Bei den Rennen des ADAC-GT-Masters in Zandvoort gibt Le-Mans-Sieger und WEC-Weltmeister Marc Lieb sein Debüt in der Serie - Spannung an der Tabellenspitze

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Es geht Schlag auf Schlag im ADAC-GT-Masters: Mit vier Rennwochenenden in sieben Wochen ist der Titelkampf der GT3-Rennserie in die entscheidende Phase eingetreten. Am kommenden Wochenende (17. bis 19. August) steht in Zandvoort der fünfte von sieben Saisonläufen an. Der Vorsprung der Halbzeitmeister Marvin Kirchhöfer und Daniel Keilwitz (Callaway) auf ihre engsten Verfolger, die Mercedes-AMG-Fahrer Markus Pommer und Maximilian Götz (HTP), beträgt nur noch einen Punkt.

Mit Spannung erwartet wird auch das ADAC-GT-Masters-Debüt des ehemaligen WEC-Weltmeisters und Le-Mans-Siegers Marc Lieb (Team75 Bernhard). Und mit Indy Dontje (HTP) tritt in Zandvoort ein siegverdächtiger Lokalmatador an. Die beiden Rennen auf dem Dünenkurs werden am Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr von Sport1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de zu sehen.

Gerade einmal ein Zähler trennt die Corvette-Piloten Kirchhöfer und Keilwitz von Pommer und Götz, ihren hartnäckigsten Rivalen. Während sich die Tabellenführer zuletzt am Nürburgring zwar den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters sicherten, aber zwei Mal ohne Punkte blieben, machten Pommer/Götz mit zwei Podestplätzen wertvollen Boden im Titelkampf gut. "Wir dürfen jetzt aber nicht in einen Strudel geraten", so der zweimalige Saisonsieger Kirchhöfer, der für den Lauf in den Niederlanden optimistisch bleibt: "In Zandvoort geben wir wieder alles."

Marc Lieb fährt für das Team von Timo Bernhard

Neben dem Titelkampf steht auch ein hochkaratiges Seriendebüt in Zandvoort im Mittelpunkt des Interesses. Marc Lieb, der Le-Mans-Sieger und Champion der Langstreckenweltmeisterschaft WEC 2016, gibt im Porsche 911 GT3 R des Team75 Bernhard seinen Einstand in der Serie. Er teilt sich das Fahrzeug mit Teamchef Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau), ebenfalls Le-Mans-Sieger und Titelträger in der WEC. Lieb ist bei Porsche inzwischen hauptberuflich als Leiter Kundensport angestellt.

Mit der Strecke vor den Toren von Amsterdam steht der bei den Fahrern wohl beliebteste im Kalender an. Der ehemalige Formel-1-Kurs direkt in den Nordseedünen ist eine echte "Oldschool"-Strecke. Es geht bergauf und -ab, zahlreiche Kurven sind echte Mutecken - schnell und nicht einsehbar -, und statt weitläufiger Asphaltflächen gibt es Kiesbetten, die jeden Fahrfehler bestrafen. "Zandvoort ist meine Lieblingsstrecke", sagt daher auch BMW-Pilot Timo Scheider, der sich bei Schnitzer ein Fahrzeug mit Mikkel Jensen teilt.

"Von der Topografie ist sie wie die Nürburgring-Nordschleife in Klein. Aber auch der immer wieder auf die Strecke wehende Sand stellt die Fahrer vor Herausforderungen", so Scheider. Der ehemalige DTM-Champion ist daher hoch motiviert: "Zandvoort sollte dem M6 GT3 liegen. Der Kurs war in meiner Historie schon immer eine besondere Strecke gewesen, daher wäre es eine schöne Sache, dort zu gewinnen. Denn ein Sieg fehlt uns nach mehreren Podestplätzen noch."

Timo Scheider: Auf der "Lieblingsstrecke" zum ersten Sieg?

Bereits über seinen ersten ADAC-GT-Masters-Sieg freuen konnte sich dagegen der einzige Niederländer im Starterfeld: Indy Dontje triumphierte zuletzt auf dem Nürburgring erstmals zusammen mit Teamkollege Maximilian Buhk. Damit zählt das Mercedes-AMG-Duo zu den sieben Rennsiegern von vier verschiedenen Marken in den ersten acht Saisonrennen. Dontje will auch bei seinem Heimspiel ganz oben auf dem Podest stehen.

"Der Sieg auf dem Nürburgring macht natürlich Appetit auf mehr und war eine tolle Einstimmung auf Zandvoort", sagt der aktuelle Tabellensechste. "Ich bin mir sicher, dass viele Fans kommen und für eine tolle Stimmung sorgen werden. 2017 bin ich dort einmal Dritter geworden - jetzt soll es noch besser laufen."

Chancen auf vordere Ränge rechnen sich auch die Tabellendritten Robert Renauer und Mathieu Jaminet (Herberth) aus - nicht zuletzt da Porsche in Zandvoort mit drei Siegen die bisher erfolgreichste Marke im ADAC-GT-Masters ist. Dem deutsch-französischen "Neunelfer"-Duo fehlen derzeit 14 Punkte auf die Tabellenspitze. "Zuletzt am Nürburgring hatten wir ein wirklich schwieriges Wochenende", so Teamchef Alfred Renauer. "Doch dank Platz fünf im Sonntagslauf haben wir den Abstand zur Spitze verkürzt. Das lässt uns optimistisch nach Zandvoort blicken."

Die Zuschauer erwartet ein unterhaltsames Motorsport-Wochenende. Neben den 35 GT3-Sportwagen des ADAC-GT-Masters starten dort auch die ADAC TCR Germany mit hochklassigen Tourenwagen-Sport, der traditionsreiche Porsche-Carrera-Cup sowie der Renault-Clio-Cup-Central-Europe, der unterhaltsamen Markenpokalsport bietet. Mit dem unter circuitzandvoort.nl als Download erhältlichen "Dünenticket" ist der Eintritt zu den Stehplatzbereichen im Außenbereich der Rennstrecke kostenlos.

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