Foyt den großen Pokal im Ford GT40 unter amerikanischer Flagge des Shelby-Teams. Die beiden Ford-Siege in den Folgejahren gelangen dem britischen Team von John Wyer. 2005 (Champion Racing) sowie 2007, 2008 und 2010 (Audi Sport North America) siegten zwar US-Rennteams, aber die erfolgreichen Audis wurden in Europa (Ingolstadt/Neckarsulm) gebaut. "Wir werden alles in den USA machen", verspricht Glickenhaus.

Als Basis wird der SCG 007 dienen. 25 Exemplare werden für die Straße gebaut, die Einnahmen fließen in die Entwicklung des GTP-Fahrzeuges für Le Mans. "Eines werde ich finanzieren und für uns bauen, ein zweites wird für einen potenziellen Kunden gefertigt", sagt der leidenschaftliche Racer aus den USA gegenüber 'dailysportscar.com'. Klar ist schon jetzt: Glickenhaus wird mit dem Erlös aus dem Verkauf von 25 Autos nicht hinkommen. Er wird zusätzlich privates Geld in die Hand nehmen.

"Mein Sohn, der jetzt voll bei uns mitwirkt, kam zu mir und sagte: 'Papa, du träumst vom Start in Le Mans seit du zwölf Jahre alt bist. Du hast das Geld, also mach es einfach. Kümmere dich nicht darum, dass dann vielleicht etwas weniger Geld für mich übrig bleibt.' Wir machen es", so Glickenhaus. "Ich will nichts versprechen, bin mir aber sehr sicher, dass wir uns auch gegen starken Wettbewerb sehr gut schlagen werden." Die Glickenhaus-Autos für den Einsatz auf der Nordschleife waren stets große Publikumslieblinge.

Grundlage für den Schritt nach Le Mans bildet das künftige Reglement für die Topklasse. "Die Regelmacher sind endlich aufgewacht. Sie haben erkannt, dass die LMP1 trotz großartiger Technologie nur mäßig relevant sind. Außerdem sprechen diese Autos nicht allzu viele Fans, Hersteller und Teams an. Das war in den alten Zeiten der GT1 ganz anders", meint Glickenhaus. "Dass ein Auto gewonnen hat, das einem Straßenfahrzeug ähnelt, ist ewig her. 1995 ist McLaren dies zuletzt gelungen. Der Schritt zurück zum GTP-Konzept war überfällig."

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