ByKolles könnte eine äußerst kurze WEC-Saison 2017 erleben
ByKolles könnte eine äußerst kurze WEC-Saison 2017 erleben © xpbimages.com
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ByKolles wird voraussichtlich nach dem WEC-Lauf auf dem Nürburgring die Saison beenden - Entwicklung für den LMP1-Großkampf 2018 im Vordergrund

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Die schlechten Nachrichten um die LMP1-Kategorie der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) reißen noch immer nicht ab. Bis 2018 endlich die große Rettung durch eine Privatteam-Schwemme ansteht, könnte ein äußerst zäher Saisonabschluss 2017 bevorstehen: ByKolles wird nach Lage der Dinge die WEC-Saison 2017 nach dem Nürburgring-Rennen beenden, um sich auf die Weiterentwicklung des CLM-Nismo P1/01 zu konzentrieren. Damit würde das einzige private LMP1-Team wegbrechen.

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"Wir haben dem ACO stets klar gemacht, dass es unser Plan ist, die ersten Rennen rund um Le Mans zu bestreiten und dann testen zu gehen", sagt Teambesitzer Colin Kolles gegenüber 'Autosport'. "Wenn man die Überseerennen in Angriff nimmt, erhält man die Fracht erst im Januar zurück. Und ein kleines Team wie das unsrige kann kein separates Testteam unterhalten." Das heißt also: Nach dem Nürburgring wird nach Lage der Dinge der Stecker gezogen. Außer, es findet sich ein potenter Paydriver für ein oder mehr Überseerennen. Kolles ist für solche Einsätze offen.

Für die gebeutelte LMP1-Kategorie wäre es der dritte Teamverlust innerhalb eines Jahres: Ende 2016 zogen Rebellion und Audi den Stecker. Ohne ByKolles würden nur noch die vier Werks-LMP1 von Porsche und Toyota übrig bleiben. Die LMP1-Kategorie würde ihre Talsohle also bei vier Autos erreichen.

Blüht die LMP1 ab 2018 wieder auf?

Einen wirklichen Unterschied in sportlicher Hinsicht würde der Rückzug nicht machen, denn ByKolles kann das Tempo der Hybrid-Boliden bei weitem nicht mitgehen. Die private LMP1-Subkategorie leidet unter diesem Problem bereits seit ihrer Gründung als LMP1-L im Jahre 2014. Weder Rebellion noch ByKolles waren mit ihren bescheidenen Budgets jemals in der Lage, mit den gewaltigen 1.000-PS-Monstern, in die pro Jahr dreistellige Millionensummen investiert werden, mitzuhalten. Rebellion hatte genug von dem Treiben und zog sich bis auf weiteres in die LMP2 zurück.

ByKolles ist damit in der WEC-Saison 2017 Einzelkämpfer ohne jegliche Konkurrenz. Bei den ersten Rennen bestand die Herausforderung darin, die über den Winter deutlich schneller gewordenen LMP2 auf Distanz zu halten. In Spa gelang dem Team endlich ein problemloses Rennen - sowohl in Sachen Zuverlässigkeit als auch hinsichtlich des Speeds - man ließ alle LMP2 deutlich hinter sich. Freilich bedeutete das noch immer einen Rückstand von zwölf Runden auf den siegreichen Toyota TS050 Hybrid.

"Nächstes Jahr kommen weitere LMP1-Privatiers hinzu, deshalb ist dies eine Art Übergangssaison", sagt Kolles weiter. Diese Übergangsphase in der privaten LMP1-Kategorie dauert nun schon seit 2014 an. Für kommendes Jahr haben sich SMP/BR Engineering mit Dallara, Manor mit Ginetta und Perrinn mit einem noch nicht genannten Kunden mit LMP1-Projekten angekündigt. ByKolles möchte für die WEC-Saison 2018 auf zwei Autos aufstocken. hinzu kommt eine mysteriöse LMP1-Ankündigung von Yves Courage aus dem Februar 2016. Einzig: Wer davon letztlich wirklich am Start stehen wird, bleibt abzuwarten.

Mit Hilfe eines DRS sollen die privaten LMP1 den PS-Nachteil gegenüber den Hybriden kompensieren können. Ob das funktionieren wird, steht aber seinerseits noch in den Sternen.

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