Tolle Grafik: So könnte der Aston Martin Valkyrie in Le Mans rennen
Tolle Grafik: So könnte der Aston Martin Valkyrie in Le Mans rennen © Marco van Overbeeke

Red Bull könnte mit dem Aston Martin Valkyrie ab 2020 zu den 24 Stunden von Le Mans kommen: Andere WEC-Rennen sind für Helmut Marko wenig attraktiv

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Bis zu den 24 Stunden von Le Mans 2018 im Juni dieses Jahres sollen die Rahmendaten des Reglements 2020 feststehen. Der ACO will im Rahmen des diesjährigen Rennens den Fahrplan vorstellen, damit interessierte Hersteller und Teams ausreichend Zeit haben, sich auf die Zeit nach der bisherigen LMP1 aufstellen zu können. Alles läuft auf eine moderne Form eines GTP-Regelwerks hinaus. Die neue Topklasse soll starke Antriebe (inklusive Hybrid?) unter einer Super-Sportwagen-Siloutte bieten.

Toyota hat bereits im Januar in Tokio einen entsprechenden Vorgeschmack abgeliefert. Die Studie "GR Super Sport Concept" stellt genau das dar, was an den Verhandlungstischen von ACO und FIA derzeit das große Thema ist: Fahrzeug mit "Markengesicht", dazu hochmoderne Antriebstechnik - im Falle von Toyota jene aus dem LMP1-Auto TS050. Auf den modernen GTP-Zug könnten viele Marken aufspringen.Beispiele für Autos: AMG Project One, LaFerrari, Ferrari FXX, McLaren Senna GTR oder Porsche 918.

Gemeinsam mit Aston Martin hat Red Bull Technology den Valkyrie entworfen. Am Design des Hypercars der Briten war unter anderem Formel-1-Startechniker Adrian Newey federführend beteiligt. Der Aston Martin Valkyrie könnte bei einem entsprechenden Reglement die Le-Mans-Zukunft der britischen Edelmarke sein - und gleichzeitig die Eintrittskarte für Red Bull in die Langstreckenszene. "Wenn ein vernünftiges Reglement kommt, bei dem man mit so einem Auto um den Gesamtsieg fahren kann, ist das sicher etwas, das wir überlegen könnten", bestätigt Red-Bull-Motorsport Helmut Marko im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Valkyrie als Le-Mans-Waffe? Die Idee hat viele Freunde

"Das ist ein Thema für Red Bull Technology, das neben Red Bull Racing und Red Bull Advanced Technology eine unserer drei Firmen ist. Abseits des Rennteams ist ja dieses Valkyrie-Projekt entstanden, das super-erfolgreich ist. Das Auto ist ausverkauft, und da gibt es jetzt weitere Varianten", sagt Marko. Seit Wochen kursieren bereits spektakuläre Grafiken von einem Aston Martin Valkyrie im Le-Mans-Design. Auch Werkspilot Nicki Thiim stellte per Twitter seine Lust auf ein solches Projekt deutlich dar.

"Ja, unser Valkyrie-Projekt könnte vielleicht einen Basis für einen Le-Mans-Einsatz sein", bestätigt Marko mit klaren Worten. Allerdings liegt die Betonung auf Le Mans. Von den WEC-Rennen in Spa, Silverstone, Fuji, Schanghai oder Sebring will der Österreicher nicht viel wissen. "Die finden ja unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt", stellt Marko die Probleme der WEC etwas überspitzt dar. Man müsse "nicht unbedingt" die WEC-Rennen zur Vorbereitung auf die 24 Stunden von Le Mans nutzen.

Red Bull: Erst die Formel 1, dann kommt Le Mans

"Solange die Reglements nicht kostengünstiger werden und nur die Technik völlig überzogen mit dem Motor im Vordergrund steht, ist für uns so etwas nicht relevant", meint der Red-Dull-Motorsportchef. In der aktuellen LMP1-Kategorie sei genau dieses Problem "noch größer als in der Formel 1". Die Konsequenz: Unter anderem vor dem Hintergrund viel zu hoher Kosten und mangelndem öffentlichen Interesse abseits von Le Mans haben sich Audi, Porsche und Nissan verabschiedet. Nur noch Toyota ist in der Szene.

"Wir warten jetzt einmal zuerst, was in der Formel 1 passiert. Und es gibt ja noch immer nichts Konkretes, aber in der Form und mit dieser Motorenkonstellation und diesem Kostenniveau ist die Formel 1 generell in Frage zu stellen. Es ist ohnehin bekannt, wie viele Teams am finanziellen Abgrund stehen. Es muss etwas passieren", appelliert Marko erneut an die Regelhüter der Königsklasse. Genau diesen Hinweis sollten sich die Macher vom ACO ebenso zu Herzen nehmen.

Konkrete Gespräche mit WEC-Boss Gerard Neveu hat Helmut Marko bislang nicht geführt. Zuerst die Baustelle Formel 1, dann ein intensiverer Blick auf die Le-Mans-Szene - so die Prioritätenliste bei Red Bull. Entsprechende neue Regeln für die Le-Mans-Topklasse werden auch von den Privaten wie ByKolles oder Oreca unterstützt. Kleine Sportwagenschmieden wie Koenigsegg, Apollo, Pagani, Rimac oder Zenvo hätten ebenfalls Fahrzeuge für ein solches Engagement im Angebot.

© Motorsport-Total.com

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