Neel Jani brachte den Porsche mit der Startnummer 1 an die Spitze
Neel Jani brachte den Porsche mit der Startnummer 1 an die Spitze © Porsche
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Neel Jani (Porsche) verdrängt Toyota kurz vor Trainingsende von der Spitze: Beide Hersteller auf Longruns auf Augenhöhe - GTE-Pro-Trainingsbestzeit geht an Ferrari

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Bei den 24 Stunden von Le Mans 2017 haben sich die Teams in einem vierstündigen Freien Training auf die besonderen Bedingungen im Verlauf der weiteren Rennwoche vorbereiten können. Bei strahlendem Sonnenschein spulten die insgesamt 60 Fahrzeuge viele Runden ab, um für eine bevorstehende Hitzeschlacht gerüstet zu sein. Bei 31 Grad Luft- und rund 40 Grad Asphalttemperatur markierte Neel Jani (Porsche) in 3:20.362 Minuten die schnellste Runde des Trainings .

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"Es sieht so aus, als hätten wir nach dem Test ein paar Fortschritte gemacht. im Training lagen wir mit Toyota gleichauf", meint Brendon Hartley, der den zweiten Porsche 919 in 3:21.687 Minuten auf den dritten Rang platzierte. Auf Platz zwei hatte Kamui Kobayashi 0,604 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Jani. Der Japaner in Diensten von Toyota versuchte auf alten Reifen zum Ende noch einmal alles, um an die Spitze zu kommen, doch bei einem Versuch übertrieb es Kobayashi und drehte sich am Ende der Ford-Schikanen.

Für alle Fahrzeugbesatzungen stand ganz besonders der Umgang mit den Reifen im Fokus. Beim testtag waren die Temperaturen nicht einmal annähernd in diesen hohen Bereichen gewesen - man betritt also Neuland. "Es ist zu heiß für die Pneus und wir haben keine härtere Mischung mehr. Da werden sicher einige ihre liebe Mühe haben", fasst Andre Lotterer zusammen. Die Toyotas von Nakajima/Davidson/Buemi und Lopez/Kunimoto/Lapierre landeten mit geringem Abstand auf den Rängen vier und fünf.

Ferrari in GTE-Pro-Klasse am schnellsten

Keines der Werksteams der LMP1-Klasse legte es wirklich auf eine einzelne schnelle Runde an. Die Qualifyingversuche werden erst am heutigen Abend stattfinden. Interessant beim Blick auf Longruns: Bei hohen Temperaturen kann Porsche offenbar doch das Tempo von Toyota gut mitgehen. Am kühlen Testtag hatte sich ein anderer Eindruck ergeben. Der Enso CLM P1/01 von ByKolles fuhr aufgrund technischer Probleme im Training nur 24 Runden. Dennoch war man deutlich vor den LMP2-Autos.

In der kleinen Prototypenklasse setzte Alex Lynn (G-Drive) in 3:30.363 Minuten die Bestzeit im Oreca-Gibson. Der schnellste Dallara reihte sich erst auf Klassenrang elf ein, der beste Ligier landete auf Platz 16, der einzige Riley im Feld mal wieder im Nirgendwo. Ho-Pin Tung (Jackie Chan) rollte zwischenzeitlich extrem langsam um den Kurs, Roberto Lacorte (Villorba Corse) warf seinen Dallara-Gibson kurz vor dem Ende in der Mulsanne-Kurve in den Kies.

Einige Zwischenfälle ereigneten sich auch in den GTE-Kategorien. Richie Stanway musste seinen Aston Martin in Schleichfahrt mit einem Plattfuß zurück zur Box bringen, Andy Priaulx (Ford) legte vor der Start-Ziel-Geraden einen wilden Dreher auf die Bahn. Die Bestzeit ging an Sam Bird (AF Corse Ferrari) in 3:54.832 Minuten, dahinter reihten sich der Aston Martin von Turner/Adam/Serra und der zweite AF-Corse-Ferrari von Calado/Pier Guidi/Rugolo ein. In der Amateurklasse war Pedro Lamy (Aston Martin) am schnellsten. Die Larbre-Corvette musste nach einem Crash umfangreich neu aufgebaut werden.

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