Für Ryan Blaney und Brad Keselowski platzte in Kansas der Titeltraum
Für Ryan Blaney und Brad Keselowski platzte in Kansas der Titeltraum © LAT

Brad Keselowski und Ryan Blaney sind nach je einem Sieg in der "Round of 16" in der anschließenden "Round of 12" der Playoffs am Weiterkommen gescheitert

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So hatte sich man sich den Verlauf des Titelkampfs der Monster Energy NASCAR Cup Series 2018 im Lager vom Team Penske nicht vorgestellt. In der am kommenden Wochenende in Martinsville beginnenden "Round of 8" der Playoffs ist Joey Logano der einzige der drei Penske-Piloten, der noch um den Titel mitfährt. Im Gegenzug kam für Loganos Teamkollegen Brad Keselowski und Ryan Blaney beim Hollywood Casino 400 am Sonntag auf dem Kansas Speedway das Aus im Titelkampf.

Bei eben diesem letzten Rennen der "Round of 12" kamen Keselowski und Blaney auf den Plätzen sechs und sieben ins Ziel. Dies reichte ihnen nicht zum Einzug in die "Round of 8". Blaney hat den Cut letztlich um sechs Punkte verpasst, Keselowski um deren 18.

Besonders bitter: In der ersten Playoff-Stufe ("Round of 16") hatten sowohl Keselowski als auch Blaney jeweils ein Rennen gewonnen. Doch weder der Las-Vegas-Sieg für den Champion von 2012, noch Blaneys Triumph bei der Premiere auf dem Roval in Charlotte half ihnen, auch die folgende Playoff-Runde zu überstehen.

Talladega rückblickend kostspieliger als Kansas

Rückblickend war es nicht das Kansas-Rennen, sondern insbesondere das Restrictor-Plate-Rennen in Talladega am vergangenen Wochenende, das dem Team Penske gleich zweimal den Titelkampf verdarb. Dort waren Keselowski und Blaney in der Verlängerung (Overtime) zu einem späten Tankstopp an die Box gekommen und hatten anschließend nur die Plätze 27 und 29 belegt.

Nach dem Talladega-Rückschlag gingen beide außerhalb der Top 8 der Tabelle in das Kansas-Rennen. Blaney verbuchte zwar einige Führungsrunden und hat mit P3 und P2 in den Stages 1 und 2 insgesamt 17 Bonuspunkte eingefahren. Im entscheidenden Rennsegment aber streifte er in den Top 5 (zweimal) die Mauer. Platz sieben war am Ende zu wenig.

"Ich habe es einfach übertrieben, denn ich wollte an diesen Jungs dranbleiben", so der Kommentar von Blaney in Anspielung auf die spät im Rennen vorn liegenden Kevin Harvick und Chase Elliott. "Ich habe es übertrieben und bin in die Mauer gerutscht. Das geht komplett auf meine Kappe. Ob es ohne Fehler gereicht hätte, weiß ich nicht. Das Tempo der 9 [Elliott] und der 4 [Harvick] hatten wir wohl nicht ganz", so Blaney.

Teamkollege Keselowski kam am Sonntag nur strategiebedingt zu ein paar Führungsrunden, als er sowohl in Stage 2 als auch in Stage 3 seinen Green-Flag-Stop am längsten hinauszögerte. Platz sechs am Ende war aber auch für ihn zu wenig, um den Punkterückstand, mit dem er nach der Talladega-Pleite ins Rennen gegangen war, noch aufzuholen.

"Als ich Gegen Ende von Stage 1 sah, wie gut einige andere Autos lagen, war uns klar, dass wir etwas probieren mussten", so Keselowski mit Verweis auf die abweichende Strategie, die Crewchief Paul Wolfe in Form der beiden langen Green-Flag-Runs umsetzen ließ. "Wir mussten es probieren, aber es hat nicht gereicht", ärgert sich Keselowski, für den es trotz Ausscheidens aus dem Titelkampf eine erfolgreiche Saison ist.

Denn unmittelbar vor seinem Sieg beim Playoff-Auftakt in Las Vegas triumphierte der NASCAR-Champion von 2012 erstmals in seiner Karriere sowohl beim altehrwürdigen Southern 500 in Darlington als auch beim Brickyard 400 in Indianapolis. Letztgenannter Sieg war für Roger Penske der erste bei diesem Rennen. Keselowskis Las-Vegas-Sieg war dann gar der 500. Penske-Sieg überhaupt über alle Rennserien gerechnet.

"Ich bin stolz auf das, was wir in diesem Jahr erreicht haben. Wir haben drei Rennen gewonnen, aber natürlich war das ultimative Ziel der Titelgewinnen. Das werden wir in diesem Jahr nicht schaffen", muss sich Keselowski, was den Titel betrifft, auf die Saison 2019 vertrösten.

Stewart-Haas in voller Mannstärke noch im Titelkampf

Neben Blaney und Keselowski haben Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet) und Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) auf dem Kansas Speedway das Weiterkommen in den Playoffs 2018 verpasst. Durch dieses doppelte Chevrolet-Aus ist Hendrick-Pilot Chase Elliott, der in der "Round of 12" gleich zwei Rennen gewann, nun der einzige noch im Titelkampf verbliebene Chevrolet-Fahrer.

Die Ford-Flotte hat zwar in Person von Keselowski und Blaney zwei Hochkaräter verloren, hat aber neben deren Penske-Teamkollege Joey Logano allen voran alle vier Fahrer von Stewart-Haas Racing - Kevin Harvick, Clint Bowyer, Kurt Busch und Aric Almirola - noch im Titelrennen dabei. Vervollständigt wird das Achterpack von den beiden Toyota-Fahrern, die im vergangenen Jahr den Titel unter sich ausmachten: Martin Truex Jr. (Furniture Row) und Kyle Busch (Gibbs).

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