Denny Hamlin führte beim Daytona 500 einen Gibbs-Dreifacherfolg an
Denny Hamlin führte beim Daytona 500 einen Gibbs-Dreifacherfolg an © LAT
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Gut fünf Wochen nach dem Tod von J.D. Gibbs fährt das Team seines Vaters Joe Gibbs einen Dreifacherfolg beim größten NASCAR-Rennen ein, dem Daytona 500

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Am 11. Januar verstarb J.D. Gibbs im Alter von 49 Jahren nach jahrelangem Kampf an einer schweren Nervenkrankheit. J.D. Gibbs war der Sohn des erfolgreichen NASCAR-Teambesitzers Joe Gibbs und er war vor seiner Krankheit maßgeblich in die Geschicke dieses als JGR bekannten Teams Joe Gibbs Racing involviert. Der Plan von Joe Gibbs, der inzwischen 78 Jahre alt ist, sah vor, dass sein Sohn die Leitung des Teams in Zukunft übernehmen wird. Dazu kam es nicht mehr.

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Unter der Belastung des Todes ihres Teammitglieds gingen am Sonntag, den 17. Februar, beim Daytona 500 und damit dem NASCAR-Saisonauftakt 2019, vier Gibbs-Piloten ins Rennen. Und drei dieser vier fuhren nach dem turbulenten Rennverlauf einen Dreifacherfolg ein. Denny Hamlin siegte vor Kyle Busch und Erik Jones. Der vierte Fahrer des Teams, der im Winter von Furniture Row Racing (FRR) zu JGR gewechselte Martin Truex Jr., wurde nach Verwicklung in den Massencrash mit 22 Autos schließlich auf P35 gewertet.

Unmittelbar nachdem er die Ziellinie als Sieger gekreuzt hatte und aus seinem weißen #11 Gibbs-Toyota ausgestiegen war, sagte Hamlin: "Dieser Sieg ist für J.D. Die gesamte Gibbs-Familie hat von Beginn meiner Karriere an so viel für mich getan. Wir werden J.D. für den Rest unseres Lebens vermissen."

In der Pressekonferenz nach dem Rennen äußert sich Hamlin, der mit dem Namen von J.D. Gibbs auf seinem Auto unterwegs war, noch etwas ausführlicher. "Unser 1-2-3-Sieg ist natürlich großartig. Als Team sind Tage wie diese diejenigen, auf die man hofft. Es ist ein Erfolg des gesamten Teams und als solchen feiern wir diesen auch", so Hamlin, um herauszustellen: "Ich weiß, dass Joe mit jedem seiner Autos als Siegerauto glücklich gewesen wäre. Aber es ist natürlich etwas ganz Besonderes, dass jenes Auto mit dem Namen seines Sohnes und der Nummer seines Sohnes gewonnen hat."

Joe Gibbs selbst spricht gut fünf Wochen nach dem Tod seines Sohnes entsprechend ergriffen. "Das ist sehr emotional und es ist der größte Sieg, den ich jemals in meinem Leben feiern durfte", so der 78-Jährige, der nicht nur der Boss bei vier NASCAR-Titeln war (2000 mit Bobby Labonte, 2002 und 2005 mit Tony Stewart und 2015 mit Kyle Busch). Zuvor hat "Coach" Gibbs als Trainer des Washington Redskins drei Mal (1983, 1988 und 1992) den Super Bowl in der Football-Liga NFL errungen.

"Die Lieblingsnummer von J.D., als er noch selber fuhr, war die 11. Dennys Nummer ist die 11. Und Denny hat den Namen von J.D. über die Tür seines Autos kleben lassen. Ich kann das alles gar nicht in Worte fassen", so Joe Gibbs nach dem Daytona-500-Sieg für Hamlin, der mit den Plätzen zwei und drei für Kyle Busch und Erik Jones ein emotionaler Dreifacherfolg für das Team wurde.

Für Hamlin ist der zweite Daytona-500-Sieg seiner Karriere (nach 2016) ganz nebenbei auch der (erneute) erfolgreiche Beginn der Zusammenarbeit mit einem neuen Crewchief. Denn nach der sieglosen Saison 2018 wurde Hamlins langjähriger Crewchief Mike Wheeler, mit dem er seinen ersten Daytona-500-Sieg erzielt hatte, ersetzt. Chris Gabehart ist nun Hamlins Crewchief und mit diesem hat er wie schon vor drei Jahren mit Wheeler nun direkt beim ersten gemeinsamen Punkterennen das Daytona 500 gewonnen.

Aber auch Wheeler hatte am Sonntag in Daytona - zumindest vorübergehend - Grund zu Freude. Hamlins ehemaliger Crewchief ist nun der Crewchief bei dem mit Joe Gibbs Racing kooperierenden Ein-Wagen-Team Leavine Family Racing. Dessen Fahrer Matt DiBenedetto verbuchte am Sonntag die meisten Führungsrunden (49). Dann aber wurde er in den Massencrash mit 22 Autos verwickelt, als er von Paul Menard (Wood-Ford) etwas zu heftig angeschoben wurde. Am Ende wurde DiBenedetto nur auf P28 gewertet.

© Motorsport-Total.com